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6. Mai 2009, 09:59 Uhr

Regierung beschließt Rentengarantie

Gute Nachrichten für Millionen Ruheständler: Das Bundeskabinett hat eine Schutzklausel auf den Weg gebracht, die ein Absinken der Renten trotz der Wirtschaftskrise verhindert soll. Dafür wird es ab 2011 wohl deutlich mehr Nullrunden geben.

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Bis 2007 mussten die Rentner in Deutschland mehrfach Nullrunden hinnehmen. 2009 gibt es eine deutliche Rentenerhöhung© Ralf Hirschberger/DPA

Die rund 20 Millionen Ruheständler bleiben auch in der Wirtschaftskrise von Rentenkürzungen verschont. Sie müssen dies aber in den Folgejahren durch Nullrunden oder reduzierte Erhöhungen selbst bezahlen. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin. Die Rentenschutzklausel soll sicherstellen, dass die Renten auch bei rückläufigen Löhnen nicht sinken.

Den Plan für die Schutzklausel hatte Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) in der vergangenen Woche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abgestimmt. Die Neuregelung kann künftig zu mehr Nullrunden für die Ruheständler führen. Auch dürfte die in früheren Berechnungen erwartete Senkung des Rentenbeitragssatzes unter 19,9 Prozent entfallen.

"Beitragssatzsenkungen ab 2012 sind wenig realistisch und auch nicht wünschenswert", sagte der Mannheimer Rentenfachmann Axel Börsch-Supan in "Bild". Vielmehr sollte der Satz dauerhaft bei 19,9 Prozent bleiben, um Rücklagen für die Rentenkassen aufzubauen. Dadurch könne ein steiler Anstieg der Beiträge ab 2020 abgemildert werden.

Ohne den aktuellen Beschluss zum Gegensteuern hätte vor allem die massenhafte Kurzarbeit in Verbindung mit niedrigeren Einkommen für sinkende Renten sorgen können. Diese Gefahr bestand nach Einschätzung von Scholz für das kommende Jahr zwar nicht, dennoch legte er den Gesetzentwurf für die Schutzklausel vor. Damit sollte einer möglichen Verunsicherung bei den Rentnern durch Diskussionen im Wahljahr vorgebeugt werden.

Rentner müssen Kosten selbst wieder ausgleichen

Die Kosten für die Rentengarantie sollen nach dem Entwurf von Scholz ab 2011 durch halbierte Rentenerhöhungen wieder ausgeglichen werden. Die Regierung sieht trotz des kurzfristigen Eingriffs in die Rentenberechnung weiterhin das Prinzip der lohnbezogenen Rente "im Grundsatz gewahrt". Mit der Rentenschutzklausel will die Regierung erreichen, dass "kurzfristige negative Entwicklungen der Löhne" nicht zu Rentenminderungen führen.

Angesichts des erneuten Eingriffs in die Rentenformel werden in der CDU Rufe nach einer grundsätzlichen Reform laut. Der CDU-Experte Peter Weiß sagte zu "Bild": "Mit dem neuen Gesetz wird die Rentenformel noch komplizierter. Für die Zukunft wäre es vernünftig, eine neue Rentenformel zu schaffen." Weiß schlug eine einfache Formel vor, die der demografischen Entwicklung Rechnung tragen soll. Die neue Rentenformel "muss leicht nachzuvollziehen sein und einen Dämpfungsfaktor enthalten", sagte Weiß.

Auch der Sozialverband VdK forderte eine Grundsatzreform. Den Rentnern drohten "Nullrunden bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag", erklärte Verbandspräsidentin Ulrike Mascher am Mittwoch in Berlin. "Um dies zu verhindern, brauchen wir eine Rentenreform, die die Kürzungsfaktoren Riester-, Nachhaltigkeits- und Ausgleichsfaktor ins Geschichtsbuch verbannt."

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 49)
 
starmax (07.05.2009, 07:37 Uhr)
@peter - Die alten Sprüche
die Sie hier absetzen, können auch nicht die Tatsache der bereits erfolgten Umverteilung von Arm nach Reich widerlegen.Die Schere der Einkommen klafft weiter auseinander...
Es geht hier aber um die Festschreibung von RentenANSPRÜCHEN. Wenn ich im Hauruckvefahren die Absenkung, aber auch Anpassung/Steigerung verhindere, kommt dies in Zeiten sich schnell leerender Kassen und damit kräftig steigender Inflationierung einer Enteignung gleich: Der Staat entschuldet sich zu Lasten eben auch der Renter (und aller, die keine einflußreiche Lobby haben): Das ist der BETRUG, der verhindert werden muß!
Von Diäten hört man seltsamerweise nichts in diesem Zusammenhang...
peter (07.05.2009, 03:35 Uhr)
Bürgerrente 3000 Euro
Ja - wollen alle mehr - und umsonst!
Das politische Stimm-Vieh wählt jetzt die Umverteilung weiter - damit es noch 10 Jahre bequem leben kann. Aber dann ist Deutschland tot. Pleite. Fertig.
Den Schuldenstand sieht keiner - und den absoluten Rückgang der Weltwirtschaft auch nicht.
Augen zu. Ich bin Parasit. Ich bin ein Krebsgeschwür und ziehe andere weiter runter.
Hauptsache mir geht es gut. So denkt Deutschland. Die Parteien sollen weiter umverteilen.
Wir wollen Gysi und Lafontaine - 3000 Euro Bürger-Rente - Firmenenteignung - wir schaffen das sogar in 2 jahren. Wählt diese. Dann können wir endlich von vorne anfangen.
utospatz (06.05.2009, 23:58 Uhr)
Welche Regierung?Was sichert Die?
Du hast ein 2000send-Bettenhotel.
Um deine Gäste zu versorgen benötigst du 3 Küchen. Für jede Küche stellst als Personal du 16 drei Sterne Köche ein. Wie viele Sterne hat dann dein Hotel?
So wird in Kuhzunft wohl das Wohlbefinden Europas sein! 4000 Mitglieder benötigt Europa, und wird trotzdem niemals begreifen, dass bei dem 12ten schon es war genug!
knilch_59 (06.05.2009, 22:10 Uhr)
Die Debatte ufert aus
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Aus einer Meldung über eine Rentensteigerung wird gleich die Diskussion über alles rund um Rente. Damit natürlich zusammenhängend Staatsverschuldung, Demografie, Parteipolitik – fehlen nur noch Klimakatastrophe und die Quadratur des Kreises.
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Die jetzige Rentensteigerung wird die Finanzierbarkeit oder Nicht-Finanzierbarkeit der Renten überhaupt nicht beeinträchtigen. Statt in diesem Jahr nur 1%, im nächsten Jahr wieder eins und im übernächsten Jahr auch, gibt es eben jetzt alles auf einmal – nicht mehr und nicht weniger.
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Trotzdem ist das Ausufern der Debatte richtig und wichtig – weil sich gerade darin zeigt, wie verunsichert wir darüber sind, dass unsere Altersversorgung nicht als gesamt-politische Aufgabe gesehen wird, sondern zum Spielball parteipolitischer Interessen gemacht wurde. Gerade die Rente mit ihren langen Zyklen nach über 45 Jahren Einzahlung rund 25 Jahre Auszahlung sollte aber deutlich machen, dass sie sich eben nicht nach Legislaturperioden richten darf, dass es egal sein müsste, wer jetzt gerade an der Macht ist.
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Die Frage nach der Rentenhöhe lässt sich eben nicht per Wunschzettel beantworten – auch nicht, wenn der Wunschzettel der Wahlzettel ist. Letztlich muss es sich rechnen. Wir als Wähler müssen kapieren, dass das Rentenniveau letztlich ein Ergebnis von Finanzmathematik ist. Das zu ändern wäre das Gleiche, als wenn ein Politiker uns verspräche die Schwerkraft zu verbieten.
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Wie hoch soll das Rentenniveau sein, dass der Staat seinen Bürgern garantiert? Auf Sozialhilfeniveau? Auf dem Doppelten? Wie stark soll das Rentenniveau von der Höhe der selbst eingezahlten Beiträge abhängen? Wie stark darf Nicht-Erwerbsarbeit die Rentenhöhe steigern oder mindern? Spielt es eine Rolle, ob man alles auf einmal oder kontinuierlich einzahlt? Ab welchem Alter soll der Rentenbezug beginnen? Das sind die Fragen, die zuerst gestellt werden müssten! Und wir brauchen Antworten, die dann auch für viele Jahrzehnte gültig sein müssen und eben nicht jedes Jahr neu durchgenudelt werden dürfen. Das macht eins klar: wir werden an einer neuen Rentenformel, die für verschiedene Jahrgangsgruppen unterschiedliche Berechnungen vorsieht, nicht vorbei kommen. Hierfür sind Vorschläge der Parteien erwünscht, aber da wird wieder gemerkelt, also nichts getan!
starmax (06.05.2009, 20:49 Uhr)
Künftig kaum Geld für Rentner - warum?
Das Handelsblatt weiß es, ich weiß es, Merkel und Co. weiß es... Nur Herr Scholz muß den Deppen geben.
"Die Krise belastet die öffentlichen Haushalte in einem Ausmaß, das die menschliche Vorstellungskraft übersteigt.
In Deutschland dürften die Staatsschulden nach den neuesten IWF-Zahlen zwischen 2006 und 2010 um über 500 Milliarden Euro steigen – auf rund 2000 Mrd. Euro oder 87 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). In den USA schnellen die Staatsschulden in derselben Zeit von 62 auf 98 Prozent des BIP. So schnell und so stark sind die Staatsschulden seit Jahrzehnten nicht gestiegen."
starmax (06.05.2009, 19:54 Uhr)
nightmare - Ironie hilft da nicht
oder war es sarkastisch gemeint?
Fakt isst, daß der Staat erstmals bei der "Zuteilung" (hihi) seiner Anleihe auf einem guten Drittel sitzengeblieben ist; und dies wird steigende Zinsen bewirken (müssen - wie will der finanzminister sonst seine Schulden bezahlen, über Steuererhöhungen?) , sowie übers Öl importierte Preiserhöhungen werden den Rest besorgen. Nur Geduld, in nicht mal einem Jahr wird Ihnen Ihre Frag sehr dämlich vorkommen...
Mastergirl (06.05.2009, 19:11 Uhr)
Blacky007
da kennen wir unterschiedliche Leute: den Rentnern in meinem Umfeld geht es blendend! Dehalb wenig Verständnis...
Blacky007 (06.05.2009, 18:26 Uhr)
Mastergirl
Zynistischer gehts wohl nicht mehr!?
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Es mag ja Renter geben, die durchaus eine ganz ordentliche Rente bekommen, aber genau in meiner unmittelbaren Nachbarschaft kenne ich zwei alte Leutchen (getrennt lebend) die davon wohl nur träumen können. Wenn wir denen nicht zur Monatsmitte mal die eine od. andere Tüte mit Lebensmitteln mitbringen würden, hätten sie ab dem 15. eines Monats nichts mehr zu futtern - so toll geht es denen und sicher auch vielen anderen.
Mastergirl (06.05.2009, 17:25 Uhr)
@styx2007
volle Zustimmung! Den Rentnern von heute geht es viel zu gut! Was mit den zukünftigen rentnern passiert, ist ihnen total egal...
Styx2007 (06.05.2009, 16:53 Uhr)
@Heinerich
Wie schön, lieber heinerich, dass Sie Ihre eingezahlten beträge rausbekommen möchten. Schon mal daran gedacht, was die derzeitigen Einzahler sagen sollen??? Eine solch egoistische und immer wieder von den jetzigen rentnern angebrachte Argumentation ist ja grotesk. Die jetzigen Beitragszahler bekommen - wenn überhaupt - demnächst nur noch einen Bruchteil dessen, was eingezahlt wurde. Sich jetzt hinzustellen und auch ja schön immer zu fordern, ist für viele typisch. Die jetzigen zahler haben bald die Schnauze voll, permanent nur noch zu zahlen, selber aber nichts vergleichbares zurückzubekommen. Ja bloss nicht den gleichen solidarischen Beitrag leisten, wenn diejenigen, die Ihre Rente bezahlen immer weniger selber übrighaben. Und noch etwas: Sie bekommen nicht das heraus, was sie mal eingezahlt haben, sondern haben damit lediglich die vorherige Rentnergeneration finanziert. Sich jetzt hinzustellen und zu meinen, nur weil Sie x-DM eingezahlt haben, jetzt wie selbstverständlich einen gleich hohen Anspruch zu haben, ist falsch. Aber typisch für viele Rentner von heute - ja schön mit 55 in den Vorruhestand gegangen und jahrzehntelang noch Rente kassieren - wer diese aufzubringen hat und vor allem wie, interessiert sie dabei nicht im Ansatz! Na, Ihre Stimme hat die tolle Politmischpoke dann ja auf jeden Fall mal sicher!
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