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13. September 2008, 15:59 Uhr

Mutmaßlicher al-Qaida-Helfer verhaftet

Der Türke Ömer Ö. aus Sindelfingen ist am Freitag wegen mutmaßlicher Unterstützung des Terrornetzwerks al-Qaida festgenommen worden. Ö. hatte nach stern.de-Informationen auch Kontakt zur so genannten "Sauerland-Zelle", die 2007 Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant hatte. Von Rainer Nübel und Martin Knobbe

Ein mutmaßliches Mitglied der sogenannten "Sauerland-Zelle" wird am 5. September 2007 in Karlsruhe abgeführt© Michael Probst/AP

Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Samstag mitteilte, steht der 30-jährige Ömer Ö. im Verdacht, von Anfang 2005 bis Anfang 2007 in Deutschland Bargeld sowie eine schusssichere Weste und einen Laptop für die Kämpfer der al-Qaida beschafft zu haben. Er soll dabei auf Anweisung des Diamantenhändlers Aleem N. aus dem pfälzischen Germersheim gehandelt haben, der bereits in Haft sitzt und gegen den vor kurzem Anklage erhoben worden ist. Aleem N. habe das Geld und die Ausrüstungsgegenstände anschließend ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gebracht und dort an Verantwortliche der al-Qaida übergeben.

Ömer Ö. soll seit 2006 auch Kämpfer für die Terrororganisation von Osama bin Laden geworben haben. Von ihm ausgewählte Personen, so die Bundesanwaltschaft, hätten von dem Diamantenhändler Aleem N. ein Empfehlungsschreiben für al-Qaida erhalten. Zwei Personen seien daraufhin in Terror-Ausbildungslagern gereist, wobei nur einer dort angekommen und im Umgang mit Sprengstoff ausgebildet worden sei. Ömer Ö. solle im Sommer 2006 selbst eine Ausbildung in einem al-Qaida-Lager absolviert haben.

Nach Informationen von stern.de ermittelte die Bundesanwaltschaft gegen Ömer Ö. auch im Zusammenhang mit den drei mutmaßliche Mitgliedern der "Sauerland-Zelle", die am 4. September 2007 in einem Sauerländer Ferienhaus festgenommen worden waren. Die beiden deutschen Konvertiten Fritz Gelowicz und Daniel Schneider sollen zusammen mit dem Türken Adem Yilmaz Terroranschläge auf US-amerikanische und usbekische Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Dafür hatten sie zwölf Fässer Wasserstoffperoxid angeschafft, das in einer Mischung mit Mehl die Sprengkraft von 410 Kilogramm TNT entwickelt hätte. Die Anklage gegen sie ist vor kurzem erhoben worden.

Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) gab es in der Phase der Anschlagsvorbereitungen mindestens zwei Treffen zwischen Fritz Gelowicz und Ömer Ö. in Stuttgart.

Am Nachmittag des 16. Mai 2007 werden beide observiert, als sie sich in der Stuttgarter Innenstadt eine Stunde lang treffen und gemeinsam ein Cafe besuchen. Die Zusammenkunft ist zuvor konspirativ über das E-Mail-Postfach boller680@yahoo.de vereinbart worden. Unter anderem habe man sich dabei über die Beschaffung der "Papiere" ausgetauscht.

Am 28. Juli 2007 reist Fritz Gelowicz aus Ulm erneut in die baden-württembergische Landeshauptstadt. Um 13.08 Uhr trifft er sich vor einem Pizza-Restaurant in der Marienstraße mit Ömer Ö., der mit seinem Auto von Sindelfingen nach Stuttgart gefahren ist. Sie gehen durch die Innenstadt, setzen sich im Schlossgarten unter einen Baum und treffen später einen 50- bis 60-jährigen Mann. Danach besuchen sie gemeinsam einen Call-Shop am Marktplatz. Dort, so die BKA-Erkenntnisse, richten sie unter Angabe fiktiver Personaldaten, das E-Mail-Konto nada_filip@gmx.de ein. Später werden die Fahnder auf diesem E-Mail-Konto Nachrichtenentwürfe feststellen, in denen es um Terminvereinbarungen für ein weiteres Treffen der beiden geht, das aber nicht stattfindet.

Ömer Ö. ist bei den Sicherheitsbehörden schon länger bekannt. In den Jahren 2002 und 2003 ermittelte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg gegen ihn wegen des Verdachts der Zugehörigkeit in einer kriminellen Vereinigung und der Rekrutierung deutscher Kämpfer für den Jihad. Ein Jahr später führte dieselbe Behörde Ermittlungen gegen Ö. wegen des Verdachts der Urkundenfälschung in 520 Fällen.

Auch bei Ermittlungen zu dem Terroranschlag der al-Qaida auf der tunesische Insel Djerba am 11. April 2002 taucht der Name von Ömer Ö. auf. Damals waren 21 Urlauber gestorben, darunter 14 Deutsche. Ömer Ö. galt als mutmaßlicher Kontaktmann des Marokkaners Karim Mehti, der wegen seiner Verbindungen zu den Attentätern des 11. Septembers 2001 und des Anschlags auf Djerba in Frankreich zu neun Jahre Haft verurteilt worden ist. Ö. soll in den Jahren 2000 und 2001 aus Deutschland Geld an Mehti überwiesen haben. Außerdem hatten Fahnder Hinweise darauf, dass Ö. in Kontakt mit dem mutmaßlichen Djerba-Mittäter Christian Ganzcarsky stand. Beide hätten in Ulm die Zeitschrift "Denk mal islamisch" verteilt, eine Publikation des ehemaligen Islamischen Informationszentrums (IIZ), das Verfassungsschützer als Treffpunkt radikaler Muslime ansahen.

Von Rainer Nübel und Martin Knobbe
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Sternobyl (14.09.2008, 11:41 Uhr)
Spengkraft mit Mehl
Was der Artikel verheimlicht: Bei der Rezeptur mit Mehl und Wasserstoffperoxid fehlt noch Hefe. Erst dann nämlich entwickelt die Mischung eine gewisse Treibkraft, die - und da schweigt sich der Artikel ebenso umfänglich aus - erst in Verbindung mit weiteren Zutaten (bspw. Zucker, Nüsse Vanille usw.) überhaupt in der Lage ist, jemandem mit ihrer Wirkung hinter dem Ofen hervor zu locken.

Ich nehme mal freimütig an, dass die übrigen Angaben im Artikel von ähnlichem Informationsgehalt sind wie die fünfprozentige Wasserstoffperoxidlösung der sauerländer Wasserbomber. Meine Güte, Journalismus, wo gehst du hin?
chrgue (14.09.2008, 07:41 Uhr)
Schwäbischer Terrorhelfer?
Na, der liebenswerte Ömer O. ist sicher kein Schwabe! Nur weil er in Schwaben wohnt, ist und bleibt er ein Türke. Ich werde auch kein Istanbuler nur weil ich ein Jahr beruflich dort tätig bin, oder?
gmathol (14.09.2008, 05:20 Uhr)
Erinnern wir uns noch an Carlos?
Dieser "Terrorist" war ein Synonym fuer alle moeglichen Terrorgruppen in Europa. Was kam am Ende dabei raus? Es war ein fiktive Figur die von Geheimdiensten geschaffen wurde welche preemptive Anschlaege in Europa und in der Welt ausfuehrten.
Wenn die Buerger auch weiterhin die Real-Korrupt-Politiker der neuen Einheitspartei (CDUCSUSPDGrueneFDP) waehlen dann wird es auch weiterhin solche Machenschaften geben.
taucher1102 (13.09.2008, 22:07 Uhr)
Solche Leute
müßten wie früher für vogelfrei erklärt werden. Aber das läßt eure scheineilige Demokratie wieder nicht zu...
Pengolodh (13.09.2008, 21:21 Uhr)
Deja vu
Juristisch wird das auf dieselbe Schwierigkeit stoßen, wie das NPD-Verbot: werden die von den V-Leuten nur beobachtet, oder gesteuert?
Julian2225 (13.09.2008, 19:59 Uhr)
hmm
Zunaechst danke fuer den Link Reality, man kann halt nicht genug tun um halbwegs seinen Verstand zu wahren bei all dem was einem mehr oder weniger glaubhaft gemacht werden soll.
Kann bzgl. des Artikels allerdings sein das da etwas mehr war als eine Weste und eine Pistole und das im dunkeln bleiben soll. Denn die angegebenen Fakten sind wirklich laecherlich und Verschwendung von Staatsgeldern!
Ach uebrigens, Osama am Muenchner Hbf gesichtet wo er umsteigen musste um rechtzeitig zum Bildenberger Treffen zu gelangen...fuer all die paranoiden.... ;-)
Reality (13.09.2008, 18:56 Uhr)
Also ich meine diese Geschichte ist einfach etwas zu dünn...
Ein kugelsichere Weste von Deutschland nach Pakistan oder Afghanistan zu bringen oder irgend eine Schusswaffe dorthin zu bringen, ist das nicht viel teurer als sie auf dem Schwarzmarkt dort in der Gegend (z.B. bei den Leuten der Amerikanische Armee) zu erstehen.
Welche Märchen müssen uns noch aufgetischt werden ?
Man alles etwas dünn aber man hat wieder mal einen Aufhänger und das Feindbild wird erhalten.
Im übrigen würde ich mal folgende Seite empfehlen:
www.hintergrund.de
(Terrorziel Europa
Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste.)
Finde ich spannender als das hier geschriebene.
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