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30. September 2008, 17:17 Uhr

Hamburg segnet Kohlekraftwerk ab

Peinliche Niederlage für die Hamburger Grünen: Ihre Umweltsenatorin Anja Hajduk hat das umstrittene Steinkohlekraftwerk Hamburg-Moorburg genehmigt. Im Wahlkampf hatten die Grünen den Kampf gegen den "Klimakiller" zu einem zentralen Thema gemacht - in der Realität konnten sie nur strenge Auflagen durchsetzen.

Lange umstritten, nun genehmigt: Das umstrittene Steinkohlekraftwerk Hamburg-Moorburg wird definitiv in Betrieb gehen© Fabian Bimmer/AP

Der Energiekonzern Vattenfall darf das umstrittene Steinkohlekraftwerk Hamburg-Moorburg bauen. Umweltsenatorin Anja Hajduk (Grüne) genehmigte am Dienstag das geplante Projekt unter Auflagen. Die erforderliche Genehmigung nach dem Wasserrecht sei allerdings teilweise versagt worden.

"Insbesondere die von Vattenfall beantragte Entnahme von Kühlwasser aus der Elbe für das Kohlekraftwerk Moorburg greift erheblich in das Ökosystem ein, das wir wasserrechtlich zum Schutz des Flusses mit größter Sorgfalt zu bewerten hatten", sagte Hajduk. Zum Schutz der Elbe müsse das Kraftwerk daher voraussichtlich an 250 Tagen im Jahr mit gedrosselter Leistung gefahren werden.

Als weitere Reaktion will die Stadt jetzt einen eigenen Energieversorger gründen. "Unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen herrscht weder ein ausreichender Wettbewerb auf dem Energiemarkt, noch eine ausreichende Perspektive für die Erfüllung der Klimaschutzziele Hamburgs", sagte Hajduk. Hamburg brauche einen Energieversorger, der sich an den Interessen des Klimaschutzes und des Allgemeinwohls orientiere.

Die Grünen in Hamburg wollten das Zwei-Milliarden-Euro-Projekt Moorburg ursprünglich zu Fall bringen. Bei der Bürgerschaftswahl waren sie mit dem Versprechen angetreten, den "Klimakiller Moorburg" mit einem Ausstoß von mehr als acht Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr zu verhindern. Nach Unternehmensangaben sind jedoch bereits 300 Millionen Euro investiert und Aufträge für weitere 1,6 Milliarden Euro erteilt.

Die Bundesregierung begrüßte die Hamburger Entscheidung. "Recht und Gesetz" hätten sich durchgesetzt, erklärte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Kraftwerke wie in Moorburg würden gebraucht, um auch in Zukunft die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
tripex (30.09.2008, 20:28 Uhr)
Boykott nützt gar nichts
Es ist wie mit China. Boykott nützt nur den alten Machthabern. Die Grünen bekommen durch Boykott mit Sicherheit nicht mehr Entscheidungsmacht.
csyas (30.09.2008, 19:38 Uhr)
...
...auch wenn es rechtlich keine Möglichkeiten mehr zur Verhinderung gab, ist die Parteibasis gezwungen, per Beschluss die Koalition zu beenden - alles andere wäre ein weiterer Verrat grüner Ideologie, dem erneut schmerzhafte Substanzverluste und Austretungen folgen würden...
~
...immerhin bleibt eine Metapher: ein SCHWARZER Hauch wird Hamburg die Atemluft nehmen...
ziu1 (30.09.2008, 19:06 Uhr)
was soll das?
die Grünen haben um einen Kompromiss gekämpft -
ein Stück gewonnen
ein Stück nachgeben müssen
so - und nicht anders - funktioniert Demokratie in einer Koalition.
Es gibt wirklich keinen Grund, die Grünen jetzt als Verlierer zu diffamieren.
UR63 (30.09.2008, 18:38 Uhr)
Die Grünen..
sind immer umweltfreundlich,solange die nicht im Amt sind!
Verlogen und machtgeil!
undjetztnochder (30.09.2008, 18:14 Uhr)
Von der Realität eingeholt
wurden nun auch die Grünen. Ob die Entscheidung gut oder falsch ist kann ich nicht beurteilen - vermutlich wäre eine andere Entscheidung noch schlechter gewesen. Nun sollten auch die Grünen lernen, dass sie an ihren Wahlversprechen gemessen werden und da ist es schon ziemlich peinlich, wenn man es sogar bis in die Regierungsverantwortung schafft und dennoch zentrale Punkte nicht durchsetzen kann. Das kann man nur die hinreichend viele Punkte ausgleichen, die man aus grüner Sicht gegen die CDU durchsetzen wird. Man darf gespannt bleiben, ansonsten wird grün beim nächsten Mal gnadenlos vom Wähler abgestraft.
paulmaz (30.09.2008, 18:12 Uhr)
Adenauer sagte...........
Was kümmert mich HEUTE mein Geschwätz
von GESTERN. Ist ja hochaktuell!
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