. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. September 2007, 09:21 Uhr

Stoiber bekommt den Transrapid

Es ist wie ein Abschiedsgeschenk für den scheidenden Regierungschef Edmund Stoiber: Die bayerische Staatsregierung hat sich mit der Bahn und dem Industriekonsortium auf den Bau des Transrapid geeinigt. In Zukunft soll die Magnetschwebebahn zwischen Münchner Innenstadt und Flughafen pendeln.

Der bayersiche Wirtschaftsminister Erwin Huber, CSU, lehnt in München mit einem Modell der Magnetschwebebahn Transrapid© Lennart Preiss/DDP

Der Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen wird gebaut. Der Freistaat Bayern, die Deutsche Bahn und die Industrie haben sich auf die Schließung der zuletzt noch bestehenden Finanzlücke bei dem 1,85 Milliarden Euro teuren Projekt geeinigt, teilte die bayerische Staatskanzlei mit. Dazu hatten sich Ministerpräsident Edmund Stoiber und die Führungen von ThyssenKrupp, Siemens und des Baukonsortiums zu einem Spitzengespräch getroffen. Die Magnetschwebebahn soll künftig auf dem Weg vom Münchner Flughafen zur Innenstadt eingesetzt werden.

Bund Naturschutz will Rechnungshof einschalten

Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern fordert nun die Einschaltung des Bundesrechnungshofs. Der Transrapid sei ein milliardenteures Abschiedsgeschenk auf Kosten von Steuerzahlern und Bahnkunden für den scheidenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), sagte der BN-Vorsitzende Hubert Weiger am Dienstag. Der Bundesrechnungshof müsse das noch vor Abschluss der endgültigen Verträge in einem Gutachten bewerten, damit die Abgeordneten in Bundestag und Landtag sich ein objektives Bild machen könnten.

Die veranschlagten Kosten von 1,85 Milliarden Euro beruhten auf vier Jahre alten Schätzungen, sagte Weiger. Inzwischen seien die Kosten deutlich gestiegen. "Die Finanzierungslücke liegt mindestens in einer Größenordnung von 300 bis 500 Millionen Euro", sagte Weiger. "Wir werden im ganzen Land die Steuerzahler und die Bahnkunden mobilisieren. Es ist himmelschreiend, wie hier das Geld zum Fenster hinausgeschmissen wird." Der BN kündigte an, nach dem Planfeststellungsbeschluss werde er eine Klage gegen das Projekt anstreben.

Andere Strecken wurden verworfen

Die Magnetschwebebahn Transrapid gilt seit vielen Jahren als Verkehrsmittel der Zukunft. Bisher gibt es jedoch nur eine gut 30 Kilometer lange kommerzielle Strecke zum Flughafen von Shanghai in China. In Deutschland waren in der Vergangenheit mehrere Trassen im Gespräch, darunter eine Strecke durchs Ruhrgebiet und eine Verbindung Hamburg-Berlin. Alle wurden verworfen.

Seit dem Unfall von Lathen ruht der Betrieb

Die Magnetschwebebahn hat keine Räder, Achsen und Oberleitungen. Ein Transrapid schwebt dank seines elektromagnetischen Trage-, Führ- und Antriebssystems. Das Prinzip des elektromagnetischen Schwebens beruht auf den anziehenden Kräften zwischen den im Fahrzeug angeordneten Elektromagneten und den so genannten Reaktionsschienen, die beidseitig unter dem Fahrweg angebracht sind. Magnete halten das Fahrzeug auch in der Spur.

Seit Anfang der 1980er Jahre wird der von einem deutschen Konsortium entwickelte Transrapid in Niedersachsen auf einer Versuchsstrecke im emsländischen Lathen getestet. Dort ereignete sich vor einem Jahr ein verheerender Unfall, bei dem 23 Menschen ums Leben kamen. Seither ruht der Betrieb. Für das Nachfolgemodell des verunglückten Zugs gibt es bislang keine Betriebsgenehmigung.

AP/DPA/Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Peter Ramsauer zum Transrapid "Tiefensee darf kein Totengräber sein"

Edmund Stoiber ließ die Öffentlichkeit wissen, die Transrapid-Strecke zum Münchner Flughafen werde gebaut - aber Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee zog das Projekt wieder in Zweifel. Ja, wie nun? Im stern.de-Interview redet CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer Tacheles. mehr...

Transrapid-Unglück Die unvergessene Katastrophe

Ein Jahr nach dem Unfall mit 23 Toten und zehn Verletzten ist die Trauer entlang der Transrapid-Trasse im Emsland immer noch gegenwärtig - doch die Emsländer hoffen auf einen Neubeginn. Dafür soll auch die Wiederaufnahme des Testbetriebes sorgen. mehr...

Transrapid-Unglück Drei Mitarbeiter der Teststrecke angeklagt

Elf Monate nach dem schweren Transrapid-Unglück im Emsland hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Fahrdienstleister und zwei Betriebsleiter erhoben. Ihnen werden fahrlässige Tötung in 23 und fahrlässige Körperverletzung in elf Fällen vorgeworfen. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch