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21. November 2007, 18:32 Uhr

Fünfjährige offenbar verhungert

Unterernährt, fast verdurstet und mit Rötungen am Hals war am Dienstagabend ein kleines Mädchen ins Schweriner Klinikum eingeliefert worden. Doch alle Rettungsversuche kamen zu spät: Die Fünfjährige ist wenig später gestorben - weil ihre Eltern sich nicht ausreichend um sie gekümmert haben.

In diesem Haus wohnte das fünfjährige Mädchen, das am Dienstagabend unterernährt ins Klinikum Schwerin eingeliefert wurde und kurze Zeit später verstarb© Jens Büttner/DPA

Ein von seinen Eltern vernachlässigtes fünfjähriges Mädchen ist in Schwerin verhungert. Das Kind war am Dienstagabend in äußerst kritischem Zustand von einem Notarzt in das Klinikum Schwerin gebracht worden, wo es trotz aller Rettungsversuche wenige Stunden später starb. Die 23-jährige Mutter und der 26 Jahre alte Vater wurden am Mittwoch wegen des dringenden Tatverdachts der Tötung durch Unterlassung vorläufig festgenommen, wie Oberstaatsanwalt Christian Pick sagte. Das Kind wurde laut Picks nach der Alarmierung eines Notarztes in einer Wohnung im Plattenbau-Stadtteil Lankow vorgefunden. Ein Mann soll den Notarzt gerufen haben.

Leiche wird obduziert

Bei der Aufnahme im Krankenhaus habe das Mädchen erhebliche Unterernährung, starken Flüssigkeitsverlust und Rötungen am Hals aufgewiesen, teilte der Schweriner Innenminister Lorenz Caffier mit. Die Todesursache war laut Staatsanwaltschaft zunächst noch unklar. Die Behörde kündigte die Obduktion der Leiche sowie Zeugenvernehmungen an. "Es ist für mich unbegreiflich, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder offensichtlich verhungern und verdursten lassen", erklärte Innenminister Caffier. Gerade in Stadtteilen, wo das Miteinander und die Nachbarschaft eigentlich funktionieren sollten, erlebe die Gesellschaft häufig eine fehlende soziale Kontrolle. Hinzu kommt nach Ansicht Caffiers falsch verstandene Rücksicht, bei Krisensituationen die Polizei zu rufen.

Eltern waren beim Jugendamt bekannt

Das Paar hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch einen zwei Monate alten Sohn. Nach Information des NDR lebt das Paar außerdem mit zwei Hunden und mehreren Katzen in Lankow. Das verstorbene Mädchen heißt demnach Lea-Sophie. Die Stadt Schwerin teilte mit, das Kind sei dem Jugendamt bekannt gewesen. Die Sozialarbeiter des Jugendamtes hätten in dem Fall nach den gesetzlichen Vorschriften gehandelt. Der NDR berichtete unterdessen von Hinweisen, dass das Jugendamt über eine mögliche Vernachlässigung in der Familie informiert war. Der Vermieter sagte demnach, das Jugendamt habe sich vor etwa zwei Wochen an ihn gewandt, um einem entsprechenden anonymen Hinweis aus dem Haus nachzugehen.

Der Fall erinnert an den Tod der kleinen Jessica aus Hamburg: Das Mädchen war am 1. März 2005 tot aufgefunden worden. Völlig abgemagert und entkräftet war es an Erbrochenem erstickt. Die Eltern wurden zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt.

AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Niviene (23.11.2007, 19:56 Uhr)
Hm!
Viele Probleme müssen an der Wurzel angepackt werden. Jugentämter machen an dieser Stelle offentsichlich Fehler, aber ich kann mir vorstellen das sie selber auch Überfordert sind. In der heutigen Gesellschaft ist es fast eine Strafe Kinder zu haben und vorallem wenn man Jung ist. Wer jung Kinder bekommt hat es schwer sich eine Zukunft, ohne hilfe, aufzubauen. Man müsse dort eher etwas ändern! Oftmals fehlt Finanzielle Unterstützung... Viele wissen kein Ausweg, finden keine Arbeit mehr, brechen Ausbildungen ab oder sind mehr als überfordert mit der Situation, dass sie den Überblick verlieren.
HorstSchmeil (22.11.2007, 22:51 Uhr)
Fünfjährige offenbar verhungert
Gewalt geht immer von Männern aus, Frauen und Mütter sind immer Opfer und nur um das Wohl dr Kinder bemüht. Diese "Weisheit" vieler Jugendamtsmitarbeiter/innen und Familienrichter/innen bis hin zum Bundesverfassungsgericht und dem Bundesfamilienministerium wird uns noch zahlreiche gleichartige Fälle "bescheren".
Es wird Zeit, dass die für den Schutz der Kinder eingesetzten Beamten und Richter, insbesondere in der weiblichen Form, neben dem Feminismus, der dort überall vertreten wird, einmal Fachkunde walten lassen, damit solche ungeheuerlichen Vorkommnisse beendet werden können.
Hilfen statt Kontrollen sind notwendig und das frühzeitig und vorbeugend.
Horst Schmeil
Vater-Mutter-Kind-Haus, Berlin
Sternchen_Aurora (22.11.2007, 16:33 Uhr)
Ungeheuerlich!!
Ich frage mich, wann wir - das Volk - endlich mal aufstehen und uns wehren! Wieder einmal stirbt eine kleine Seele - Kinder sind unsere Zukunft, Deutschland braucht Nachwuchs - und was passiert?! Schaut Euch doch mal an, wie ein Hartz IV-Kind (über)leben soll. Gesund ernährt? Eingebettet in der offenen, deutschen Gesellschaft? Nein! Sicher nicht. In die Ecke gedrängt, arm, traurig. Wohin wollen wir dieses Land eigentlich noch bringen? Unsere Politiker fühlen sich wie die Maden im Speck, arrogant, ihre Leistungen verherrlichend. Wo sind die eigentlich? Was in aller Welt rechtfertigt die Anhebung der Diäten um auch nur einen müden Cent, solange unser Sozialsystem immer weiter in den Abgrund gedrängt wird, zu Lasten der Kleinsten, die offenbar hier gar keine Lobby mehr finden. Wer schaut denn noch nach der "rotznäsigen" Fünfjährigen mit zerrissener Hose, die irgendwo im Ghetto herumlungert, während es an anderer Stelle in der Gesellschaft adrett gekleidete, wohlerzogene Kindchen gibt, die es sich lohnt, anzuschauen? Leute, es liegt an uns. Jeder einzelne, der nicht aufbegehrt, nicht aufsteht, sich nicht auch ein Stück verantwortlich fühlt, weil er von der Thematik so weit entfernt ist, trägt genauso die Schuld. Lea-Sophie - ein kleines Kreuzchen mehr auf irgendeinem Friedhof in Deutschland. Wieviele Kinder werden folgen? Jahrelang sorgten wir uns mehr od. minder um verhungernde Kinder in Afrika, sammelten, spendeten, bedauerten - aber wir waren ja fein raus, weit entfernt von diesem Elend. Jetzt sind wir gefragt. Wir müssen die Situation in Deutschland coachen, die Kinder endlich wieder hochheben in der Gesellschaft. Deutschland, die Kinder sind Deine Zukunft - wie wollen wir sie aufwachsen lassen? Mit der immer weiter auseinanderklaffenden Schere? Vermutlich - denn in Zeiten, in denen akzeptiert wird, dass Menschen zu Konditionen arbeiten, die das monatl. Budget nicht mehr sichern können, nur um hoch oben Reden über "erfolgreiche" Vermittlungen zu halten und die Arbeitslosenzahlen zu schwärzen - damit sind wir sicher in allen Bereichen auf dem richtigen Weg! Wen wundert`s, dass die Menschen abwandern ins Ausland? ..sicherlich nicht aus Egoismus und um die Steuerhähne zuzudrehen, sondern z.T. vllt. auch, um die Existenz der eigenen Kinder zu gewährleisten. Wir müssen uns nur umschauen: In Neuseeland wird die Prügelstrafe an eigenen Kindern verboten und gerichtlich geahndet, in Norwegen u. Co kümmert man sich um die Schüler und stellt alles Schulmaterial, in England gibt es Schuluniformen und damit Gleichheit für alle Kinder - und hier? Hier scheut sich der Nachbar die Polizei zu rufen, wenn nebenan ein Kind verendet. Warum? Ist er Gebührensparer? Od. Ignorant? Verdammt, mich mach das traurig und wütend zugleich. Wieviele Kinder werden wir noch opfern an Pädophile, rücksichtlose Eltern, denen ggf. finanziell das Wasser bis zum Hals steht und die sich selbst näher sind in dieser Situation.., etc.. - die Liste ist inzwischen beliebig zu erweitern. Ich wünsche den zuständigen Sachbearbeitern des Jugendamtes mehr als eine schlaflose Nacht und vllt. sollte man auch diese Institution verbessern, indem man auch hier Leistungen honoriert und nicht-Leistungen mit Kündigung belohnt, Arbeit überwacht und von unabhängiger Instanz kontinuierlich prüfen lässt! Solange für manchen Beamten der Feierabend mehr Relevanz hat als die Banalität der Mißstände in Familien und das Leid der Kinder, werden wir hier keine Hebel umlegen. Reformen erfordern nicht immer nur Einkürzungen, Reduzierungen und Einsparungen - manchmal sollte man auch in Deutschland die Besinnung darauf finden, dass wir Menschen sind, Individuen, die fühlen und leiden können, wieder das Miteinander und die Familie stärken und hier statt zu sparen mal subventionieren. Kindergelderhöhungen frühstens 2010 - schade, dass wir hier nicht von Diäten sprechen, dann ginge es sicher sofort! Ich bete für die arme, kleine Seele Lea-Sophie, die ein kurzes Leben lang leiden musste und hoffentlich nun ihre Erlösung findet. Ich appelliere an jeden hier: Lasst uns endlich etwas tun!! Wir sollten als Nation endlich Schulterschluss zeigen und damit beginnen, nicht nur stoisch alle Bedingungen zu akzeptieren und noch immer aus den Händen der Politiker fressen! Lasst uns aufstehen - für die KINDER in DEUTSCHLAND!!!!! Es wird Zeit.
Klug-Direct (22.11.2007, 13:17 Uhr)
Schluß mit den Ungeheuerlichkeiten
die Hannoversche Allgemeine Zeitung betitelt in der heutigen Ausgabe einen möglichen GAU im Atomendlager Asse.
Dabei kommt die Meldung aus Schwerin vom „Tod einer Fünfjährigen durch Unterlassung“
im Titel-Trailer weiterer Meldungen wie „Ohne private Vorsorge droht Altersarmut“ „Schutz vor Werbung - zweifelhafte Methoden vor Schulen und indertagesstätten“ „Freigänger als Vergewaltiger“ ziemlich beiläufig daher.
Das Jugendamt Schwerin gibt sich bürokratisch korrekt. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Überprüfung der familiären Verhältnisse in Schwerin wirklich vorschriftsmäßig erfolgt? Wenn ja, dann müssen die Vorschriften sicher geändert werden. Die interne Dienstanweisung ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
Ich bin der Meinung, dass die Öffentlichkeit ein Recht hat zu erfahren, an welchen Stellen möglicherweise Engpässe be- oder entstehen. Ich bin sicher, das die Öffentlichkeit sehr stark daran interessiert ist, welche Maßnahmen zum Schutz der Kinder ergriffen werden. Außerdem legt das Jugendamt Wert darauf, das Image „die holen ja nur gegen den Willen der Eltern die Kinder ab“ zu korrigieren.
Mein Wunsch ist, dass sich viele Eltern, Großeltern, Parlamentarier, Politiker, Vereine, Betriebe und Institutionen für das Thema „Gewalt-Prävention“ interessieren.
Schwaebin (22.11.2007, 09:34 Uhr)
Mord
Ich hoffe diese Eltern kriegen eine Anklage wegen Mordes, wie die Eltern der kleinen Jessica aus Hamburg.
Und dann die Hoechststrafe verhaengen, ohne Aussicht auf Bewaehrung. Das ist fuer mich die einzige halbwegs gerechte Strafe fuer die beiden.
catchme (22.11.2007, 09:08 Uhr)
Zum Wohle des Kindes ?
Deutsche Jugendämter machen alles zum Wohle des Kindes ... sie lassen es verhungern, sie lassen zu, dass es gequält wird, sie lassen zu, das Kinder aus dem Fenster geworfen werden, sie geben Kinder in die Obhut pädophieler Straftäter ...
Wann wacht diese Gesellschaft endlich auf und erkennt, dass die wahren Täter in den Jugendämtern sitzen ! Diese arroganten, selbstherrlichen Mitarbeiter haben schon so viele Kindestötungen auf dem Gewissen - jeder Falschparker wird in Deutschland konsequenter verfolgt, diese Täter dürfen weitermachen ... alles zum Wohle des Kindes !?
zuddi (22.11.2007, 08:40 Uhr)
Und wieder einmal
...war das Jugendamt informiert und wieder einmal ist nix passiert, was das Kind hätte retten können. Ich möchte mal wissen, mit welchem Engagement diese "zum-Wohle-des-Kindes-Vertreter" ans Werk gehen. Ich habe neulich im Radio von einer Umfrage zum "Ruf der Beamten" gehört, der wohl nicht sonderlich gut ist. Spontan fielen mir die Damen und Herren in den Jugendämtern ein. Berichte, wie die von verhungerten und misshandelten Kindern, die unter Aufsicht dieses Amtes krepieren, sorgen sicher nicht dafür, dass dieser Ruf besser wird.
JoeSkeleton (21.11.2007, 19:06 Uhr)
Fassungslos
schon wieder ein vernachlässigtes Kind,das qualvoll sterben musste.Und keiner hat`s bemerkt.Wie sich die Fälle doch gleichen.Keine Nachbarn,kein Jugendamt,nichts und niemand hat mitbekommen das ein Kind verhungert,auch wenn es letztenendes an einer Strangulation zu Tode kam.
Ich weiss ja nicht wie das in anderen Ländern ausschaut,ob es dort auch so dermassen viele Fälle von gequälten,verhungerten oder verdurstenden Kinder gibt,oder ob das ein deutsches Phenomän ist.Ich weiss nur das Kinder in unserem Land nicht viel wert sind,das sie als lärmende Störenfriede gelten und nicht als unsrer aller Zukunft.Sehr traurig,und beschämend für uns alle
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