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"Warum kommentiert mich Til Schweiger?"

Sebastian Edathy zofft sich mit Ralf Stegner, Til Schweiger fordert neue Gesetze und eine Online-Petition Unmögliches: Nach der Einstellung des Kinderpornoprozesses kochen die Emotionen hoch.

Von Marc Drewello

  5000 Euro Geldauflage für Sebastian Edathy. Die Entscheidung des Landgerichts Verden im Kinderpornoprozess trifft bei Vielen auf Unverständnis

5000 Euro Geldauflage für Sebastian Edathy. Die Entscheidung des Landgerichts Verden im Kinderpornoprozess trifft bei Vielen auf Unverständnis

Aufregung um das Ende des Kinderpornoverfahrens gegen Sebastian Edathy: Dutzende Tageszeitungen und Tausende Internetnutzer haben die Einstellung des Prozesses gegen eine Geldauflage kommentiert. Eine Online-Petition will sogar einen Widerspruch gegen die Entscheidung des Gerichts erreichen.

Edathy hatte am Montag eingeräumt, Bilder und Videos als Dateien, auf einer CD und in einem Bildband besessen zu haben, die laut Staatsanwaltschaft kinder- und jugendpornografisch sind. Das Landgericht Verden stellte daraufhin das Verfahren gegen eine Geldauflage von 5000 Euro ein. Edathy ist damit nicht verurteilt und nicht vorbestraft.

Die Entscheidung des Gerichts ist rein rechtlich nicht ungewöhnlich, dennoch hinterlässt sie bei vielen Menschen das Gefühl, dass in diesem Fall Recht und Gerechtigkeit weit auseinanderklaffen. Eine Online-Petition, die eine Rücknahme der Verfahrenseinstellung erreichen will, hat am frühen Dienstagnachmittag bereits mehr als 60.000 Unterschriften gesammelt. Dabei ist der Richterspruch rechtskräftig und juristisch gar nicht anfechtbar.

Til Schweiger "wütend"

Sebastian Edathy scheint die Aufregung nicht nachvollziehen zu können. Auf Angriffe des "Bild"-Autors Franz Josef Wagner, die mit dem Satz: "Lieber Sebastian Edathy, ich hoffe, dies ist mein letzter Brief an Sie", beginnen, antwortete der SPD-Politiker via Facebook nur: "Ja, ich auch!". Und Posts von Schauspieler Til Schweiger in dem sozialen Netzwerk zu seinem Fall tat Edathy mit den Worten ab: "Warum kommentiert mich Til Schweiger?"

Schweiger hatte sich auf seiner Facebookseite "sprachlos" und "wütend" über das Ende des Prozesses gegen Edathy gezeigt und auch einen stern-Bericht heftig kritisiert, der erklärt, warum die Einstellung rein juristisch korrekt ist. Dieser und das "Edathy-Urteil" würden Pädophilen Mut machen, so der Filmstar und Regisseur. "Es ist an der Zeit, Gesetze zu ändern."

Einzig Ralf Stegner lockte Edathy bislang richtig aus der Reserve: Der SPD-Vize warf dem 45-Jährigen auf Twitter und Facebook indirekt vor, Gewalt gegen Kinder zu rechtfertigen und forderte ihn auf, die SPD zu verlassen. Edathy reagierte erbost auf die Angriffe: "Das, lieber stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender Ralf Stegner, ist schlichtweg infam!! Geht`s noch?!"

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