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CDU-Ratsherr tritt nach Juden-Schmähung zurück

In Niedersachsen ist ein CDU-Ratsherr über einen judenfeindlichen Eintrag auf Facebook gestolpert. Der 62-Jährige bereute seinen Kommentar "Juden sind scheiße" und trat aus der Partei aus.

  Hetze gegen Juden: In den vergangenen Tagen häufen sich antisemitische Äußerungen

Hetze gegen Juden: In den vergangenen Tagen häufen sich antisemitische Äußerungen

Ein langjähriger CDU-Ratsherr aus Seesen in #link;2125582;Niedersachsen# ist über eine judenfeindliche Äußerung auf Facebook gestürzt. Der 62-Jährige habe sein Mandat niedergelegt und sei aus der Partei ausgetreten, sagte der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Rudolf Götz.

Der Kommunalpolitiker sei damit einem Parteiausschluss zuvorgekommen. Der Ratsherr habe nach dem mutmaßlichen Rachemord an einem palästinensischen Jungen in Israel auf seiner Facebook-Seite "Juden sind scheiße" geschrieben, sagte Götz. Der Ratsherr war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Einem Bericht der "Goslarschen Zeitung" zufolge bereut der 62-Jährige seinen Kommentar. Dieser sei eine Reaktion auf die Eskalation im Nahen Osten gewesen.

Solidarität für jüdische Gemeinde in Deutschland

Nach den jüngsten antisemitischen Vorfällen erfährt die jüdische Gemeinde in Deutschland aber auch eine Welle der Solidarität: Bundespräsident Joachim Gauck sicherte dem Zentralrat der Juden in einem Telefonat seine Unterstützung zu, Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte die Angriffe auf das Schärfste. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolas Schneider schrieb an den Zentralratspräsidenten Dieter Graumann.

Gauck sagte nach seinem Telefonat mit Graumann: "Ich möchte alle Deutschen und alle Menschen, die hier leben, auffordern, immer dann ihre Stimme zu erheben, wenn es einen neuen Antisemitismus gibt, der sich auf den Straßen brüstet." Er habe sich bei Graumann über die Sorgen in den jüdischen Gemeinden informiert. "Für uns ist das eine Freude, dass es jüdische Gemeinden gibt", fügte der Präsident hinzu. "Diese Menschen sollen hier in Sicherheit leben. Und sie leben in Sicherheit."

"Diese Ausbrüche und Äußerungen sind ein Angriff auf Freiheit und Toleranz und der Versuch, unsere freiheitliche und demokratische Grundordnung zu erschüttern", sagte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin. Die gesamte Bundesregierung verurteile dies auf das Schärfste. "Dies können und werden wir nicht hinnehmen."

mka/DPA/AFP/DPA
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