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Fünf Deutsche sprengten sich in die Luft

Hunderte Islamisten aus Deutschland sind nach Syrien und in den Irak gereist, um für einen Gottesstaat zu kämpfen. Mindestens fünf sollen sich im Namen der IS-Miliz in die Luft gesprengt haben.

  Bei diesem Autobombenanschlag im syrischen Homs kamen Ende Juli zwei Menschen ums Leben, 30 wurden verletzt. Auch deutsche Islamisten sollen in den vergangenen Monaten Selbstmordanschläge in Syrien und im Irak verübt haben.

Bei diesem Autobombenanschlag im syrischen Homs kamen Ende Juli zwei Menschen ums Leben, 30 wurden verletzt. Auch deutsche Islamisten sollen in den vergangenen Monaten Selbstmordanschläge in Syrien und im Irak verübt haben.

Mindestens fünf Islamisten aus Deutschland haben in den vergangenen Monaten Selbstmordanschläge im Irak und in Syrien verübt. Diese Zahl nannte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, am Wochenende im Deutschlandfunk. Inzwischen seien weit mehr als 400 Dschihadisten aus der Bundesrepublik in die Kampfzone gereist, um sich der sunnitischen Miliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen.

Rund 25 von ihnen seien schon wieder zurückgekehrt - "mit Kampferfahrung", wie Maaßen sagte. "Wir müssen eigentlich erwarten, dass die Personen zurückkommen und hier Anschläge begehen", #link;http://www.stern.de/politik/deutschland/anschlagsgefahr-verfassungsschutz-warnt-vor-islamistischen-rueckkehrern-2134654.html;warnte der Verfassungsschutzpräsident#. Es gebe deshalb eine erhöhte "abstrakte Gefahr" von Anschlägen auch hierzulande. Konkrete Hinweise lägen aber nicht vor. "Wir müssen einfach sehr, sehr wachsam sein."

IS betreibt auch in Deutschland aktive Propaganda

Großbritannien hatte am Freitag vor dem Hintergrund der Kriege in Syrien und im Irak erstmals seit 2011 seine #link;http://www.stern.de/politik/ausland/is-kaempfer-in-irak-und-syrien-grossbritannien-setzt-terrorwarnstufe-auf-ernst-2134487.html;Terrorwarnstufe angehoben#. Die Bundesregierung sieht dagegen zurzeit keinen Anlass für eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen.

Die erstarkte Miliz Islamischer Staat, die inzwischen weite Teile Syriens und des Iraks beherrscht, betreibe in Deutschland aktiv Propaganda und werbe um Unterstützung, sagte Maaßen. Der IS sei "in" in der Islamistenszene und "weit attraktiver" als etwa die Al-Nusra-Front in Syrien, der dortige Al-Kaida-Ableger. "Was die Leute anzieht, ist die hohe Brutalität, die Radikalität, die Rigorosität."

Maaßen will die Zusammenarbeit besonders mit dem türkischen Geheimdienst intensivieren. Die türkischen Dienste seien wichtige Partner, weil der Großteil der Islamisten aus Deutschland von dort weiter in den Irak und nach Syrien reise.

Deutsche Islamisten als Kanonenfutter missbraucht

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) betonte am Samstag nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Bernard Cazeneuve, dass die Sicherheitsbehörden beider Staaten im Fall zurückkehrender Islamisten eng zusammenarbeiteten. Dschihadisten kämen nicht unbedingt in ihr Heimatland zurück, warnte de Maizière.

Der Leiter des Verfassungsschutzes in Nordrhein-Westfalen, Burkhard Freier, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", es spreche viel dafür, dass die Terrormiliz IS Druck ausübe, damit westliche Ausländer sich zu Selbstmordattentaten bereiterklären.

Der IS missbrauche deutsche Islamisten ohne Kampferfahrung als Kanonenfutter. "Nach einer dreiwöchigen Grundausbildung kommen sie an die Front, so dass sie dort kaum eine Überlebenschance haben", sagte Freier. Die Ausrufung des Kalifats durch den IS wird nach seinen Worten in der deutschen Islamisten-Szene geradezu euphorisch als historisches Ereignis begrüßt.

mod/DPA/DPA
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