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2. Juli 2008, 16:50 Uhr

Merkel ist strikt gegen Sterbehilfe

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen Sterbehilfe ausgesprochen - egal in welcher Form. Damit gibt sie zugleich die Position der Union wieder. Ein Gesetzentwurf zweier unionsgeführter Länder sieht ein Verbot der gewerbsmäßigen und organisierten Sterbehilfe vor.

Angesichts der neuen Debatte über Sterbehilfe will Bundeskanzlerin Angela Merkel härtere gesetzliche Regelungen prüfen lassen© Sean Gallup/Getty Images

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist gegen jede Form aktiver Sterbehilfe. Angesichts eines aktuell bekanntgewordenen Falles kündigte sie im Sender N24 die Prüfung schärferer rechtlicher Maßnahmen an. SPD-Fraktionschef Peter Struck warnte hingegen vor Schnellschüssen. "Bloß nicht sofort wieder irgendwelche Gesetzentwürfe, die dann doch nichts bringen", sagte er dem Sender.

Merkel betonte, sie sei "absolut gegen jede Form der aktiven Sterbehilfe, in welchem Gewand sie auch immer daherkommt". Dies sei zugleich die Position der Union, unterstrich die CDU-Vorsitzende. Zuvor hatte sich Unions-Fraktionschef Volker Kauder dafür ausgesprochen, die gewerbsmäßige und organisierte Sterbehilfe zu verbieten.

Dies sieht auch ein Gesetzentwurf vor, den die unionsgeführten Länder Bayern und Baden-Württemberg am Freitag in den Bundesrat einbringen wollen und der von weiteren Landesregierungen unterstützt wird. Beihilfe zum Suizid soll durch einen neuen Straftatbestand mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft werden. Dabei sollen die Funktionäre von Suizid-Beihilfe-Organisationen ebenso erfasst werden wie aktive Sterbehelfer.

Auslöser der Debatte ist die Sterbehilfe des ehemaligen Hamburger Justizsenators Roger Kusch bei einer 79-jährigen Frau aus Würzburg. Kusch hatte nach eigenen Angaben der Rentnerin bei der Selbsttötung durch tödliche Medikamente geholfen und Videos über die Gespräche mit ihr sowie über ihr Sterben angefertigt. Im März hatte Kusch einen Selbsttötungsautomaten präsentiert, mit dem Menschen aus dem Leben scheiden können, ohne dass ihre Helfer rechtlich belangt werden können.

Alle juristischen Wege ausloten

Schärfere Gesetze verlangte auch CDU-Ethikexperte Hubert Hüppe. "Wir sollten alle juristischen Wege ausloten. Denkbar wäre es, den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung zu präzisieren", sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Die Deutsche Hospiz Stiftung forderte, die Politik müsse Farbe bekennen und dürfe sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen. Notwendig sei im Bundesrat "ein klares rechtliches und politisches Votum, das der Organisation und Kommerzialisierung von menschenverachtender Suizidhilfe ein Ende setzt", sagte der geschäftsführende Vorstand Eugen Brysch.

Die SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann und der SPD-Politiker Christian Kleiminger lehnten Sterbehilfe ebenfalls ab, "ganz gleich ob durch Medikamente oder unmenschliche Tötungsautomaten". Die Antwort darauf biete der konsequente und flächendeckende Ausbau der Palliativversorgung, um Schwerstkranken ein schmerzfreies und würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen.

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Edzard Schmidt-Jortzig, warnte vor mehr Verboten. Es gebe Notfälle, in denen ein Betroffener keinen anderen Weg mehr sehe als die Selbsttötung. Deshalb reiche es aus, entsprechende Organisationen stärker zu kontrollieren, sagte der frühere Bundesjustizminister im DeutschlandradioKultur.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
MamfredBuchholz (04.07.2008, 20:28 Uhr)
@pitiplatsch
....erst lesen, dann schreiben. Es geht eben nicht um Fälle, die "jahrelang mit Schläuchen" daliegen und schon heute in einer Patientenverfügung lebensverlängernde Maßnahmen ausschließen können. Es geht rein um "aktive" Sterbehilfe, zu der sich diese "Probagandistin" (prust) geäußert hat.
pitiplatsch (04.07.2008, 19:23 Uhr)
Diese Uckermärkische
Probagandistin ist so hohl das es schon wehtut. Sie meint bestimmen zu müssen wenn jemand sterben darf ? Wenn jemand jahrelang ohne Bewußtsein im Bett liegt und an Schläuchen und Aparaten hängt der soll nicht sterben dürfen ? obwohl er eine Verfügung geschrieben hat das er keine Medikamente nehmen will und die Strebensverhindernden Geräte abgeschaltet werden sollen, der soll nicht sterben dürfen in Anstand und Würde ? das will die uckermärkische Probagandistin verhindern ? Da kann ich nur sagen hohl dumm geboren und nichts dazugelernt, und weg damit.
Ralf0204 (03.07.2008, 12:21 Uhr)
Interessengruppen
Es gibt eine Interessengruppen die Garantiert gegen die Sterbehilfe (Altenheime) ist!
Vielleicht soll hiermit nur Ihr Profit gesichert werden.
Frau Merkel sollte sich mal Menschen ansehen den mit 80 Jahren eine Magensonde gelegt wurde bevor Sie vor einen
Menschen würdigen Tod redet.
starmax (03.07.2008, 07:11 Uhr)
Prost Sterbehilfe!
Das war, glaube ich, in Ossiland der Spitzname für ein fürchterlich schmeckendes Bier aus Zwickau...
Schön, wie Politiker sich immer lautstark auf Nebensdächlichkeiten werfen, statt die echten Probleme (die wir wirtschaftlich schon haben und die sich fulminant verschlimmern werden!)anzugehen:

Hier leistet Frau Merkel wirklich Sterbehilfe am sozial benachteiligten Teil der deutschen Bevölkerung!!!
MamfredBuchholz (03.07.2008, 00:30 Uhr)
@Löwenherz und Isabella
mit Hinweisen auf "Hirn" sollten gerade Sie beiden sehr zurückhaltend umgehen. Mein Hinweis zielte lediglich darauf ab, dass man sich doch bitte schön zum Thema äußern sollte und nicht pausenlos off topic herumschwadronieren. Aber Dummbratzen bleiben halt Dummbratzen
Loewenherz_XL (03.07.2008, 00:01 Uhr)
Dabei haben wir doch schon die aktive Sterbehilfe durch die Bundesregierung
Nur heißt es dann halt Hartz4, unterbezahlte Zeitarbeit, Billiglöhner und 1€ Sklaven. Gerade „unsere Volksvertreter“ haben immer wieder bewiesen, dass sie die Würde der Menschen zu Lebzeiten nicht achten. Elende Heuchler, allen voran FDJ-Merkel. Selbstverständlich wirkt sich Armut und eine perspektivlose Zukunft auch auf den Lebenswillen der Betroffenen aus. „Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen sich im vergangenen Jahr 9.765 Menschen das Leben „ „Nach wie vor sterben in Deutschland mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen, Gewalttaten und Aids zusammen.“ Quelle Welt 2007.
Is2a3bella (02.07.2008, 20:55 Uhr)
@ MamfredBuchholz
Können Sie sich in die Lage z.B. unserer Bauern versetzen, die aufgrund Ihrer existentiellen Notlage in der eigenen Heimat vor nicht allzu langer Zeit, auf sich aufmerksam gemacht haben?
---
Schrecklich in diesem Zusammenhang an die Definition von Aufruhr zu denken, oder!?
Is2a3bella (02.07.2008, 20:02 Uhr)
@ MamfredBuchholz
Ok! Danke für Ihren Hinweis, daß der Kommentar wohl nicht mir galt.
---
Herr "MamfredBuchholz",
eventuell denken Sie noch eine Runde über meinen Kommentar (2.7.2008, 18:57 Uhr) nach, damit sich die Zusammenhänge auch für Sie erschließen!?
---
Oder denken Sie mal um die ein oder andere Ecke?
ecomoc4u (02.07.2008, 19:42 Uhr)
das monster merkel
was nimmt sie sich für ein menschenrecht heraus, schwerkranken die sterbehilfe zu verweigern.
.
und gleichzeitig für die elite, die todesstrafe laut grundgesetz wieder aufzuweichen.
.
ja, sie ist mittlerweile die wichtigste politikhure (in form von käuflich) im land.
MamfredBuchholz (02.07.2008, 19:20 Uhr)
@isabella
Sie waren mal ausnahmsweise nicht gemeint. Aber Ihr Kommentar ist auch wieder vom Feinsten (Kekse genascht?). Die in der Grundrechtecharta erwähnten Tötungen haben rein garnichts mit Sterbehilfe zu tun - obwohl Ihre wirklich wirren Verknüpfungen schon recht amüsant sind. Sterbehilfe erfolgt in der Regel auf Wunsch des Getöteten, während die von Ihnen erwähnten Tötungen zumeist gegen seinen Willen erfolgen. Versuchen Sie doch mal etwas zu posten, das zum Thema passt.
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