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Lindner stellt sich hinter Brüderle

27. Januar 2013, 13:44 Uhr

Der nordrhein-westfälische FDP-Chef Lindner hat Rainer Brüderle gegenüber Sexismus-Vorwürfen den Rücken gestärkt, ebenso Außenminister Guido Westerwelle. Brüderle selbst schwieg zu der Debatte.

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Der nordrhein-westfälische FDP-Chef Christian Lindner (l.) und Rainer Brüderle, Fraktionschef im Bundestag und designierter Spitzenkandidat, beim Neujahrsempfang in Düsseldorf©

Die nordrhein-westfälische FDP hat dem wegen Sexismus-Vorwürfen in die Kritik geratenen Spitzenkandidaten der Partei für den Bundestagswahlkampf, Rainer Brüderle, den Rücken gestärkt. "Wir begrüßen unseren Freund Rainer Brüderle, hinter dem wir stehen", sagte Landeschef Christian Lindner beim Neujahresempfang der NRW-Liberalen in Düsseldorf. Brüderle wurde bei dem Treffen mit prasselndem Applaus und "Bravo"-Rufen begrüßt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle, früherer Parteichef der FDP, sagte, er wisse auch aus persönlicher Erfahrung, dass es nicht leicht sei, plötzlich an der Spitze zu stehen. "Wenn man sich als Freier Demokrat an die Spitze stellt, gibt es (..) in einigen Redaktionsstuben kein Pardon mehr", rief Westerwelle. Man dürfe es nicht durchgehen lassen, wenn "Zerrbilder" von Menschen in die Öffentlichkeit transportiert würden. Brüderle selbst ging in seiner Rede nicht auf die Affäre ein.

Umfrage-Mehrheit für Entschuldigung Brüderles

Der FDP-Fraktionschef im Bundestag war erst jüngst vom Parteivorsitzenden Philipp Rösler zum Spitzenkandidaten ernannt worden. Kurz darauf hatte ein stern-Bericht in der Partei und der Bundespolitik eine Debatte über den Umgang mit Frauen entfacht. Die sexistischen Zitate Brüderles bei einer abendlichen Begegnung, über die der stern berichtet hatte, waren von FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki indirekt bestätigt worden. Der Beitrag enthalte nach seiner Kenntnis keine falschen Tatsachenbehauptungen, sagte er der "Bild am Sonntag".

In einer Umfrage, ebenfalls für die "Bild am Sonntag", forderte eine große Mehrheit der Befragten eine Entschuldigung Brüderles. Der repräsentativen Emnid-Umfrage zufolge waren 90 Prozent der Befragten der Meinung, Brüderle müsse sich bei der Journalistin entschuldigen, wenn die Vorwürfe, die sie gegen den Politiker erhoben hatte, wahr seien. In diesem Fall sprachen sich sogar 45 Prozent der Befragten für einen Rücktritt Brüderles vom Amt des Fraktionsvorsitzenden aus. Befragt wurden bundesweit 500 Bürger.

fgüs/AFP/Reuters

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