. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. Februar 2008, 16:48 Uhr

"Konflikte nehmen weltweit zu"

Horst Teltschik ist zum letzten Mal Gastgeber der Sicherheitskonferenz. Zehn Jahre lang hat der frühere Berater von Helmut Kohl als privater Veranstalter fungiert. Im stern.de-Interview zieht der 67-Jährige Bilanz.

Ein Polizist steht in München vor dem Hotel Bayerischer Hof. Hier wird die Sicherheitskonferenz stattfinden© Jörg Koch/DDP

Herr Teltschik, Sie fungieren seit vielen Jahren als der Veranstalter der Sicherheitskonferenz. Was würden Sie in einer Bilanz an erster Stelle nennen?

Die Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik ist heute die international bedeutendste Experten-Konferenz für Außen- und Sicherheitspolitik. Sie ist ein öffentliches Dialog-Forum, das jedem Bürger die Möglichkeit bietet, die zum Teil sehr gegensätzlichen Argumente der Regierungsvertreter aus den wichtigsten Ländern zu verfolgen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Immer häufiger haben Politiker die Konferenz genutzt, um neue Ideen und Vorschläge in die internationale Diskussion einzuführen.

Was ist heute an der Sicherheitskonferenz anders als noch vor zehn Jahren?

Fast alle wichtigen Akteure auf der weltpolitischen Bühne sind heute auf der Konferenz vertreten; natürlich die USA, Europa einschließlich Russland, aber auch China, Japan, Indien, Pakistan, Iran. Dazu kommen die Uno und Vertreter aus vielen Konfliktregionen. Die Konferenz ist heute ein globales Markenzeichen mit hoher Anziehungskraft.

Was ist für Sie das wichtigste persönliche Fazit?

Weltweit haben die Konflikte zugenommen. Neue Bedrohungen sind hinzugekommen. Globale Aufgaben wie zum Beispiel die Klimaveränderung, Ressourcenknappheit, wachsende Armut müssen gemeinsam gelöst werden. Gleichzeitig erleben wir die Erstarkung neuer Mächte wie China und Indien. Die Welt hat sich in den zehn Jahren dramatisch verändert, und wir haben zu wenige Experten, die Antwort zu suchen und Lösungsstrategien zu entwickeln.

Welche Sicherheitskonferenz war nach Ihrer Meinung nach die Bedeutungsschwerste?

Jede der Konferenzen wurde von Teilnehmern als die jeweils Beste bezeichnet. Etwas Besseres kann einem Veranstalter nicht geschehen. Höhepunkte gab es mehrere: die Reden der Bundeskanzler Gerhard Schröder und Angela Merkel; das Duell Rumsfeld-Fischer zum Irakkrieg; die ungeschminkte Rede von Präsident Putin, der Auftritt von UN-Generalsekretär Kofi Anan, die deutlichen Reden der amerikanischen Senatoren McCain, Liebermann oder Hillary Clinton.

Sie treten zum letzten Mal als Veranstalter auf. Welches sind Ihre Gründe dafür?

Zehn Jahre sind eine gute Zeit, Abschied zu nehmen. Jetzt soll ein Nachfolger die Chance haben, die Konferenz weiter zu entwickeln.

Wird die Sicherheitskonferenz in München bleiben?

Ja, ich kenne niemand, der etwas daran ändern will. Die Teilnehmer lieben München. Eine Verlagerung nach 44 Jahren nach Berlin würde den Charakter der Konferenz grundlegend verändern und die Konferenz gefährden.

Wissen Sie wer Ihr Nachfolger wird oder wird gar das Konzept des Treffens geändert?

Es gibt noch keine Entscheidung über einen Nachfolger und deshalb auch keine Überlegungen, etwas am Konzept zu ändern.

Haben auch die anhaltenden Proteste seit 2002 dazu beigetragen, dass Sie als Veranstalter nicht mehr weitermachen wollen?

Nein.

Fühlten Sie sich durch die Kritik an der Veranstaltung persönlich betroffen?

Nein.

Haben Sie Pläne für ein weiteres öffentliches Wirken?

Eine typische Antwort aus Bayern: Schau ma mal.

Zur Person

Zur Person Horst Teltschik ist scheidender Veranstalter der Münchner Sicherheitskonferenz. Der studierte Politologe und Historiker war viele Jahre lang einflussreicher außen- und sicherheitspolitischer Berater von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Anfang der 90er-Jahre wechselte er in die Privatwirtschaft.

Interview: Rudolf Stumberger
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
bernie-abg (08.02.2008, 22:51 Uhr)
...
...Cui bono?
Wenn man diese Frage beantwortet, hat man die Ursache von "Konflikte nehmen weltweit zu"
starmax (08.02.2008, 17:47 Uhr)
Der Mann ist Populist - oder irre?!
ob dieses also eine "Bedrohung" darstellt, ist gar nicht raus - und wenn werden es solche Typen wie Tscheltschik bestimmt n i c h t verhindern können.
Warum hinterfragt er eigentlich gar nicht die Motive für den steigenden Terrorismus?
Könnte ja sein, daß die offensichtliche Hegemonialgeilheit des Waffenbruders USA dahinter steckt, nicht wahr ?
Also, immer schön weiter die Symptome bekämpfen und drohend an die Wand malen, statt die Ursachen anzugehen, nicht wahr, Horstilein? So macht man Demokratur mit der Masse.
starmax (08.02.2008, 17:42 Uhr)
Der Mann ist Populist - oder irre !
Ob die Klimaveränderung (in welchem Umfang oder durch wen auch immer
Reality (08.02.2008, 17:01 Uhr)
Oh wie schnell doch die Überschrift gewechselt wurde.!
Das ging aber schnell.
Schon die Überschrift nach meinem ersten Kommentar gewechselt.
Sehr einsichtig.!
Jetzt heißt es nicht mehr "München diskutiert" sondern :
"Konflikte nehmen weltweit zu".
AHA ! und warum wohl ?
MEHR ZUM ARTIKEL
Sicherheitskonferenz München diskutiert über Afghanistan

Mehrere hundert hochrangige Politiker und Militärs werden zur dreitägigen Sicherheitskonferenz in München erwartet. Bei dem Treffen dürfte der Nato-Einsatz in Afghanistan das beherrschende Thema sein. Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan wird die Konferenz offiziell eröffnen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe