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8. Februar 2008, 12:25 Uhr

München diskutiert über Afghanistan

Mehrere hundert hochrangige Politiker und Militärs werden zur dreitägigen Sicherheitskonferenz in München erwartet. Bei dem Treffen dürfte der Nato-Einsatz in Afghanistan das beherrschende Thema sein. Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan wird die Konferenz offiziell eröffnen.

Hinter diesen Absperrgittern in München werden hochrangige Politiker und Militärs drei Tage lang diskutieren© Michael Urban/DDP

Begleitet von heftigen Debatten über den Nato-Einsatz in Afghanistan beginnt heute Abend die 44. Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik. Auftakt ist ein Festessen am Abend, bei dem der serbische Präsident Boris Tadic sprechen wird. Offiziell eröffnet wird das Treffen am Samstag durch den türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan.

Unter den 350 Gästen sind mehrere Staatschefs sowie rund 40 Außen- und Verteidigungsminister. Erstmals kommt der Chef der Atomenergiebehörde IAEO, Mohammed el Baradei. Das Motto der bis Sonntag dauernden Konferenz lautet: "Eine Welt in Unordnung - veränderte Machtverhältnisse - fehlende Strategien".

US-Verteidigungsminister Gates wird erwartet

Zu dem dreitägigen Treffen hochrangiger Sicherheitspolitiker aus aller Welt wird unter anderem US-Verteidigungsminister Robert Gates erwartet. Er hatte die Debatte über die Lastenverteilung in Afghanistan zuletzt mit scharfen Worten angeheizt und eine Zweiklassengesellschaft in der Nato beklagt, in der einige Verbündete allein den Blutzoll zu zahlen hätten. Auch Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, der Deutschland ebenfalls zu einem größeren Engagement in Afghanistan gedrängt hatte, kommt nach München. Reden werden auch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erwartet.

Themen der Münchner Sicherheitskonferenz werden neben der Zukunft der Nato die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen, die Türkei als Schlüsselfigur im Nahen und Mittleren Osten, die Entwicklung des Kosovos sowie Abrüstung und aktuelle Krisenherde sein.

Letzter Vorhang für Teltschik

Letztmalig wird Horst Teltschik die Konferenz leiten. Wer seine Nachfolge antritt, soll im Frühsommer feststehen. Seiner Ansicht nach übernimmt sich die Nato derzeit mit ihren vielfältigen Einsätzen. Das Bündnis sei an der Grenze seiner Möglichkeiten angelangt, sagte der ehemalige Kanzlerberater im "Deutschlandradio Kultur" kurz vor Beginn der Konferenz.

Linke Gruppierungen haben zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Die Polizei rechnet mit bis zu 6000 Teilnehmern. 3700 Polizisten sind im Einsatz.

zen/DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Digitalus (08.02.2008, 19:42 Uhr)
Deutschland...
wird durch die Ausweitung des Einsatzes in Afghanistan mehr und mehr zur Zielscheibe islamistischer Attentäter.
Der Einsatz der Soldaten bekämpft keinen Terror, sondern die Gewalt wird auf Deutschland zurückfallen. Die Soldaten müssen wissen, dass sie ihrem Heimatland einen Bärendienst erweisen.
Die Bevölkerung steht nicht hinter diesem Einsatz. Sie verteidigen nicht ihre Heimat, sondern beschwören Gefahren für sie herauf.
Die Politiker die sie dort hinschicken, sind in falscher Dankbarkeit und mangender Souveränität gegenüber der US-Regierung gefangen.
Wenn die ersten toten und verstümmelten Soldaten zurückkommen, werden diese Politiker wieder ihre ergreifenden Reden halten und nach einer Woche sind die Opfer und deren Angehörige vergessen.
Die Lehren aus dem 2.Weltkrieg sind heute längst vergessen.
emanuel (08.02.2008, 18:59 Uhr)
Sicherheitskonferenz München
Bei dieser Konferenz geht es doch letztendlich nur um eins.Die Amerikaner wollen doch von unseren Politikern nur wissen, wie viele Soldaten wir bereit sind in den Tot zu schicken. Haben wir Deutschen in der Vergangenheit nicht schon genug Krieg geführt? Haben in unserer Vergangenheit nicht schon genug Mütter um ihre Söhne geweint? Haben in unserer Vergangenheit nicht schon genug Kinder um ihre Väter geweint? Ich bin der Meinung wir haben in Kriegerischer Mission nichts mehr in fremden Ländern verloren!!! Vielleicht sollten ja die, die solche Entscheidungen treffen, sich selbst in diese Kriegsgebiete begeben und sich die Kugeln um die Ohren fliegen lassen. Oder sie sollten ihre eigenen Kinder in das Kriegsgebiet schicken, so fern sie Volljährig sind. Und vielleicht, aber nur vielleicht kommen ihnen dann solche Entscheidungen, andere in den Tot zu schicken nicht mehr in den Sinn. Nun werden einige sagen, dass dient doch dem Erhalt des Friedens oder wir müssen auch unseren Beitrag in der NATO leisten.Aber das alles ist nur eine Frage der Definition. Wer Gewalt benutzt um ( Frieden )zu erhalten, hat immer Unrecht.
Reality (08.02.2008, 16:52 Uhr)
Überschrift läßt auf anderes schließen
Pardon, aber warum solch eine Überschrift.
Täuschung oder was soll es suggerieren ?
München diskutiert doch nicht.
Es sind doch die Amerikaner mit ihren Verbündeten.
Und Diskussion, was für eine Diskussion, traut sich einer überhaupt etwas anderes als die gängige Meinung der Amerikaner zu vertreten ?
Besser würde sich eine Überschrift machen, welch z.B. lautet.:
"Amerikaner treffen sich mit ihren Verbündeten um sie wieder mal auf Linie zu bringen."
Armes Amerika, arme amerikanische Bürger, und arme Europer welch eine Schau wird da wieder mal veranstaltet. ?
deholgi (08.02.2008, 15:34 Uhr)
Wieso werden eigentlich immer in Europa
solche Konferenzen abgehalten?
Die doch eh nur den Interessen der Amerikaner nützen. Dann können die doch auch mal das eine oder andere konspirative Meeting der Mächtigen abhalten. Ist eh das sicherste Land der Welt, da kommt durch die ganzen Sicherheitscheck kein Terroristi mehr rein, und wenn werden die am Flughafen gleich standesrechtlich erschossen.
Also, warum soll z.B. der Deutsche Bürger immer für solch ein Schmarrn aufkommen?
deholgi (08.02.2008, 15:28 Uhr)
Tolles Verhältnis
6000 Demonstranten werden erwartet, von 3700 Polizisten. Geht den Polizisten nicht jetzt schon der Arsch auf Grundeis? Das ist ja fast ein Verhältnis 2:1.
Ich würde mich als Cop da nicht hintrauen, das sind doch bestimmt alles pöse pöse linke Randalen ;-))
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