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10. Februar 2008, 11:44 Uhr

Zuckerbrot und Peitsche

Einerseits kritisiert US-Verteidigungsminister Robert Gates die mangelnde Risikobereitschaft der Nato-Verbündeten beim Afghanistan-Einsatz. Andererseits lobt er den deutschen Einsatz. Der beschränkt sich aber auf den weniger umkämpften Norden Afghanistans.

Lobte und tadelte das Engagement der Deutschen in Afghanistan: US-Verteidigungsminister Robert Gates© Diether Endlicher/AP

Die USA erklären den Kampf gegen den Terror in Afghanistan zur Existenzfrage für die Nato. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz warf US-Verteidigungsminister Robert Gates europäischen Verbündeten Versagen im umkämpften Süden Afghanistan vor. Pläne Deutschlands, in diesem Jahr mindestens 1000 Soldaten mehr an den Hindukusch zu schicken, konnten Gates Generalabrechnung nicht entschärfen. Die Bundesregierung lehnt weiter strikt ab, Soldaten in den Süden zu entsenden, wo die Nato gegen die radikal-islamischen Taliban kämpft.

Angesichts zahlreicher Krisenherde rund um den Globus pochte Russland Vizeregierungschef Sergej Iwanow auf eine gleichberechtigte Führungsrolle neben den USA beispielsweise bei der Abrüstung und Rüstungskontrolle. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan reklamierte mit Blick auch auf das Blutvergießen im Nahen Osten eine zentrale Vermittlerrolle seines Landes.

Nach den scharfen Worten Gates ist klar, dass die Nato-Staats- und Regierungschefs Anfang (2. bis 4.) April in der rumänischen Hauptstadt Bukarest einen Ausgleich in dem eskalierenden Streit um die Lastenverteilung finden müssen.

Die truppen sollen aufgestockt werden

"Deutschland ist vielleicht ein wenig überempfindlich", sagte Gates und lobte ausdrücklich das Engagement der derzeit 3300 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Ohne die Bundesregierung beim Namen zu nennen, legte Gates in der Kontroverse nach. "Die Tatsache, dass es zerbrechliche Koalitionsregierungen gibt, macht es schwierig, Risiken auf sich zu nehmen."

Gates warnte erneut vor einer Spaltung des Bündnisses. "In der Nato dürfen einige Alliierte nicht den Luxus haben, ausschließlich auf zivile und stabilisierende Operationen zu setzen und damit andere Alliierte zwingen, einen unangemessenen Anteil am Kämpfen und am Sterben zu übernehmen", sagte er. "Eine solche Entwicklung mit all ihren Konsequenzen würde die Allianz zerstören."

Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa am Rande der Sicherheitskonferenz erfuhr, arbeiten Außen- und Verteidigungsministerium an einem Vorschlag für den Bundestag. Die Obergrenze soll von derzeit 3500 Soldaten möglichst auf mindestens 4500 erhöht werden, um mehr Spielraum für den Einsatz zu haben. Zudem sei geplant, das Einsatzgebiet in den Westen Afghanistans auszudehnen. Zunächst hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet.

Russland bekräftig Machtanspruch

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte zu den Berichten: "Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich über zukünftige Mandate keine Ausführungen mache." Wie es weiter hieß, gibt es Überlegungen, das Mandat für länger als ein Jahr zu beschließen, um den Afghanistan-Einsatz aus der Bundestagswahl 2009 herauszuhalten. Die Entscheidung steht spätestens im Oktober an.

Auch mit Blick auf die Lage in Afghanistan forderte der türkische Ministerpräsident Erdogan mit Nachdruck die Anerkennung der strategischen Bedeutung seines Landes und faire Verhandlungen über einen Beitritt zur Europäischen Union. Der Beitritt wäre ein positives Signal für die gesamte muslimische Welt. Die Türkei könne für politische und wirtschaftliche Stabilität sorgen und eine Allianz zwischen den Kulturen garantieren. Mit dem Beitritt ist nicht vor 2015 zu rechnen.

Nachdem der im März scheidende russische Präsident Wladimir Putin bei der Sicherheitskonferenz 2007 mit einer fulminanten Rede den Großmachtanspruch seines Landes eingefordert hatte, setzte sein stellvertretender Ministerpräsident Sergej Iwanow in München den Kurs fort. 2020 wolle Russland zu den fünf größten Volkswirtschaften gehören, sagte Iwanow. Russland müsse einen "angemessenen Platz" in der Weltpolitik einnehmen. Zugleich betonte Iwanow, Russland und die USA hätten die Pflicht, gegen die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu kämpfen. Im Streit um das iranische Atomprogramm warnte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Staatengemeinschaft davor, mit dem Druck auf das Land nachzulassen. Iran müsse die bestehenden Befürchtungen "glasklar" entkräften.

Zum Abschluss der von mehreren tausend Polizisten stark gesicherten Konferenz gab der nach zehn Jahren scheidende Organisator Horst Teltschik vor den 350 Gästen seinen Nachfolger bekannt, es wird der jetzige deutsche Botschafter in Grobritannien, Wolfgang Ischinger.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 19)
 
heiner5362 (11.02.2008, 19:24 Uhr)
ach nochwas
die bush-administration beschliesst in ihren letzten atemzügen eine aufstockung des militärhaushaltes um 350- 450 MILLIARDEN dollar gegenfinanziert mit kürzungen um diesen betrag in sozialer hinsicht.
WAS FÜR EIN ERLEUCHTETER PRÄSIDENT!!!
dieser verbrecher bedient seine klientel(die reichen und reichsten amerikas - originalton einer ansprache zu wahlkampfzwecken)
mit geldern die nicht ihm gehören.
TERRORGEFAHR
geht nur von den amis aus weil sie provozieren bis aufs blut um ihre scheissbomben abwerfen zu können.
die ami-militärindustrie braucht absatzmärkte.
hätte man die ganzen verballerten kröten (unter eigensicherung) dem afghanischen volk zugute kommen lassen, na was wäre denn heute ???
die hätten kibbuze gegründet wie die geschundenen israelis am mittelmeer.
NUR HABEN SIE DIE FALSCHE RELIGION !!!
die kommunistische bedrohung ist tot,
da muss der islam dran glauben.
die finte mit dem anschlag war genial gefaket
denn warum waren in diesem riesenkomplex so wenig (5.000) leute zugegen ???
das verlogene verbrecherpack geht immer über leichen.
die rüstungsindustrie hat volle auftragsbücher und teilhaber bush volle taschen.
und nochmal 450 milliarden drauf...
aufgrund der starken wirtschaftlichen entwicklung des eu-raumes sollte man den amis wirklich mal zeigen wo der hammer hängt.
und sich mehr an den asiatischen raum binden.
usa ist ein auslaufendes modell und es wird ohne kampf nicht ausgehen bei dieser deportierten-population.
heiner5362 (11.02.2008, 18:52 Uhr)
ach nee
die "siegermächte" möchten mal wieder bestimmen.
auf einmal sind die deutschen wieder fürs töten gut ???
wer sich ins kielwasser dieser durchgeknallten nation begibt geht unter.
WAS haben wir da zu suchen während anderenorts zigtausende schwarze flüchtlinge sterben ???
ja U.S.A., in den ARSCH kriechen.
und wer provoziert TERROR ???
durchgeballerte amis mit allmachtsphantasien gekoppelt mit ihren vom geheimdienst provokativen anschlägen zur selbstrechtfertigung.
finger weg sag ich da nur, mit völkermördern macht man sich nicht gemein.
alles raus aus afghanistan und helfen z.B. in darfur.
aber da gibt es ja keine wirtschaftlichen interessen.............
peterdevries (11.02.2008, 13:11 Uhr)
@stesocom
Kommentare in ordnung, aber hoer bitte auf Werbung zu machen durch links auf deine Webseite zu schalten. Das hat hier nichts zu suchen.
ganzbaf (11.02.2008, 10:42 Uhr)
Raus aus der NATO, jawohl,
Deutschland sollte sich mit Schweiz und Norwegen zu einem "Neutralen Militärpackt" mit reiner Devensif-Strategie zusammenschließen... ;-Ü
.
Die "Offensive" darf nur - völlig unabhängig von wirtschaftlichen und machtpolitischen Partikularinteressen - von den Vereinten Nationen (UN) unternommen werden. Streng nach Völkerrecht, und zur Einhaltung der Menschenrechte/Schutz vor Mord und Totschlag.
Dafür, und nur dafür, sollten Militärkontingente für eine "robuste" internationale Friedenstruppe abgestellt werden.
peterdevries (11.02.2008, 10:28 Uhr)
@daisan
Wenn 86% der Deutschen gegen den Einsatz sind, sollte Deutschland aussteigen. Aber dann ist es auch getan mit der NATO. Nochmal: Deutschland hat mitentschieden dort mitzumachen, und sollte dann auch die gleiche Last tragen.
Entweder ganz oder gar nicht.. Wenn gar nicht, dann auch raus aus der NATO. Da hat Deutschland dann auch nichts zu suchen.
stesocom (11.02.2008, 10:07 Uhr)
Gates überrascht über dt Erfolge in Afghanistan !!!
Soldaten sollen nicht schießen und Morden, sondern helfen und bauen. Das ist der wirkliche Kampf gegen den Terrorismus!!
Die Bundeswehr engagiert sich vorbildhaft in Afghanistan. Sie hilft z. B. dabei, die völlig beschädigte Infrastruktur – ob es sich nun die Sanierung der Straßen oder der Aufbau von Schulen, Krankenhäuser, Ämtern etc.pp handelt – zu reparieren. Sie arbeiten für den Aufbau einer funktionstüchtigen Polizei, um die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten zu können.
In meine Augen handelt es sich hier nicht um einen Kriegseinsatz, sondern um eine humane Hilfestellung der Bundesrepublik Deutschland. Der Norden Afghanistan gilt im Verhältnis zum Rest des Landes als relativ sicher. Die Bevölkerung ist den deutschen Soldaten sehr dankbar. Sie sehen diese nicht als militärische Besatzungsmacht, sondern als Menschen in Uniform, die gekommen sind zu helfen. Anschläge auf das deutsche Kontingent sind daher äußerst selten. Würden deutsche Soldaten, wie ihre amerikanischen Alliierten, unbedachte Bombardements durchführen, wäre sicherlich auch der Norden verloren. Die U.S. Administration unter George W. Bush hat bis dato nicht verstanden, dass eine Terrorismusbekämpfung ohne die Mithilfe der Bevölkerung unmöglich bewältigt werden kann. Die Afghanen wünschen sich nicht mehr als ein friedliches Leben. Selbstverständlich haben deshalb 99 Prozent der Bevölkerung etwas gegen fanatische Islamisten, die in Namen Mohammeds gegen den dekadenten westlichen Lebensstil aufbegehren, und verabscheuen diese in jeder Beziehung. Sollten Amerikaner, Kanadier und Briten weiter eine so aggressive Interventionspolitik betreiben und sich als Besatzungsmächte aufspiele, verspielen sie jedes Vertrauen und Ansehen der westliche Welt – leider auch das Ansehen Deutschlands !!! - , so dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Bevölkerung gegen diese Länder vorgehen werden. Infolgedessen hat Deutschland das beste Engagement in Region gezeigt. Mit friedlichen Mitteln und der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung gegen den Terrorismus.
Aber das Ende der Bush – Regierung wird ja im Januar 2009 kommen; falls der leicht unterbelichtete Mensch namens George Walker nicht noch Krieg gegen den Iran anfängt.......
Stesocom (www.soppe-stefan.de)
ganzbaf (11.02.2008, 10:03 Uhr)
Uns mußte in den letzten 40 Jahren niemand beschützen.
Und wenn, dann nur weil Deutschland wieder mal einen Weltkrieg angezettelt hatte.
Dann darf man sich hinterher aber auch nicht beschweren, wenn man vom Sieger okkupiert wird.
.
Außerdem ist Deutschland und halb Europa von der amerikanisch und NATO initiierten Gladio-Geheimarmee über Jahrzehnte terrorisiert worden.
Schöne Verbündete.
testsieger2006 (11.02.2008, 07:16 Uhr)
@Fiasko
hahaha... man muss schon Türke sein, um zu glauben, die Türkei habe eine schlagkräftige Armee. Ausgemusterte,alte, geschenkte Waffen der Verbündeten, ABC-Schutzanzüge in Platiktütenqualität. Das ist keine Armee, das ist ein Haufen Leute mit alten Holzgewehren. Ein alter Opel Kadett mit 55 PS ist ja auch ein Ferrari.Alles klar. Herr, wirf Hirn vom Himmel!
Wie soll man mit (Großmacht-)Träumern diskutieren.... lächerlich.
Es war wichtig die Taliban zu vertreiben. Dieses mittelalterliche Regime diente als sichere OP-Basis. Wir sind nunmal nach den Engländern der 3.wichtigste Verbündete der USA und haben 40 Jahre lang den Schutz der NATO und speziell der USA genossen. Wir stellen gerade mal 10% der in AFG stationierten Truppe und wollten typisch deutsch wieder alles zu 110% machen. d.h niemanden töten, keinen verlieren, sondern Brunnen und Schulen bauen. So wird das nicht funktionieren.
Fiasc0 (11.02.2008, 00:23 Uhr)
So iss es!
Da daisan schon die eiskugeln vorlegt ( danke ) mach ich die Sahne drauf.
Muss sich DE daran beteiligen?
Gegen WEN! richtet sich der Krieg gegen Terror?
NATO Bündnis ist eine feine Sache, jedoch WER nutzt es?
btw: Die Türkei ist militärisch nach den USA der stärkste NATO Partner! Nur damit keine Missverständnisse aufkommen.
hevosenkuva (10.02.2008, 21:39 Uhr)
Robert who?
Gates? Verteidigungsminister USA? Und was hat der hier zu kamellen? Der hat doch mehr als genug eigene Probleme.
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