. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
16. August 2006, 17:10 Uhr

Atomkraftwerk Brunsbüttel gefährdet

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ist auf Störungen schlechter vorbereitet als der schwedische Pannenreaktor Forsmark. Die Umwelthilfe fordert Umrüstung oder Abschaltung.

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel soll erhebliche Sicherheitsmängel aufweisen© Fabian Bimmer/AP

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel in Schleswig-Holstein muss aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) abgeschaltet oder nachgerüstet werden. "Brunsbüttel ist auf Störfälle schlechter vorbereitet als der schwedische Pannenreaktor Forsmark", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Mittwoch in Berlin. Die Notstromaggregate könnten bei einem Stromausfall den Betrieb der Kontroll- und Steuertechnik nicht gewährleisten. Die Einschätzung des Umweltverbandes basiere auf internen Unterlagen, unter anderem von Kraftwerkstechnikern oder von der Reaktorsicherheitskommission der Bundesregierung.

Den zuständigen Behörden seien die Sicherheitsmängel bekannt, nur aus Angst vor Schadenersatzforderungen hätten sie bisher noch nichts unternommen, erklärte Resch. Die Betreiber der deutschen Kernkraftwerke hatten für ihre Anlagen einen Störfall wie im Atommeiler im schwedischen Forsmark ausgeschlossen, bei dem Ende Juli Probleme bei der Notstromversorgung aufgetreten waren. Als Folge davon stand das Kraftwerk schwedischen Medienberichten zufolge kurz vor einer Kernschmelze. "Die Behauptung der Betreiber, ein Störfall wie in Schweden sei in deutschen Reaktoren nicht möglich, ist definitiv falsch", sagte Resch.

"Schließen oder Technik auswechseln"

Laut DUH wäre es aus Sicherheitsgründen fatal, Brunsbüttel erst 2009 vom Netz zu nehmen, wie es im Atomausstiegs-Vertrag vorgesehen sei. Die Energiekonzerne Vattenfall und EON als Betreiber des Kraftwerks sollten es sofort schließen oder die komplette Sicherheitstechnik auswechseln. Für einen Austausch beziffert die Umwelthilfe die Kosten auf geschätzte 150 Millionen Euro. "Ein Abschalten wäre für die Konzerne wohl ökonomisch sinnvoller", sagte der Leiter Politik der DUH, Gerd Rosenkranz. Von Vattenfall, Mehrheitseigner des Atomkraftwerkes, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Das Kernkraftwerk in Brunsbüttel an der Elbmündung ist eines von 17 Atommeilern zur Stromproduktion in Deutschland. Der im Jahr 2000 von der rot-grünen Koalition auf den Weg gebrachte Atomausstieg sieht vor, sie schrittweise bis 2021 vom Netz zu nehmen. In den zurückliegenden Wochen hatten Unionspolitiker immer wieder versucht, am Atomausstieg zu rütteln.

Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Störfall Wie sicher sind deutsche AKWs?

Nach dem Atom-Störfall in Schweden ist ein Streit um die Sicherheit der deutschen Kernkraftwerke entbrannt. Die AKW-Betreiber sagen, der Fall sei nicht auf Deutschland übertragbar. Die Atomkraftgegner fordern den Ausstieg. mehr...

Rohstoffe Energie für Deutschland

Ohne Strom, Gas und Erdöl bleiben unsere Wohnungen kalt und dunkel, die Volkswirtschaft würde zusammenbrechen und wir müssten leben, wie zu Großmutters Zeiten. Doch diese Rohstoffe halten nicht ewig - und was kommt dann? mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe