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Sigmar Gabriels Frau belästigt und bedroht

Direkte Folge der persönlichen Angriffe des türkischen Präsidenten Erdogan gegen Außenminister Sigmar Gabriel: Die Familie des SPD-Politikers sieht sich Drohungen ausgesetzt.

Sigmar Gabriel mit Ehefrau Anke

Sigmar Gabriel und seine Ehefrau Anke. Die Zahnärztin fand Drohungen auf dem Anrufbeantworter ihrer Praxis.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat über persönliche Drohungen gegen seine Familie berichtet, die im Zusammenhang mit den aktuellen Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan stünden. "Über die Art und Weise, wie Erdogan das macht, fühlen sich einige offensichtlich motiviert und versuchen, meine Frau zu bedrängen und zu belästigen", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei "ein schlimmes Ergebnis". Wie die in Ludwigshafen erscheinende "Rheinpfalz" berichtete, seien auf dem Anrufbeantworter der Zahnarztpraxis von Gabriels Ehefrau Anke Drohungen hinterlassen worden.

Vor einem Monat hatte die Bundesregierung ihren moderaten Kurs gegenüber Erdogan aufgegeben. Gabriel ließ die Reisehinweise verschärfen und warnte deutsche Unternehmen vor Investitionen in der Türkei. "Ich glaube, dass wir auf eine längere Strecke diese neue Politik fortführen müssen und nicht glauben dürfen, in ein paar Wochen ist das erledigt", hatte Gabriel jüngst in einem Interview gesagt.

Sigmar Gabriel: Wenn die Spitze eines Staates anfängt ...

"Wenn die Spitze eines Staates anfängt, derartig gegenüber Personen vorzugehen, gibt es leider Menschen, die meinen, sie hätten das Recht, dann auch noch persönliche Bedrängnisse zu organisieren", sagte Gabriel bei einer "Europapolitischen Schiffstour" mit dem saarländischen SPD-Spitzenkandidaten Heiko Maas im saarländischen Perl. Dies sei leider in seiner Familie passiert.

Polizei: Ein Anruf ist nicht strafbar

Die Polizei in Goslar hat den Anruf bei Gabriels Ehefrau bestätigt. Eine Überprüfung habe aber ergeben, "dass nach erster Einschätzung keine Straftatbestände erfüllt sind", hieß es weiter in einer Mitteilung. Der Anrufer sei identifiziert worden und polizeilich bekannt. Eine Gefährdungslage, "die über die allgemeine Gefährdungseinschätzung des Bundesaußenministers hinausgeht", lässt sich aus dem Telefonat laut Polizei aber nicht ableiten.

dho/DPA

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