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Kann man Islamisten mit Fußfesseln von Silvesterpartys fernhalten?

Die Polizeigewerkschaft will islamistische "Gefährder" vor öffentlichen Großveranstaltungen mit Fußfesseln ausstatten. Etwa zu einer Silvesterfeier am Brandenburger Tor sollen diese dann nicht gehen dürfen. Derweil geht in Europa die Terrorangst um.

Fußfessel

Eine elektronische Fußfessel zur Überwachung von Personen. Nach dem Willen der Polizeigewerkschaft sollen bekannte islamistische Gefährder solche Geräte zu Großveranstaltungen tragen.

Der Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, fordert, gefährliche Islamisten von Großveranstaltungen wie der Silvesterfeier in Berlin notfalls mit Fußfesseln fernzuhalten. "Jemand der in Syrien für den Islamischen Staat gekämpft hat, muss nicht zur Silvesterfeier vor das Brandenburger Tor gehen", sagte Wendt der "Welt". Sogenannte Gefährder würden im Vorfeld von Großveranstaltungen bereits darauf hingewiesen, diese nicht zu besuchen. Dies müsse jedoch strenger überwacht werden, forderte Wendt.

"Bei Großveranstaltungen, wie der Silvesterfeier in Berlin, müssen Betretungsverbote gegenüber gefährlichen Islamisten ausgesprochen werden, und notfalls mit Fußfesseln überwacht werden", sagte der Chef der Polizeigewerkschaft. "Wenn man weiß, von einer Person geht eine Gefahr aus, dann müssen die Sicherheitsbehörden mehr tun, als sie nur anzusprechen."

Terrorangst an Silvester in europäischen Hauptstädten

Für die Silvesterfeier am Brandenburger Tor gelten wie in anderen europäischen Hauptstädten auch verstärkte Sicherheitsvorkehrungen. Voraussichtlich sind rund 900 Polizisten und damit 150 mehr als im Vorjahr im Einsatz. Zudem gilt auf der gesamten Festmeile ein Rucksackverbot. Auch große Taschen und Koffer sind nicht erlaubt. In der belgischen Hauptstadt Brüssel wurden aus Angst vor Anschlägen das Silvesterfeuerwerk und alle anderen öffentlichen Neujahrsfeierlichkeiten abgesagt. Dort waren nach Razzien am Sonntag und Montag zwei Verdächtige festgenommen worden, die zu Silvester Anschläge an symbolischen Orten Brüssels geplant haben sollen. Die Bedrohung wurde als "ernsthaft" eingestuft.

In der türkischen Hauptstadt Ankara wurden am Mittwoch zwei mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) festgenommen, die Anschläge zum Jahreswechsel geplant haben sollen. Durch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Ankara und den Einsatz der Polizei sei es gelungen, die von den IS-Mitgliedern geplanten Bombenattentate zu vereiteln, erklärte die Provinzregierung. Medienberichten zufolge planten die Verdächtigen am Silvesterabend Selbstmordanschläge im Zentrum von Ankara.

Zu Silvester viele Polizisten in Paris

In der französischen Hauptstadt Paris sollen in der Neujahrsnacht 11.000 Polizisten, Soldaten und Feuerwehrmänner für Sicherheit sorgen, 2000 mehr als noch 2015. Ein geplantes Feuerwerk wurde gestrichen und eine Lichtershow auf dem Triumphbogen gekürzt. Der Rote Platz in Moskau, wo sonst zehntausende Menschen das neue Jahr begrüßen, wird erstmals abgesperrt. Laut offizieller Begründung soll dort ab Mitternacht eine Fernseh-Liveshow stattfinden, Zugang gebe es nur mit speziellen Eintrittskarten. Die Mitteilung kam indes vom Sicherheitschef der Stadt Moskau, Alexej Majorow, so dass Sicherheitsgründe für die Entscheidung naheliegen.

Feierlaune herrscht hingegen im australischen Sydney. Die Stadt wird als eine der ersten Metropolen das neue Jahr einläuten. Das Feuerwerk an der Harbour Bridge und der berühmten Opfer soll das größte in der Geschichte der Stadt werden. Mehr als eine Million Besucher werden dazu erwartet.

fin/AFP
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