CDU-Politiker wollen junge Eltern mehr unterstützen

17. Dezember 2012, 13:46 Uhr

Tortz Herdprämie und Elterngeld wird das Kinderkriegen in Deutschland laut einer Studie unattraktiver. Unionspolitiker fordern mehr Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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Kindergarten in Frankfurt an der Oder: Bei vielen jungen Leuten tritt der Wunsch nach Nachwuchs in den Hintergrund.©

Führende CDU-Politiker halten angesichts einer neuen Studie zur Geburtenentwicklung mehr Hilfe bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für notwendig. Der Untersuchung zufolge wird das Kinderkriegen in Deutschland immer unattraktiver. Die Christdemokraten wiesen jedoch von sich, dass die Politik für rückgängige Geburtenzahlen die Schuld trage.

Das Bundesfamilienministerium betonte, Kindertagesstätten würden weiter ausgebaut, das Elterngeld werde nicht gekürzt, Betreuungsgeld werde eingeführt. Die Wirtschaft müsse mehr Engagement zeigen. "Mehr Betriebskindergärten, mehr Anerkennung von Teilzeitarbeit - das müssen die Unternehmen als Investition und nicht als Belastung wahrnehmen", sagte eine Sprecherin.

Als Gründe für die sinkende Geburtenrate nennt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung vor allem die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Hinzu komme fehlende gesellschaftliche Anerkennung für berufstätige Mütter. Das kulturelle Leitbild von einer "guten Mutter", die Zuhause bei den Kindern zu bleiben habe, sei vor allem in den alten Ländern so stark verbreitet, dass berufstätige Frauen sich eher gegen ein Kind entschieden.

"Die Politik kann das Kinderkriegen nicht übernehmen"

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sagte vor einer CDU-Präsidiumssitzung, es gebe gesellschaftlich noch viel zu tun. Viele junge Leute wünschten sich Kinder, würden dann aber in ihrer Ausbildung schon so stark gefordert, dass dieser Wunsch in den Hintergrund gerate. Es seien viele Barrieren im Weg. "Die müssen wir abräumen." Studienpläne müssten wieder entfrachtet werden. "Wir dürfen unsere jungen Leute nicht permanent überfordern, dass dann am Ende für Kinder wirklich keine Zeit mehr zu sein scheint."

Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sagte, auch Mütter seien auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Mit Blick auf das beschlossene Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder zuhause erziehen fügte sie hinzu: "Ich glaube kaum, dass eine bestausgebildete Mutter sechs Jahre zuhause bleibt, wenn sie zwei Jahre lang 150 Euro bekommt."

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte: "Die Politik kann das Kinderkriegen nicht selbst übernehmen." Ihre Aufgabe sei es, Paaren mit Kindern das Berufs- und Familienleben zu erleichtern. Er glaube aber auch nicht, dass Kinderkriegen in Deutschland nicht mehr attraktiv sei. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich sagte: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

fro/DPA
 
 
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