20. Dezember 2011, 13:49 Uhr

Ältestenrat zerstreitet sich im Fall Wulff

Hat Bundespräsident Christian Wulff während seiner Amtszeit in Hannover gegen das Ministergesetz in Niedersachsen verstoßen? Der Ältestenrat des Landes bricht seine Beratungen nach kurzem Streit ab.

Christian Wulff, Bundespräsident, Kreditaffäre, Urlaubsliste, Flitterwochen, Ältestenrat, Niedersachsen, Ministerpräsident, Geerkens, Baumgartl, Merkel, Maschmeyer, Kampagne, Buch, Anzeige

Der Ältestenrat in Niedersachsen besteht aus 17 Mitgliedern, die von den Fraktionen benannt werden©

Hat Bundespräsident Christian Wulff in seiner Amtszeit als Ministerpräsident als Niedersachsens gegen die Regeln des Ministergesetzes verstoßen? Am Dienstag befasste sich der Ältestenrat des Landtags in Hannover mit den Vorwürfen gegen Wulff - und kam zu keinem Ergebnis.

Die Sitzung in Hannover wurde nach kurzer Zeit abgebrochen, weil Abgeordnete der Regierungsfraktionen und der Opposition darüber stritten, ob sich das Gremium überhaupt mit dem Fall befassen soll. CDU und FDP erklärten, der Ältestenrat sei nicht das zuständige Gremium. Aus der SPD hieß es dagegen, die Regierung zeige eine "destruktive Haltung".

Von der Opposition beantragt

Die Opposition von SPD, Grünen und Linken hat die Sitzung beantragt. Sie werfen Wulff vor, in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident auf eine Anfrage zu den geschäftlichen Beziehungen zu Unternehmer Egon Geerkens nur die halbe Wahrheit gesagt zu haben. Er hätte erwähnen sollen, dass er einen Kredit über 500.000 Euro von Geerkens Frau bekommen hatte.

Der Ältestenrat gilt als Unterstützung in parlamentarischen Angelegenheiten. Er beschließt die Sitzordnung im Landtag, berät über den Terminplan und die Tagesordnung der Plenarsitzungen. Das Gremium besteht aus 17 Mitgliedern, die von den Fraktionen benannt werden.

fw/DPA
 
 
Jetzt bewerten
0 Bewertungen
MEHR ZUM ARTIKEL
Kreditaffäre von Bundespräsident Wulff Maulfaul ins Schlamassel

Keine Demut, keine Entschuldigung: Experten bewerten Christian Wulffs Umgang mit der Kreditaffäre als "Katastrophe". Seine Kommunikation verschlimmert die Affäre nur.

Kreditaffäre des Bundespräsidenten Die Kanzlerin stützt Wulff

Christian Wulff bleibt in Bedrängnis. Ab heute können die Unterlagen seines umstrittenen Privatkredits eingesehen werden. Auch Angela Merkel bemüht sich derweil um Rückendeckung für den Präsidenten.

Kreditaffäre des Bundespräsidenten Die Wulffs zu Gast bei Freunden

Christian Wulff deckt auf: Er hat mehrmals Urlaube bei reichen Freunden verbracht. Darunter waren auch seine Flitterwochen. Tag sechs der Affäre um Hauskredit und Freundschaftsdienste.

Kreditaffäre des Bundespräsidenten Wulff veröffentlicht private Urlaubsliste

Bundespräsident Christian Wulff hat eine Liste mit privaten Urlaubsreisen veröffentlicht, bei denen er Gast von Freunden war. Nicht immer soll er gezahlt haben.

Präsident Wulff verteidigt Privatkredit "Das muss man verantworten - das kann ich"

Fürs ZDF hat Bundespräsident Christian Wulff die Weihnachtsgeschichte gelesen. In eigener Sache solle er keine Geschichten mehr erzählen, fordert die Opposition. Wulff glaubt sich der Kritk gewachsen.

Kredit-Affäre des Bundespräsidenten Wulff und die bösen R-Worte

Rechtsverstoß und Rücktritt: An Tag fünf der Debatte um Bundespräsident Christian Wulff wird der Ton rauer.

Vorwürfe gegen den Bundespräsidenten Geerkens verteidigt Privatkredit an Christian Wulff

Während Christian Wulff zu Vorwürfen gegen ihn weiter schweigt, verteidigt der frühere Unternehmer Egon Geerkens den Bundespräsidenten. In einem Zeitungsbericht verteidigte er den umstrittenen Privatkredit als reinen Freundschaftsdienst.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (25/2013)
Lust auf Rezept