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5. Januar 2009, 11:49 Uhr

"Geisterfahrer"-Vorwürfe gegen Althaus

Der Ski-Unfall von Dieter Althaus, der für eine vierfache Mutter tödlich endete, hat für den thüringischen Ministerpräsidenten möglicherweise auch juristische Folgen: Medienberichten zufolge befand sich Althaus "eindeutig" auf der falschen Piste, wäre somit als "Geisterfahrer" unterwegs gewesen.

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Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus kann sich an den Unfall bislang nicht erinnern© Stefan Thomas/DPA

Der genaue Unfallhergang ist noch ungeklärt. Dennoch werden einige Tage nach dem Ski-Unfall des thüringischen Ministerpräsidenten, den eine vierfache Mutter mit ihrem Leben bezahlte, erste Anschuldigungen gegen Dieter Althaus laut.

Fest steht bis dato nur, dass Althaus mit der slowakischen Urlauberin Beata C. bei einer Geschwindigkeit von rund 50 km/h an einer breiten Pistenkreuzung zusammenstieß. Die 41-Jährige starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus, Althaus wurde mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma in die Klinik gebracht und verlor noch auf dem Weg das Bewusstsein.

Althaus, Dieter Althaus, Ministerpräsident, Ski-Unfall, Skiunfall, Riesneralm, Österreich, Beata C.

Die stern.de-Montage basiert auf einem von der Alpinpolizei Liezen herausgegebenen Foto. Die Pfeile zeigen die Fahrtrichtungen der Unfallgegner und die genaue Unfallstelle auf der Piste© stern.de-Infografik nach Polizeifoto/DDP

Bereits kurz nach dem Unfall nahm die österreichische Justiz Ermittlungen gegen Althaus auf. Nach Aussage des zuständigen Staatsanwalts Walter Plöbst sei routinemäßig ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet worden. Allerdings haben sich die Ermittler bislang nicht festgelegt, wer Schuld am Unfall hat.

Einige Medien gehen da weiter. Der "Spiegel" schreibt in seiner aktuellen Ausgabe: "Dass die Slowakin den Unfall verursacht hat, scheint eher unwahrscheinlich." Das Blatt beruft sich bei dieser Einschätzung auf die genaue Lage der Unglückstelle. Wie auch ein offizielles Polizeifoto zeigt, passierte der Unfall an einer großen und gut einsehbaren Zusammenführung zweier Pisten. Althaus fuhr die mittelschwere rote Strecke, die Slowakin war auf der leichten blauen Piste unterwegs. Beide Strecken sind zusätzlich auf ein paar Metern durch ein Fanggitter voneinander getrennt. "Dass das Unglück oberhalb dieser Absperrung passierte, eindeutig auf der blauen Piste, ist eines der Rätsel, mit denen sich die Staatsanwaltschaft beschäftigen muss", schreibt der "Spiegel".

Als mögliche Erklärungen gelten, dass Althaus orientierungslos gewesen sein könnte oder dass er als "Geisterfahrer" bewusst bergauf auf die blaue Piste fuhr, möglicherweise - so mutmaßt der "Tagesspiegel" - um sich das kräftezehrende Abbremsen zu erleichtern.

Die "Bild"-Zeitung scheint den gleichen Verdacht zu hegen. Das Blatt fragte Siegmund Schnabl, Leiter der Alpinpolizei, ob der CDU-Politiker bergauf fahren musste, um an die Unfallstelle zu gelangen. Die Antwort laut "Bild": "Ja, da geht's bergauf. Um ins Tal zu kommen, hätte er in die andere Richtung - nach rechts - fahren müssen.

Für den "Spiegel" steht jedenfalls fest: "Äußere Umstände taugen als Erklärung kaum. Die Sicht war gut, der Schnee griffig, und überhaupt gilt die Riesneralm als eines der sichersten Skigebiete der Alpen." Auch sonst resultierten Skiunfälle in der Regel aus einem Fahrfehler oder einer Unachtsamkeit.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was die Ärzte über Althaus' Gesundheits-Zustand sagen, und ob er sich an den Unfall erinnern kann.

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