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30. Januar 2009, 10:20 Uhr

Keine Hilfe für die VW-Bank?

Soll der Staat den Banken der deutschen Autohersteller mit steuerfinanzierten Garantien helfen? Bundestagsabgeordnete melden jetzt gegenüber stern.de Zweifel an. Auch Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) kommt unter Feuer - wegen mangelnder Information des Parlaments. Von Hans-Martin Tillack

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Absatzförderung für VW? Finanzpolitiker kritisieren Hilfen für Autobanken© Jochen Lübke/DPA

Im Bundestag wächst der Widerstand gegen eine Stützung von kriselnden Autobanken. Bereits Anfang Dezember hatte der Volkswagen-Konzern für seine VW-Bank sowie die Sparte "Financial Services" Garantien des staatlichen Stützungsfonds Soffin beantragt. Jetzt stößt eine mögliche Stützung der Autobanken, mit denen die Hersteller den Fahrzeugkauf ankurbeln, auf Kritik.

"Ob man auch Autobanken stützt, ist eine Grundsatzentscheidung, an der ich persönlich noch Zweifel habe", sagte der CSU-Abgeordnete Albert Rupprecht zu stern.de. Er ist der Vorsitzende des Bundestagsgremiums, das den Soffin kontrollieren soll.

Autobanken nur Absatzförderung?

Nach Informationen von stern.de gibt es auch im so genannten Lenkungsausschuss des Soffin Überlegungen, Autobanken nur dann zu stützen, wenn nachgewiesen ist, dass diese Institute nicht vorrangig der Absatzförderung für die Autobauer dienen. In dem Lenkungsausschuss sitzen Vertreter von Bundesregierung und Bundesländern.

Nach Rupprechts Ansicht lassen sich die Autobanken nicht mit dem Fall der inzwischen teilverstaatlichten Commerzbank gleichsetzen. "Hätten wir der Commerzbank nicht geholfen, hätte das den Finanzmarkt destabilisiert. Ob das bei den Autobanken auch so ist, ist für mich nicht ersichtlich", sagte der CSU-Abgeordnete.

Bundestag und Soffin-Deals

Ähnlich skeptisch äußerte sich der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick. "Was an den Autobanken ist systemrelevant?", fragte er. Würde man den Autobanken mit staatlichen Garantien helfen, wäre das neben der neugefassten Kfz-Steuer und der Abwrackprämie "die dritte Stützungsmassnahme für die Autoindustrie".

Fraktionsübergreifende Kritik gibt es im Bundestag auch an der Informationspolitik von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). Er hatte anfangs nicht einmal ein parlamentarisches Kontrollgremium für den in Frankfurt residierenden Soffin vorgesehen. Weil das selbst den Finanzpolitikern von CDU und CSU zu weit ging, tagt nun in Sitzungswochen jeden Freitag früh ein Ausschuss mit neun Parlamentariern unter hoher Geheimhaltung. Laut Gesetz muss die Regierung den Ausschuss "unverzüglich" über alle Entscheidungen "von wesentlicher Bedeutung" informieren. Über die Details der milliardenteuren Teilverstaatlichung der Commerzbank wurden die Abgeordneten freilich erst zwei Wochen, nachdem es passiert war, informiert.

"Industriepolitik in Mauschelfasson"

"Das Gremium ist aus Sicht des Finanzministeriums eher lästig", sagte der FDP-Abgeordnete Florian Toncar zu stern.de. Der Grünen-Parlamentarier Gerhard Schick verwies auf das amerikanische Beispiel: "In den USA gibt es eine ganz andere Informationskultur als bei uns. Da diskutiert der Kongress öffentlich über die Rettung von Banken oder Autobauern. Ich würde mir wünschen, dass der Deutsche Bundestag sich das mit der gleichen Verve anguckt."

Was die Regierung jetzt mache, sei "Industriepolitik in Mauschelfasson", warnte der Oppositionsabgeordnete. Das Finanzministerium habe seit jeher "Finanzpolitik als Industriepolitik" betrieben, im Interesse deutscher Banken und Versicherungen. Jetzt, so Schick, verfügten die selben Akteure dank des Soffin über "Milliarden an Spielgeld". Deswegen habe er "ein großes Misstrauen".

Von Hans-Martin Tillack
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
n8g8 (31.01.2009, 02:16 Uhr)
Zahlen, die das "Bild" relativieren:
FaQ_Spenden_2008: NUR für das Jahr 2008 und NUR Spenden ÜBER 50.000 Euro, § 25 Parteiengesetz
DEUTSCHE BANK*:
200.000 an CDU
200.000 an FDP
100.000 an SPD
*letztes Quartal 2008
SAL. OPPENHEIMER:
100.000 Euro CDU
100.000 Euro FDP
COMMERZBANK:
100.000 Euro CDU
100.000 Euro SPD
ALLIANZ:
CDU/CSU&SPD/FDP/GRÜNE: von 50.001 bis 60.001 Euro jeweils (Anm: Die legen anscheinend noch auf den einzelnen Euro Wert, obwohl sie nicht rechnen/denken können *grinzzz*)
DIE QUANDTs, meine Lieblinge *zugeb*:
Susanne Klatten an CDU: 75.000 Euro
Johanna Quandt (Mutter): 75.000 Euro
Stefan Quandt (Bruder): 75.000 Euro
DAIMLER:
SPD: 150.000 Euro
CDU: 150.000 Euro
ETC.
(Quelle: Die Welt online)
Aber nun BITTE NICHT verzweifeln, werte Wähler! SCHON Ende 2010 müssen alle Parteien ihren Rechenschaftsbericht inklusive dieser "Großspenden" veröffentlichen, Gedächtnisslücken exklusive!!!
Wer Sarkasmus findet hat richtig gelesen und darf ihn behalten, vielleicht bringt er ja am Montag irgendjemanden auf die Straße! *nAbend*
DerExperte (31.01.2009, 01:15 Uhr)
Wie ist es moeglich..
Soviele die sich verzockt haben.... und soziale Marktwirtschaft -( SM – ein zufall? ) soll weltweit eingefuehrt werden - so der Wunsch von Anchie.
>
Zum ersten sollten alle Firmen ihr gesamtes Eigenkapital einsetzen bevor ein Steuerzahler einspringt.
>
Banker sollten in hohem Bogen in den Abfluss geworfen werden die ihre Bank mit dem Geld anderer Leute gegen die Wand gefahren haben. Denn offensichtlich haben diese schlecht gehandelt. Jeder Mensch wird bei solch hohem Schadensfall entlassen – Hier – ( in der SM) werden sie geholfen.
>
Und der Wunsch von Anchie nach weltweiter sozialer Marktwirtschaft ist in China - USA und Russland und Afrika mit Begeisterung aufgenommen worden. In Zukunft wird das Kapitalistische Modell auch in D einziehen weil sonst fast jeder am Tropf der Sozi Marktwirtschaft haengt! Und das uebertragen auf China - mit Billionen Menschen - einfach gigantisch was der Staat da brummen muss um dies zu bezahlen.... Was in Deutschland geht, das Menschen - Lemminge 47 - 48 Jahre Jahre arbeiten muessen um eine kleine Rente zu haben die wahrscheinlich in der sozialen Zukunft Deutschlands fuer viele vorne und hinten nicht reicht, da spuckt ein zb. AMI drauf der mit 20 Jahren Arbeit schon seine erste Rente anfassen kann. In Deutschland wird doch der mit 45 Jahren in genau der sozialen Marktwirtschaft als zu alt angesehen werden und wird daher imrentenalter mit einer noch kleineren rente und das ohne Ersparnisse da zustehen.
Pervers? Ja das ist es!!
Wie pervers ist auch das deutsche Rentensystemn eigentlich das man vormacht es ist Geld da - wenn es lange fuer anderes eingeplant ist. Was soll zum beispiel der soli noch in dieser Landschaft – schafft den endlich ab – oder habt ihr den auch schon verplant?? Das man mit 68 in der Zukunft in Rente geht - wer erreicht denn alles so ein alter im durchschnitt??? Und was macht ihr mit dem Geld das jemand 46 jahre lang eingezahlt hat????????? Wisst Ihr das im Ami land ( ne nicht immer als Vorbild) es moeglich ist eine hoehere Rente zu bekommen wenn man seinen Renteneintritt in den USA verschiebt??? Da wird belohnt - in D bestraft!!!!
>
Was soll daran im Vergleich sozial sein Anchie? Nein - in den Kopf der sozialen Marktwirtschaft muss es - das ein jeder Anspruch auf Arbeit hat - egal wie alt er ist. Und wenn er nur den Mindestlohn bekommt als Quittung fuer seine Lebensleistung ist das besser als durchgefuettert zu werden. Diese letzte Chance, das Ausgliedern auf den Staat wird von Firmen in der sozialen Marktwirtschaft kraeftig ausgenutzt - und zum Teil von der Regierung unterstuetzt.
Deutschland sollte seinen eigenen Stall erstmal ausmisten und ein Land mit perspektiven auch fuer aeltere schaffen - da es nun hoechste Eisenbahn ist - ansonsten gehen euch die Arbeiter aus. Auch Afrikaner oder Musleme massenhaft aus Niger oder Bulgarien angeheuert werden eurer gewaltiges Zukunftsproblem nie loesen koennen. Die Loesung liegt nur im inland – und ganz besonders auch darin das sich junge Manager nicht als idioten aufuehren und einen der ueber 45 ist als mobbing Kandidaten in der Firma freigeben.
mutti1 (30.01.2009, 11:50 Uhr)
empfehle dazu
die web-seite
parteispenden-parteienfinanzierung/parteien/übersicht, seit 2000
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