2012 ist Rekordjahr beim Bau von Solaranlangen

5. Januar 2013, 14:24 Uhr

Eine Förderkürzung im Sommer soll den Zubau von Solaranlagen in geordnete Bahnen lenken. 2012 gab es wieder einen Rekord. Für die Bürger bringt der Solarenergie-Boom Zusatzkosten beim Strompreis.

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Noch nie wurden so viele Anlagen installiert wie 2012 - für die Bürger bringt der Boom Zusatzkosten©

Noch nie sind in Deutschland so viele Solaranlagen neu installiert worden wie im Jahr 2012. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden im Dezember neue Anlagen mit einer Leistung von 360 Megawatt gemeldet. Damit stieg die installierte Gesamtleistung im Jahr 2012 auf rund 7630 Megawatt. Der bisherige Rekord lag bei 7500 Megawatt 2011. Das Ministerium betonte, seit Oktober greife aber die im Sommer beschlossene Förderkürzung, der zuvor unkontrollierte Photovoltaik-Ausbau gehe signifikant zurück.

Für die Bürger hat der Solarboom den Nachteil, dass er die Förderzahlungen weiter treibt. Denn die Kosten für die auf 20 Jahre garantierten festen Vergütungssätze werden per Ökostrom-Umlage auf die Strompreise der Bürger aufgeschlagen. Zudem kann der Netzausbau bisher mit dem Tempo nicht standhalten. Ein Grund für immer mehr Solaranlagen auf Hausdächern und den Aufbau großer Solarparks ist der Preisverfall bei Modulen wegen der Billig-Konkurrenz aus China. Daher profitieren deutsche Unternehmen davon nur bedingt, mehrere Unternehmen mussten zuletzt bereits Insolvenz anmelden.

Der Energieexperte Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband betonte, allein in den letzten drei Jahren seien rund 22.000 Megawatt an neuer Solarleistung installiert worden. "Damit wird die schwarz-gelbe Bundesregierung als die erfolgreichste Solarregierung in die Geschichte eingehen, aber zugleich auch als diejenige mit den höchsten Strompreissteigerungen."

Verbraucher zahlen 12 Prozent mehr Geld für Strom

Zu Jahresbeginn war die Erneuerbare-Energien-Umlage von 3,59 auf knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde geklettert. Zu den Gründen gehören die hohen Solarkosten und die Ausweitung von Rabatten für die Industrie bei den Förderkosten. Seit Jahresbeginn müssen die Verbraucher im Schnitt etwa zwölf Prozent mehr für Strom zahlen.

Der stärkste Monat war der Juni mit 1790 Megawatt an installierter Leistung - ein monatelanges Gezerre zwischen Bund und Ländern um das Ausmaß von Förderkürzungen hatte noch einmal aus Sorge vor harten Einschnitten den Zubau gerade im Frühjahr in die Höhe getrieben. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ist überzeugt, dass mit der Ende Juni beschlossenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) der Ausbau abgebremst werden kann. Bund und Länder hatten vereinbart, dass es ab einer installierten Leistung von 52.000 Megawatt keine Förderung mehr geben soll - zudem gibt es automatisch, monatliche Förderkürzungen bei bestimmten Zubauraten.

Derzeit sind bereits rund 32.400 Megawatt installiert. Bei voller Sonneneinstrahlung würde das theoretisch der Leistung von 23 großen Atomkraftwerken entsprechen. Allein für die Solaranlagen erwarten die Übertragungsnetzbetreiber Vergütungszahlungen für 2013 von rund zehn Milliarden Euro. Die Photovoltaik deckt in Deutschland derzeit nach Angaben der Solarbranche rund fünf Prozent des Strombedarfs. Wegen des hohen Ausbautempos werden seit Jahresbeginn nur noch 17,02 Cent je Kilowattstunde für Dachanlagen gezahlt, Betreiber von Solarparks bekommen nur noch 11,78 Cent je Kilowattstunde. Bleibt das bisherige Tempo bestehen, könnte die Solarförderung schon Ende 2015 auslaufen.

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