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3. November 2008, 14:33 Uhr

Abweichlern droht Parteiausschluss

Betroffenheit, Zorn, Empörung: Diese höchst emotionale Mischung hat das hessische SPD-Debakel bei der Bundespartei ausgelöst. Parteichef Franz Müntefering kritisierte die vier Abweichler scharf, die die Wahl von Andrea Ypsilanti in letzter Minute verhindert haben und schloss drastische Konsequenzen nicht aus.

SPD-Chef Franz Müntefering hat das Hessen-Debakel seiner Partei als "schweren Schlag" bezeichnet© Franka Bruns/AP

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat den gescheiterten Machtwechsel in Wiesbaden als "schweren Schlag" für die hessische SPD bezeichnet. Im SPD-Präsidium habe die Nachricht am Montagvormittag eine "Mischung aus Betroffenheit und Empörung" ausgelöst, sagte Müntefering am Montag in Berlin. Die Bundes-SPD werde jetzt versuchen zu helfen.

Müntefering übte scharfe Kritik an der überraschenden Entscheidung von drei hessischen Landestagsabgeordneten, Andrea Ypsilanti in letzter Minute die Gefolgschaft bei der Wahl zur Ministerpräsidentin zu verweigern. Der Parteivorsitzende warf den drei Wiesbadener Parlamentariern Verantwortungslosigkeit vor. Schließlich hätten sie vorher genügend Gelegenheiten gehabt, Bedenken zu äußern, etwa bei der Verabschiedung des Koalitionsvertrages oder der Probeabstimmung zur Wahl von Ypsilanti. Dies hätten sie aber anders als ihre Fraktionskollegin Dagmar Metzger nicht getan.

Die Abgeordnete Metzger, die sich von Anfang an gegen eine Zusammenarbeit mit der Linken ausgesprochen hatte, nahm Müntefering ausdrücklich von diesem Vorwurf aus. Wenn sich aber die drei anderen Abweichler jetzt plötzlich auf Gewissensnöte beriefen, sei dies "nicht nachvollziehbar", sagte er. Solche Konflikte tauchten nicht erst 24 Stunden vor einer entscheidenden Abstimmung auf. Diese drei müssten sich vorhalten lassen, dass die Verantwortung eines Abgeordneten nicht erst mit dem Eintritt in die Wahlkabine beginne.

Müntefering sprach von einem "Vorgang, der uns hochgradig empört". Ypsilanti treffe in dieser Situation keine Schuld. Sie habe mit dieser Entwicklung nicht rechnen können. "Sie hat viel riskiert, das weiß sie, und damit geht sie ganz rational um", sagte der Parteichef. Er habe bereits mit ihr telefoniert.

Als SPD-Landesvorsitzende in Hessen müsse sie jetzt den weiteren Prozess organisieren. Über ihre Zukunft werde nicht heute entschieden, deshalb lehne er alle Spekulationen darüber ab. "Für die Bundesebene ist und bleibt klar: Es wird eine Zusammenarbeit der SPD mit der Linken auf Bundesebene aus sachlichen Gründen nicht geben - definitiv", betonte Müntefering nach der Sitzung des Parteipräsidiums.

Müntefering schließt Parteiausschluss der Abweichler nicht aus

Müntefering schloss einen Ausschluss der Abweichler aus der Partei nicht aus. Es sei aber nicht an ihm, Empfehlungen abzugeben. Es komme jetzt darauf an, sich mit den vier Politikern zusammenzusetzen und auszuloten, ob eine weitere Zusammenarbeit zum Wohle Hessens möglich sei. Die Bundespartei wolle der hessischen SPD mit Rat zur Seite stehen. Auch werde es bald ein Gespräch zwischen ihm und Ypsilanti geben, kündigte Müntefering an.

Der Darmstädter Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, Horst Raupp, kündigte in der "Frankfurter Rundschau" unterdessen bereits einen Ausschlussantrag gegen die vier Abweichler an.

Steinmeier will Hessens SPD helfen

Auch andere führende SPD-Politiker reagierten schockiert auf das Scheitern des Machtwechsels in Hessen. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte: "Das ist kein einfacher Tag für die SPD." Zugleich sicherte er dem hessischen Landesverband Unterstützung zu. Man müsse dem Landesverband in dieser schwierigen Lage helfen, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Die Krise, in der die Partei sei, müsse überwunden werden, damit sie in Hessen wieder eine Rolle spielen könne.

Wowereit: "Kein Votum gegen rot-rot-grüne Koalitionen"

Nach Ansicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist der gescheiterte Machtwechsel in Hessen kein Votum gegen rot-rot-grüne oder rot-rote Koalitionen. Wowereit verwies darauf, dass die Parteitage der SPD und der Grünen am Wochenende jeweils mit über 95 Prozent einer rot-grünen Minderheitsregierung mit Tolerierung durch die Linke zugestimmt hätten. "Es ist nicht ein Problem von Rot-Rot, ob man kurz vor Toresschluss sein Gewissen entdeckt", ließ der SPD-Regierungschef über seinen Sprecher mitteilen. Wowereit führt die bundesweit einzige rot-rote Koalition auf Landesebene.

Die hessische SPD sei jetzt in "eine schwierige Situation" gekommen. "Andrea Ypsilanti verdient Respekt", so Wowereit. "Sie konnte und musste sich darauf verlassen, dass die bis heute Morgen gemachten Zusagen mit Ausnahme von Frau Metzger Gültigkeit haben", sagte der Regierungschef. Die jetzt entstandene Situation sei "fast nicht mehr mit politischen Kategorien zu bewerten, sondern scheint in erster Linie mit Fragen der menschlichen Zusammenarbeit zu tun zu haben", betonte der Regierende Bürgermeister.

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KOMMENTARE (10 von 87)
 
Nostradamus (04.11.2008, 16:04 Uhr)
@margrit1: Wie?
Die Deutschen sind Idioten.
Was willst Du mit Idioten reißen?
50 Jahre US Hirnwäsche. Weisst Du was das schlimmste für mich in meinem Leben war?
Als meine ca. 12 Jahre alter Tochter sich schämte eine Deutsche zu sein. Das ist das was in diesem Staat aus den Deutschen gemacht wird.
Während diese Amerikaner seit 200 Jahren Morden, Meucheln, die Umwelt vergiften und damit indirekt hunderttausende auf dem Gewissen haben, ihr Wirtschaftssystem Millionen ins Elend drängt schämen sich unsere Kinder Deutsche zu sein.
Was willst Du hier reißen? Vergiß es.
Die einzigen die noch ein bischen Nationalgefühl und Stolz haben und was reißen könnten sind die Ossis.
Die sind nicht 40 Jahre einer Gehirnwäsche unterzogen worden, die da lautet alles ist besser als ein Deutscher zu sein.
Ich habe diesbezüglich aufgegeben. Wenn es hir zu einer Revolution kommt, dann zu einer Linken Revolution die aus lauter Nächstenliebe das ganze Vaterland gleich verschenkt.
Der Morgentauplan wird Realität und zwar auf einem viel eleganteren Weg als es sich Herr Morgentau vorstellen konnte.
Die Deutschen müssen nicht kastriert werden. Sie kastrieren sich selbst.
Auch der gute alte Churchill sagte über die Deutschen: "Gebt den Deutschen Macht und sie werden ihre eigenen Bürger massakrieren! Hauptsache es steht im Gesetz."
So geschieht es...
Was willst Du da noch machen? Aus meiner Sicht haben unsere Politiker die Trojaner ins Land gelassen und wir können nur noch das langsame Ende dokumentieren.
Deswegen liebe ich auch unsere Gründerväter so, die hatten ein Grundgesetz geschaffen, das uns die Möglichkeit gab uns davor zu schützen. Die Vaterlandsverräter wie Kohl und der gesamte aktuelle deutsche Bundestag (ohne die Linken und Herrn Gauweiler) haben nur daran gearbeitet uns dieses auch noch zu nehmen und uns zu Sklaven Europas zu machen.
Das schöne daran ist: Noch wenige Jahre dann kauen daran nur noch die Ausländer. Während die Deutschen das Weite gesucht haben. ;-)
Das stimmt mich wieder froh.
Dass es aber gelungen ist Deutschland und die Deutschen endgültig zu zerstören, das wiederum sticht tief ins Herz.
ARD und ZDF erklären uns ja gerade, dass es die Deutschen gar nicht gab und gibt. Das gilt aber so für alle Nationen. Versuch mal als US Schüler morgens den Fahneneid zu verweigern...
Deutschland hat mehr Tradition als US Amerika je haben wird.
logisch_konsequent (04.11.2008, 10:44 Uhr)
Dank an die "Diktatur-Stewardess"
Dank Frau Ypsilanti kann sich jetzt jeder Poltiker schon vorher ausrechnen, dass Wahllügen sich nicht lohnen, und sich die vom Steuerzahler bezahlten Politiker lieber auf Sachthemen konzentrieren
.
Dank Frau Ypsilanti wissen Patei- und Regierungs-Chefs nun auch, dass Abgeordnete nur ihrem Gewissen verpflichtet sind. Totalitäre Massnahmen zur Raisonierung ("Abweichler" sollten ihr Mandat zurückgeben und wurden unter erheblichen öffentlichen Druck gestellt) sind immer noch out. Wir sind nach 1945!
a2d2 (03.11.2008, 22:18 Uhr)
Dank an Andrea - die letzte Aufrechte !!!
...eine charismathische Frau, ich verneige mich vor ihrem Mut, das Unmögliche zu wagen. Stereotype Politikfuzzis haben wir zur Genüge.
Diese Frau hat das besondere politische Etwas, aber der Ziehsohn Brutus Walther wetzte schon seit Tagen die Messer.
Hoffentlich wird diese Verräterclique nun umgehend entsorgt!!! Wer da noch so seine Finger im Spiel hatte, wird sich wohl bald zeigen. Es sind ja genug Führungspersonen mit Geheimdiensterfahrung in Berlin...
...weiter so Andrea, nicht aufgeben !!!, Rot-Rot hat die Zukunft noch vor sich, denn in der kommenden Riesenkrise geht noch so einiges den Bach runter, nicht nur die Schwarzen !!!
lazarus06 (03.11.2008, 21:29 Uhr)
Mensch Münte ...du Holzkopf,noch haben wir hier ein Rest Demokratie
und der Abgeordnete sollte nur seinem Gewissen Verantwortlich sein und NICHT der Parteispitze.Du Taugenichts was du da ablieferst ist DIKTATUR ...
MÜNTE GO HOME ! !
lorac (03.11.2008, 21:08 Uhr)
Na dann :
Erst mal Graf Rotz von Clement raus, dann Gas Polycolor Gerd und dann Last but not Least den Münte selber!!!
Dieses ewige rin in die Kartoffeln, rout aut die Kartoffeln, wo soll das nu enden?
Wertdet Euch erst mal untereinander einig von Steuerbord bis Backbord in der SPD und denn lecht mal ne nigges Programm auf.
Vielleicht kömmt Ihr denn 2009 över twintig Prozent!!!!!!!!
Margrit1 (03.11.2008, 20:59 Uhr)
Aufräumen täte dringend Not
@berns und Nostradamus
ich bin mit Euren Beiträge ziemlich einverstanden. Aber es muß generell mehr passieren um unser Land wieder nach oben zu bringen zum Wohle der Bürger, zum Wohle Deutschlands. Wir haben seit Jahren und ganz besonders die letzten 10 Jahre, eine Politik gegen Deutschland und gegen die eigene Bevölkerung. Solange solche Typen wie diese Roth noch imme eine Plattform erhalten um ihren Deutschenhass auszustoßen sehe ich allerdings schwarz.
Es wird mit der Schubkarre Geld ins Ausland geschafft. Für die eigenen Bürger ist nichts da. Jetzt wieder STeinmeier nach Pakistan. Ohne alle Auflagen. Und wozu? Für Atomwaffen hat dieses hochgefährliche islamische Land Geld. Hier hätte es knallhart heißen müssen "Ihr bekommt Geld, wir schicken Techniker die die Atomwaffen unschädlich machen"
Die EU ist längst eine Diktatur aus Brüssel hat mit Demokratie nichts mehr zu tun und Merkel schreit trotzdem jedes Mal sofort "hier" wenn es zum Schaden Deutschlands ist.
Wagt ein Bürger mal gegen Riesenmoscheen was zu sagen oder gegen die Kriminalität der Türken und arab. Jugendlichen, kommt sofort die Nazikeule. Aber es tröstet, dass jetzt sogar der Stern dieses Thema aufgegriffen hat.
Wir sind das Sozialamt der Welt, füttern hier Mio durch die nie Asylanten im wahren Wortsinne des Begriffs Asyl waren, dafür werden den arbeitenden Bürgern ständig Leistungen gekürzt und Abgaben erhöht.
Wie lange soll das denn noch gut gehen?
Gewerkschaften haben völlig versagt seit Jahren, sie sind längst Teil der Poltik geworden.
Ich glaube, es wird Zeit, dass wir Bürger uns unser Land zurückholen.
Die Ossis haben uns vorgemacht wie völlig ruhig man so etwas machen kann, machen wir es doch endlich nach.
Aber bei uns sind ja auch die Kirchen auf der PolCor-Welle anstatt auf der Seite der Bürger
Margrit1 (03.11.2008, 20:28 Uhr)
tickt Münte noch richtig?
was soll denn das von Müntefering? Also ist seine Aussage, bei der Bundestagswhl nicht mit der Linken zu paktieren, auch eine Lüge. Sonst müßte er doch froh sein, dass dieses Possenspiel in Hessen endlich beendet ist. Die SPD hat wirklich einen erschreckenden Hang in den letzten Jahren sich selbst zu zerstören.
Keine einzige Partei in diesem Land ist wirklich noch demokratisch.
Also Herr Müntefering jetzt gilt es für alle Zeiten Farbe zu bekennen.
Zusammensetzen auch mit der Linken, einige Leute sind dort ganz vernünftig, und dann mal alles etwas neu ordnen. Den undemokratischen Haufen aussortieren und neu anfangen auch mit Lafontaine. Denn in vielen Dingen hat er nun einmal Recht.
Da muß eben auch mal ein Müntefering über seinen Schatten springen und auch eigene Fehler eingestehen.
Nur so kann die SPD wieder eine Volkspartei werden. Und dieses Land braucht die Volkspartei SPD.
Die nächste Partei wird dann die CDU sein, die auseinander fällt. Hier der SED-Flügel um Merkel, dort die alten Christsozialen- und Demokraten.
kann spannend werden.
Und es wird Zeit, dass auch diese Emanzenweiber (Verzeihung) mal nach Hause geschickt werden. Emanzipation ist kein Freibrief für Bildung, Wissen und Können. Außer eine großen Klappe haben die meisten dieser Frauen nichts zu bieten. Darauf können wir verzichten.
Es muß´endlich wieder Sachlickeit und Sachverstand in die Politik
Wenn wir nicht schnell auf ganzer Linie wieder ganz normale demokrtische Verhältnisse bekommen, sehe ich nicht froh in die Zuzkunft in diesem Land. Die letzen 10 Jahre waren für und Bürger eine Zumutung. Und hier könnte jetzt die SPD die Leitung übernehmen, wenn sie endlich von ihren Ideologien abläßt.
Also Münte Glück Auf
OttoB (03.11.2008, 20:18 Uhr)
Wie nannte Mehdorn das noch?
Möhrchen!
vegefranz (03.11.2008, 20:10 Uhr)
Auch Münte verhandelt offensichtlich mit der Ex SED/Linken
Ztat:
"Für die Bundesebene ist und bleibt klar: Es wird eine Zusammenarbeit der SPD mit der Linken auf Bundesebene aus sachlichen Gründen nicht geben - definitiv", betonte Müntefering nach der Sitzung des Parteipräsidiums."
- das heisst doch wohl im SPD-Klartext: Münte hat sich heute morgen schon mit Lafon und dem windigen Herrn Rechtsanwalt getroffen, um die Eckpunkte der Zusammenarbeit niederzuschreiben
herve (03.11.2008, 19:59 Uhr)
Zeit wär' s,...
...dass diese drei Neu-Renegaten ausgeschlossen werden. Wenn mich eines an den Typen ankotzt, dann die Tatsache, dass sie sich als "Genossen mit Rückgrat" feiern lassen, obwohl sie in Wirklichkeit beleidigt sind, dass sie im angedachten Kabinett kein Pöstchen ergattern konnten. Opportunistische Opposition nenne ich so etwas.
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