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Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat nach einem "Focus"-Bericht in dieser Wahlperiode Nebeneinkünfte von rund zwei Millionen Euro erzielt. Zu den 1,25 Millionen Euro für seine Vorträge kämen noch Buchhonorare von rund 550.000 Euro, schreibt das Magazin unter Berufung auf eigene Berechnungen. Diese habe Steinbrück ausdrücklich nicht offengelegt - mit der Begründung, dass man ihm in diesem Bereich keine Abhängigkeiten unterstellen könne. Laut "Focus" erhielt Steinbrück allein für sein Erstlingswerk "Unterm Strich" eine halbe Million Euro. Für das Buch "Zug um Zug" habe der Verlag mehr als 100.000 Euro gezahlt, die sich Steinbrück mit dem Co-Autoren Helmut Schmidt teile.

Hinzu kämen 115.000 Euro, die der Ex-Finanzminister bereits als Vergütung für sein Aufsichtsratsmandat beim Stahlkonzern ThyssenKrupp erhalten habe. Noch ausstehend sei ein Betrag von rund 65.000 Euro, die Steinbrück Unternehmenskreisen zufolge für das abgeschlossene Geschäftsjahr zustehe, schreibt das Nachrichtenmagazin. Zudem habe er eine fünfstellige Summe für ein Interview im Geschäftsbericht des Baukonzerns Bilfinger Berger erhalten.

Steinbrück will sich nicht äußern

Zur genauen Höhe dieses Honorars will sich Steinbrück nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" (Samstag) trotz der zugesagten vollen Transparenz bei seinen Nebeneinkünften nicht äußern. Die Bilfinger-Zahlung sei nicht in der Aufstellung der Nebeneinkünfte genannt worden, weil sich "diese Liste explizit auf die Vortragstätigkeiten von Herrn Steinbrück bezieht", sagte SPD-Sprecher Tobias Dünow der Zeitung. Steinbrück hat dem Bericht zufolge für das Interview mindestens 7000 Euro erhalten, da er das Honorar beim Bundestagspräsidenten mit Stufe 3 (mehr als 7000 Euro) angegeben habe.

Angesichts der hohen Nebenverdienste bleibt Steinbrück auch in der eigenen Partei in der Kritik. "Keiner ist froh über die Debatte um Steinbrücks Honorare und Nebentätigkeiten", sagte die Vorsitzende der Demokratischen Linken in der SPD, Hilde Mattheis, dem "Focus". "Es geht um hohe Summen. Wenn sich die SPD als Partei der sozialen Gerechtigkeit mit so einer Debatte herumschlagen muss, dann ist das für uns natürlich schwierig."

che/DPA/DPA

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