12. September 2008, 18:57 Uhr

Steinmeier setzt auf "Ampel-Koalition"

Angesichts positiver Signale aus der FDP sieht SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier gute Chancen für eine "Ampel-Koalition" mit Liberalen und Grünen. "Die FDP zeigt Neugier", sagte er in einem Interview. Bei seinem ersten Wahlkampfauftritt als Kanzlerkandidat zeigte Steinmeier außerdem, dass er ein engagierter Redner ist.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier bei seinem Wahlkampfauftritt in einem Bierzelt in Regensburg©

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sieht gute Chancen für eine "Ampel-Koalition" mit FDP und Grünen nach der Bundestagswahl 2009. "Die Situation im Moment verspricht viel Spannung: Die CSU steht in Bayern möglicherweise vor dem Verlust der absoluten Mehrheit. Die CDU ist irritiert, die FDP zeigt Neugier" an der SPD, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende der "Süddeutschen Zeitung". Er fügte hinzu: "Die Grünen reagieren positiv und die Linkspartei wie erwartet. Das kann die Politik nur beleben und auch die Berichterstattung über vermeintlich sichere Wahlsieger verändern."

In dieser Woche hatten unter anderem FDP-Generalsekretär Dirk Niebel und der Berliner Landesvorsitzende Markus Löning positiv auf die Entwicklung bei der SPD reagiert. Jüngste Forderungen aus Reihen der FDP nach einem Verzicht der SPD auf die Präsidentschafts- Kandidatur von Gesine Schwan wies Steinmeier zurück: "So eine Bedingung an uns zu stellen, ist nicht akzeptabel. Frau Schwan bleibt Kandidatin."

Mit links auseinandersetzen

Steinmeier kündigte eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung mit der Partei Die Linke an. Die SPD habe in der Vergangenheit zu viel Kraft auf innerparteilichen Streit verwendet und zu wenig auf die Auseinandersetzung mit der Konkurrenz der "Populisten" von links. "Unsere Argumente sind besser, als wir sie oft in der Öffentlichkeit vermittelt haben", sagte der Außenminister. "Wir stehen für eine ehrliche Politik, auch wenn es mühsam sein kann, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass dies auch die richtige Politik ist. Aber: Bei den Populisten von links und rechts kriegen die Menschen letztlich nur Steine statt Brot."

Der SPD-Vize, unter Kanzler Gerhard Schröder als Kanzleramtschef einer der Architekten der "Agenda 2010", wies Kritik an der Reformpolitik der vergangenen Jahre zurück. "Wir haben auf einen tiefen Fall reagiert, der die deutsche Volkswirtschaft zu zerreißen drohte und der Politik alle Gestaltungsräume nahm. Die Alternative war, einfach abzuwarten - das wäre zynisch gewesen. Der Streit, den wir in der Partei hatten, war notwendig. Und wir haben ihn stellvertretend für die Gesellschaft geführt." Steinmeier räumte ein, dass weiter daran gearbeitet werden müsse, noch mehr soziale Balance herzustellen. Nur so könne der gesellschaftliche Zusammenhalt gewährleistet werden.

"CSU ist durcheinander"

Heftige Worte gegen die CSU fand Steinmeier dann bei seinem ersten Wahlkampfauftritt als Kanzlerkandidat, knapp eine Woche nach seiner Ernennung: "Erwin Huber hat in den letzten Monaten mehr Wahlkampfstrategien vorgestellt, als er Hemden im Schrank hat", griff der SPD-Politiker den CSU-Chef am Freitagabend auf der Regensburger Herbstdult an und warf ihm Konzeptlosigkeit vor. "Die CSU ist richtiggehend durcheinander", sagte Steinmeier vor über 2.000 Zuschauern im Bierzelt - und zeigte, dass er ein engagierter Redner ist.

"Bayern kann ein paar neue Gesichter wirklich herzlich gut gebrauchen", warb Steinmeier für die bayerische SPD im Landtagswahlkampf. Am 28. September werde die Alleinherrschaft der Christsozialen im Freistaat beendet, sagte Steinmeier. Mit dem Rücktritt von Edmund Stoiber hätten die Bayern das Vertrauen in die CSU verloren, erklärte er. "Ich kann mir gut vorstellen, dass Edmund Stoiber zu Hause in Wolfratshausen sitzt und in die Tischkante beißt und fleht: 'Lass mich doch selber wieder ran, Herrgott'", rief Steinmeier.

DPA/Reuters/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
sky_1 (13.09.2008, 21:25 Uhr)
Leberwurst...
na ja, ich steh nun mal auf "Food"...
kleine Info für die, die auf "Fleisch" stehen...
ich werde am kommenden Montag, den 15.09. 08 der Linken/PDS in Bonn beitreten... man möge mir die Gefühle verzeihen: Schröder/Steinmeier: fahrt zur Hölle... ;_))
MFG,
Frank
ganzbaf (13.09.2008, 19:11 Uhr)
Ja, Beck, der hatte wenigstens noch Charakter! (-:

Aber die weichgespülte Leberwurst Seinleier ist doch wie eine willenlose Puppe in den Händen der deutschen Großwirtschaft, die zudem immer noch glaubt, dass Agendapolitiker NICHT hinter schwedische Gardinen gehören.
.
Wie unlöblich...! ;-Pp
pitiplatsch (13.09.2008, 14:49 Uhr)
Dieser Menschenverächter
Steinmeier kann setzen auf was er will. Feige und Charakterlos wie er ist wird er, so hoffe ich, niemals Kanzler werden. Ein Subjekt wie er der Unschuldige in der Folter lässt ohne was zu unternehmen der zu Tibet nur Geschwafel loslässt, sich ansonsten feige wegduckt, ein solches Subjekt gehört nach Guantanamo geschickt zum nachdenken, und sonst garnichts.
vegefranz (13.09.2008, 14:41 Uhr)
Grüne an der sozialen Krise massgeblich schuld
was will der mit den Grünen
die haben uns doch diesen Multikulti Schwachsinn massgeblich eingebrockt. Für die Interessen der deutschen arbeitnehmer interssieren die sich einen Schei..dreck. Gerade Fischer hat hier jeden Osteuropäer nach Deutschland geholt, der nicht bei drei auf den Bämen war. In berlin gibt es ganze stadtteile, deren Bewohner sich seit drei Generationen vergnügt deutsche Steuergelder vom Sozialamt holen
Mindsplitting (13.09.2008, 12:16 Uhr)
gibt es noch...
Eine Bürgerliche Partei? Die SPD hat immer (in den letzten Jahren) den eh schon Schwachen noch mehr weg genommen (Agenda 2010). Die CDU macht es nicht anders (Aktuelles Beispiel Pendlerpauschale). Die Grünen haben unsere hohen energiepreise durch die Steuerliche durchwucherung zu verantworten und die FDP würde unseren hart ersparten "sozialtöpfen" an den Kragen gehen um es der Industrie in den Rachen zu werfen die es nicht so wirklcih braucht, aber auch nie ablehnen würde. Die Linken bestehen auch nur aus vielen ex Stasigelenkten Politikern, eige mögen sich gebessert haben, viele aber nicht, also auch ein riskanter Schritt. Ich gebe offen und ehrlich zu. Das erste mal seit 10 Jahren weis ich nicht was das geringere Übel ist.
ganzbaf (13.09.2008, 12:09 Uhr)
Wie lange...

müssen wir Lügenmeier, diese Marionette der deutschen Wirtschaft, denn NOCH als fehlgeleiteten SPD-Kanzlerkandidaten ertragen...?!?! ? ;-Ä
.
Steineule muß weg, wie Beck! Wowereit, mach dich bereit! (-:
mramorak (13.09.2008, 11:32 Uhr)
CDU was machen, weiterhin schlafwandeln?
Wenn die CDU nicht endlich aufwacht und aufpasst, wo es lang geht, wird sie eine ewige Schlafwandlerin.
Da müssen doch Leute in der Partei sein, die ein grosses Interesse haben, dass die Partei klein bleibt.
universal1909 (13.09.2008, 11:06 Uhr)
Erwarteter Aufwärtstrend *gg*...
...Beck ist weg, die SPD auf einem guten Weg. 4 % an einem Tag, das macht bis zur Wahl etwa 1550 % für die Agenda 2010, die daher bis ins Jahr 3030 fortgeschrieben wird.
terrax (13.09.2008, 10:55 Uhr)
Ich kann nur noch lachen über alle Politiker
Die sind alle gleich, denn sonst würden se nicht zusammen regieren wollen... Wo die Weltagenda und die Versklavung der Menschheit beschlossen wird können Sie im nachfolgenden Video sehen. (Bitte schauen Sie das Video zu Ende.)
http://video.google.de/videoplay?docid=-6362976242967048401
Weitere Infos zur Bilderberggruppe gibts zu genüge im Internet. Das traurige ist, daß dort fast alle einflußreichen Leute mitmischen. (Angela Merkel, Gerhard Schröder, Guideo Westerwelle, Josef Ackermann, Klaus Zumwinkel, Otto Schily uvm.)
keinheiliger (13.09.2008, 10:48 Uhr)
@Inamo
Liebe(r) Inamo, dann sollte sich die SPD Parteilinke aber mal deutlicher artikulieren. Da sind zwar der Scheer, Schreiner und Nahles, aber die scheinen auch mehr nach festem Boden fuer die eigene Karriere zu suchen, als tatsaechlich den antisozialen Kurs der Partei in Frage zu stellen. Wenn da nicht mehr kommt, sehe ich im wahrsten Sinne des Wortes schwarz. Und ich bin leider ziemlich sicher, das da nicht mehr kommt !
Kann mich in diesem Sinne nur dem Kommentar von Westerle.Merkwelle anschliessen, echte Sozialdemokraten haben die Partei verlassen und viele, die vielleicht gehen oder auch nur anders waehlen moechten, verfallen leider noch auf die perfide Daemonisierung der LINKEN durch Presse und Politik. Man kann es wieder einmal sehr einfach an Steinmeiers Ausspruch: “..die Populisten von rechts und links“.. festmachen. Wenn dieser Mann nicht den Unterschied zwischen den von ihm sicherlich gemeinten Parteien kennt, dann ist er keinen Deut besser als ein Huber oder Beckstein oder anderes schwarzes Gewaechs. MfG
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