14. Oktober 2012, 09:08 Uhr

Steinmeier verzichtete aus Liebe zu seiner Frau

Mehr Zeit für die Familie und seine nierenkranke Frau statt 365 Tage Wahlkampf: In einem Interview hat Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier verraten, warum er nicht SPD-Kanzlerkandidat werden wollte.

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Vor zwei Jahren spendete Frank-Walter Steinmeier seiner Frau Elke Büdenbender einer Niere. Aus Rücksicht auf sie verzichtete er nun auf die SPD-Kanzlerkandidatur©

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat aus Rücksicht auf seine nierenkranke Frau auf die Kanzlerkandidatur verzichtet. "Die letzten zwei Jahre seit der Transplantation haben gezeigt: Auch wenn es überwiegend gut geht - es gibt ein paar Tage mehr im Jahr, an denen ich an der Familienfront gefordert bin", sagte Steinmeier in einem Intervie mit der "Bild am Sonntag"."Diese Freiheit wollte ich mir bewahren, deshalb war der Verzicht auf die Kandidatur die notwendige Konsequenz", so Steinmeier, der seiner Frau Elke Büdenbender vor zwei Jahren eine Niere gespendet hatte.

Steinmeier: Werde mich "voll für die SPD reinhängen"

Mir war klar, was ein Jahr Wahlkampf für mich und meine Familie bedeuten würde", sagte der SPD-Fraktionschef weiter. "Wahlkampf, das heißt, an jedem der kommenden 365 Tage die doppelte Drehzahl zu laufen. Bei mir zu Hause ist aber in den vergangenen zwei Jahren Einschneidendes passiert. Und das hat einfach die Gewichte nochmal einmal verschoben und zu meiner Entscheidung geführt." Diese sei ihm durch das Wissen erleichtert worden, "dass Peer Steinbrück ein hervorragender Kandidat sein würde", sagte Steinmeier. Er selbst werde sich jetzt nicht aus der Politik zurückziehen, sondern "voll für die SPD reinhängen".

Der SPD-Politiker zeigte sich dankbar dafür, dass seine Frau und er nach der Transplantation zu einem glücklichen Zusammenleben zurückgefunden haben: "Wir sind da gemeinsam durch einen langen Tunnel gegangen. Ich bin unendlich dankbar, dass wir so viel Stabilität in unserem Leben wieder hingekriegt und jetzt wieder eine gemeinsame Perspektive für hoffentlich viele Jahre haben. Das ist ein großes Geschenk, das ich auch so empfinde; deshalb habe ich beschlossen, jetzt nicht gleichzeitig politisch alles auszureizen."

kng/AFP
 
 
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