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22. August 2007, 10:22 Uhr
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Robbe lehnt Freiwilligenarmee ab

Eine "freiwillige Wehrpflicht" will SPD-Chef Beck einführen. Nun bekommt er Gegenwind aus der eigene Partei: Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, lehnt das Modell ab: es sei zu teuer und zu aufwendig.

Nach Meinung des Wehrbeauftragten Robbe ist "der Wehrdienst ist der Kitt des gesellschaftlichen Solidarsystems"© Thomas Lohnes/DDP

In der Diskussion um die Zukunft der Wehrpflicht hat der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), eindringlich vor den Folgen des SPD-Modells einer "freiwilligen Wehrpflicht" gewarnt. "Wer die Wehrpflicht einschränken oder abschaffen will, muss rechtzeitig über die Konsequenzen nachdenken", sagte Robbe der "Bild"-Zeitung.

SPD-Chef Kurt Beck hatte angekündigt, mit dem Konzept für eine reine Freiwilligenarmee unter formaler Beibehaltung der Wehrpflicht in den Bundestagswahlkampf im Herbst 2009 ziehen zu wollen.

Dazu erklärte der Wehrbeauftragte, eine Abkehr von der allgemeinen Wehrpflicht würde einen Umbau der ganzen Bundeswehr bedeuten: "Das würde zu erheblichen Belastungen der Soldaten führen", so Robbe weiter.

Eine Freiwilligen-Armee würde zudem nach der Überzeugung des Wehrbeauftragten erheblich teurer: "Die Erfahrungen in Italien, Spanien und Frankreich zeigen, dass dort viel mehr Geld für die Rekrutierung ausgegeben werden muss als bei uns."

Schließlich fürchtet Reinhold Robbe, dass das Interesse der Deutschen an der Bundeswehr ohne Wehrpflicht nachlassen würde. "Millionen von Männern haben Wehrdienst geleistet. Ich finde, der Wehrdienst ist der Kitt des gesellschaftlichen Solidarsystems", sagte Robbe.

DPA/AP
KOMMENTARE (3 von 3)
 
kenya01 (22.08.2007, 12:20 Uhr)
Robbe lehnt Freiwilligenarmee ab
Ich habe eben in Wiki Details des Lebenslauf von Herrn Robbe gelesen und fühle mich danach als Bürger und Steuerzahler durch seine Meinung vera****t.
Dort kann der verehrte Leser zu Kenntnis nehmen:
"Nach dem Hauptschulabschluss 1970 besuchte Robbe eine Berufsbildende Schule und legte 1973 die Kaufmannsgehilfenprüfung bei der IHK Hannover ab. Er war dann von 1974 bis 1975 als Verlagskaufmann bei der Zeitung Rheiderland tätig und leistete anschließend bis 1976 den Zivildienst ab. Von 1976 bis 1986 war er dann Betriebsratsvorsitzender bei der Lebenshilfe Leer und von 1986 bis 1994 Pressesprecher und Geschäftsführer beim SPD-Bezirk Weser/Ems. Des Weiteren ist er Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Vizepräsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft."
Hätte er doch besser geschwiegen. Er kann nichts ABLEHNEN.
emeinung (22.08.2007, 11:05 Uhr)
In diesem Lande...
...kriegt man selbst die überfälligsten Reformen nicht gebacken, weil alles zerredet und altes, längst überholtes mit den unsinnigsten Argumenten geschützt wird. Die Wehrpflicht ist schon lange nicht mehr zeitgemäß, allein weil der Kalte Krieg vorbei und auch die Wehrgerechtigkeit nicht mehr gegeben ist. Die alten, verknöcherten Konservativen sind für die Beibehaltung, aber allein nur aus dem Grund, um über die jüngeren den Knüttel halten zu können (siehe auch Bildungssysteme). Bei den Kostengründen sollte man auch daran denken, daß die Wehrpflicht ein Hinderniss für junge Männer beim Übergang in das Berufsleben darstellen, sprich: Steuerausfälle. Es gibt genug Freiwillige, jetzt auch Frauen, die gerne zur Bundeswehr gehen wollen. Und auch eine Berufsarmee kann bürgernah sein, wenn man es nur geschickt anstellt.
RBrunnerHH (22.08.2007, 10:42 Uhr)
Die Wehrpflicht ist überholt
Ich kann die Bedenken des Herrn Robbe nicht nachvollziehen, erst recht nicht seine Argumentation, die auf ein Festhalten an der Wehrpflicht abzielt. Das Aufgabenspektrum der Bundeswehr hat sich nach Ende des kalten Krieges grundlegend geändert und das aus Wehrpflichtigen rekrutierte Massenheer konnte schon damals seinen Aufgaben nicht nachkommen, es kam nur - glücklicherweise - nie zum Ernstfall. Tatsache ist, wie ich als ehemaliger Marinesoldat aus eigener Erfahrung weiss, dass schon jetzt die Stütze der Armme aus den langfristig engagierten Zeit - und Berufssoldaten besteht, die Wehrpflichtigen geben den Ausbildern eine Aufgabe, dürften aber mit konkreten Einsätzen größtenteils überfordert sein, es fehlt ihnen schlicht und einfach an der Ausbildung (2 Monate), danach verkümmern viele Wehrpflichtige in Schreibstuben oder in der Instandsetzung. Ich selbst war damals mit Herz und Seele dabei und als Motorentechniker und ausgeprägtem Verständnis wirklich eine Bereicherung der Besatzung, aber der Großteil meiner Kameraden hatte entweder ein weit weniger interessantes Betätigungsumfeld oder hat eben schlicht und einfach seine Zeit abgesessen. Das kann nicht der Sinn der Sache sein und verursacht durch Verpflegung, Ausrüsrtung, Verwaltung, Unterbringung usw. eine Menge Kosten. Dieses Geld ist sinnvoller investiert, in dem man eine kleine, feine, exzellent ausgerüstete und ausgebildete Berufsarmee in´s Leben ruft. Das wird auch unserer heimischen Wehrindustrie gut tun, die von zeitnahen, großen Investitionen der Bundeswehr seit Jahren nur noch träumen kann (Der Typhoon, die F-125, sowie das Brennstoffzellen-U-Boot machen sich zwar in der Presse gut, verschleiern aber den materiellen Notstand schon seit Jahren).
Zum Schluss zum Thema Bürgernähe der Wehrpflichtigen-Armee: Hand aufs Herz, wann nehmen wir den Wehrpflichtigen denn eigentlich wahr, doch nur Freitags und Sonntags im ICE nach Hamburg, Berlin oder Köln.
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