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Steinbrück kommt mit blauem Auge davon

Die Basis grummelt, sie hatte einen klaren Sieg in Niedersachsen erhofft. Der SPD-Kanzlerkandidat bittet um Vergebung - und muss dankbar sein, dass es ihn nicht komplett zerlegt hat.

Von Katharina Grimm und Lutz Kinkel

  Ein bisschen Reue: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Ein bisschen Reue: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Als Andrea Nahles, Generalsekretärin der SPD, kurz nach 18 Uhr vor die Kameras der ARD tritt, strahlt sie - was auf den ersten Blick paradox wirkt, aber auf den zweiten verständlich. Denn: Es hätte noch viel schlimmer kommen können. Wären die Sozialdemokraten in Niedersachsen unter ihrem Ergebnis vor fünf Jahren geblieben, hätte es den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück womöglich zerlegt. Er wäre der Sündenbock gewesen, der Problempeer, der seiner Partei um den Hals hängt wie ein Mühlstein. So aber, mit einem leichten Zugewinn des Landesverbandes, kann die Parteispitze leben. Selten hat sich ein schwaches Ergebnis so gut angefühlt. "Die haben sich großartig gehalten, obwohl es keinen Rückenwind aus Berlin gab", sagt Nahles. Und auf die Frage, ob Steinbrück Kanzlerkandidat bleibe, antwortet sie, wie aus der Pistole geschossen: "Aber selbstverständlich". Selbst der Juso-Vorsitzende Sascha Vogt, wahrlich kein leidenschaftlicher Fan Steinbrücks, stärkt dem Kandidaten den Rücken. Ob es nochmal eine Debatte um ihn gebe? "Nein."

Heißt, im Klartext: Steinbrück kommt mit einem blauen Auge davon. Alles, was er tun muss, ist eine nicht eben Steinbrück-typische Aktion: für ein paar Minuten in das Gewand des reuigen Sünders schlüpfen. Das tut er, etwas gequält. "Ich bin mir sehr bewusst, dass ich maßgeblich dafür eine gewisse Mitverantwortung trage", sagt er. Es ist selten, dass Steinbrück mal eine Formulierung freudianisch verstolpert. Hier ist es der Fall. Es klatschen nur wenige im Saal des Willy-Brandt-Hauses, der Berliner Parteizentrale, als der Kandidat sein "mea culpa" vorträgt.

Schimpfe an der Basis

56 Prozent der SPD-Anhänger sind nach einer ARD-Umfrage der Ansicht, dass Steinbrück dem Wahlkampf in Niedersachsen eher geschadet als genutzt hat. Und diese Stimmung grummelt sich auch in der Parteizentrale aus. Nach den ersten Hochrechnungen, noch vor Steinbrücks Rede, schimpfen sie an den Stehtischen. "Der Wahlkampf war doch eigentlich längst gewonnen", beschwert sich ein SPD-Mitglied, das seit 40 Jahren dabei ist und seinen Namen nicht nennen will, "die Aktionen der vergangenen Wochen haben der SPD den Sieg gekostet." Kanzlergehalt, Millionenhonorare, Wahlkampf-Tour im Wohnzimmer einer Parteigenossin, das alles hat die Basis nicht vergessen. "Diese Geschichte mit den Nebenverdiensten habe ich ihm übel genommen", sagt ein junger SPDler. Kommt die Rede auf Stephan Weil, den Spitzenkandidaten in Niedersachsen, sind alle voll des Lobes. Auf Steinbrück sind sie sauer. Viele trinken Wasser, kein Bier, und das ist bei den Sozialdemokraten kein gutes Zeichen.

Steinbrück und Gabriel, die gegen 18.40 Uhr gemeinsam vor die SPD-Anhänger treten, kennen die Stimmung. Gabriel wiederholt die Sprachregelung "kein Rückenwind", Steinbrück bittet knapp, aber erkenntlich um Verzeihung. Er sagt auch: "Ich bin verlässlich", ein Signal an Freunde und Kritiker ist, dass er Kandidat bleibt. Als er dann auf Angriff umschaltet und "Der Machtwechsel ist möglich" in den Saal trompetet, hellt sich die Laune endlich auf. Das ist es, was die Basis erwartet: Zuversicht und Kampfeswillen. Nach dem Ende seiner Rede brandet sogar kleiner Jubel auf. Es ist keine Liebeshochzeit zwischen der SPD und Steinbrück, eher ein Zweckbündnis. Dass es an diesem Abend nicht völlig demoliert wurde, ist ist schon ein Erfolg.

Ergebnis im Umfragekorridor

Tatsächlich bewegt sich das SPD-Ergebnis in Niedersachsen ziemlich exakt im Korridor der Umfragen. Die waren schon einmal besser, aber so richtig gut waren sie nur im Sommer 2012, lange vor Steinbrücks Antritt. Wie sehr der Kandidat geschadet hat, ist schwer auszurechnen. Andererseits kann das Bauchgefühl von 56 Prozent der Anhänger auch schwer irren.

Um wieder in die Vorhand zu kommen, setzt die SPD auf Themen. Sie will auch, so ist zu hören, Steinbrück wieder stärker in den Vordergrund stellen. Er soll vor allem auf seinen Kerngebieten, der Wirtschafts- und Finanzpolitik, Boden gut machen. Und weitere Patzer vermeiden. Das vor allem. Unbedingt.

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