stern.de für unterwegs
. .
Politik in Deutschland
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

 
8. September 2008, 11:05 Uhr

Steinmeier, der neue Kanzlerkandidat

In Brakelsiek, seinem Heimatort, nennen sie ihn "Prickel", dort spielte er in seiner Jugend Fußball im defensiven Mittelfeld. Nun steht sein Aufstieg fest: Frank-Walter Steinmeier rückt in die Sturmspitze vor - als Kanzlerkandidat der SPD. Kann er das? Steinmeiers Lebensgeschichte macht skeptisch. Von Lutz Kinkel

Zoom

Privatleben tabuisiert: Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Gattin Elke Büdenbender© Sven Kaestner/AP

SPD-Chef Kurt Beck traut ihm allerhand zu.Er könne Wahlen gewinnen, "ganz sicher", sagte Beck schon im April dieses Jahres. Damals war Außenminister Frank-Walter Steinmeier noch einer von zwei möglichen Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten. Jetzt ist er der einzige. Ob er tatsächlich Wahlen gewinnen kann? Steinmeier hat das bislang nicht beweisen müssen. Vermutlich auch nicht beweisen wollen.

Frank-Walter Steinmeier ist keine Rampensau, kein Mann der großen Gesten. Im Fußballclub seines Heimatorts Brakelsiek spielte er als Jugendlicher im defensiven Mittelfeld. Mal auf der linken Seite, mal auf der rechten, je nach dem, wo er gerade benötigt wurde. "Dem Frank hat man gesagt: Den deckst du! Und dann hat er den ausgeschaltet", erzählt sein ehemaliger Trainer Hans Null stern.de. Fleißig, zuverlässig und pflichtbewusst sei er gewesen, der "Prickel", wie sein Spitzname damals lautete.

Jugendclub statt Apo

Ansonsten: keine besonderen Vorkommnisse. Seine Eltern, ein Tischler und eine Industriearbeiterin, die es zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht haben, mussten sich um den Jungen keine Sorgen machen. Helmut Kullmann, Steinmeiers Lehrer an der Volkshochschule, beschreibt seinen ehemaligen Schüler als "sehr nett und ausgleichend." Natürlich bekam er eine Empfehlung für das Gymnasium. Seine Jugendfreunde sagen, er sei selbst bei Besäufnissen nie aus dem Rahmen gefallen. Trotzdem habe man mit dem "Frank" immer viel Spaß gehabt. Aha.

Und was ist mit Politik? Was hat ihn getrieben, seinen Zorn entfacht, ihn dazu motiviert, sich einmischen zu wollen? Steinmeier, Jahrgang 1956, trat schon als Schüler den Jusos bei, just zu jenen Zeiten, als sich die Apo mit dem "Schweinestaat" fetzte, als es um alternative Lebensentwürfe, Utopien und die Nazi-Vergangenheit ging. Von "Prickel" ist überliefert, dass er dabei half, in Brakelsiek einen Jugendclub zu gründen. Er vermittelte zwischen jenen, die einfach nur Party machen wollten und anderen, die den Nachwuchs pädagogisch unter die Fuchtel nehmen wollten. Die politische Sozialisation von Spitzenpolitikern hat gewöhnlich spektakulärere Momente.

Die dunkle Seite des Verwalters

Wehrdienst, Jurastudium, Promotion. Titel: "Bürger ohne Obdach - zwischen Pflicht zur Unterkunft und Recht auf Wohnraum; Tradition und Perspektiven staatlicher Intervention zur Verhinderung und Beseitigung von Obdachlosigkeit." 1991 wird er Medienreferent in der niedersächsischen Staatskanzlei. Zwei Jahre später macht ihn sein Mentor Gerhard Schröder zum Leiter seines persönlichen Büros. Schröder und Steinmeier, die Rampensau und der Defensivspieler. Eine Idealkombination, die über viele Jahre stabil bleiben sollte.

Während der Kanzlerschaft Gerhard Schröders beackert Steinmeier das, was Schröder meistens liegen ließ: die Akten. Als Chef des Bundeskanzleramts wird er zum obersten Verwalter der Macht, ein Mann, der leise und effizient hinter den Kulissen agiert, und der in Hintergrundgesprächen vor allem einen Eindruck hinterlässt - "extrem langweilig", so einer der Geplagten. Sein Privatleben, Frau und Tochter, hatte Steinmeier sowieso zur publizistischen Tabuzone erklärt.

  zurück
1 2
KOMMENTARE (10 von 40)
 
Marsmann (10.09.2008, 11:40 Uhr)
Bekennender Wahlkampf-LÜGNER
ist doch der Müntefering, und der wird mit seinem rücksichtslos-intriganten Machtwillen auch noch Steinmeier als Kanzlerkandidaten ablösen.
vegefranz (10.09.2008, 10:16 Uhr)
die meisten Probleme wird steinm mit intriganten wie Lügilanti und Nahle bekommen
die meisten Probleme wird steinm mit intriganten wie Lügilanti und Nahle bekommen
"die meisten Probleme wird steinm mit intriganten wie Lügilanti und Nahle bekommen
es stellt sich die Frage ob sich der Mann mit der Kandidatur einen Gefallen tut. Er wird sich abmühen und Leute wie Nahle, Lügilanti und ihr Pudel Scheer werden im Messer in den Rücken stechen, wann immer sich die Gelegenheit bietet.
vegefranz (08.09.2008, 15:26 Uhr)
die meisten Probleme wird steinm mit intriganten wie Lügilanti und Nahle bekommen #2
Ich schrieb:
"die meisten Probleme wird steinm mit intriganten wie Lügilanti und Nahle bekommen
es stellt sich die Frage ob sich der Mann mit der Kandidatur einen Gefallen tut. Er wird sich abmühen und Leute wie Nahle, Lügilanti und ihr Pudel Scheer werden im Messer in den Rücken stechen, wann immer sich die Gelegenheit bietet."
Auch wenn ich hier mal wieder unsachlich attackiert werde: ich bleibe dabei. Da können sich die @DDR-Fans auf den Kopf stellen.
martin306 (07.09.2008, 17:47 Uhr)
Zur Fotostrecke:
"Gespräch am Rande: Bundestagsfraktions-Vize Klaas Hübner, Bundesarbeitsminister Olaf Scholz und die hessische Ministerpräsidentin Andrea Ypsilanti (v.l). ..."
Weiss der stern mehr? Seit wann ist Frau Ypsilanti denn hessische Ministerpräsidentin? Hab ich was verpasst?
wilko0070 (07.09.2008, 15:32 Uhr)
Diese Entscheidung wird das politische Ende der SPD als Volkspartei einläuten, 2
Durch die zusätzliche Auswechslung des Parteivorsitzenden Beck durch Müntefering hat die SPD-Führung endgültig die "Rolle rückwärts" vollzogen.
Stell' dir vor, es ist SPD-Parteitag und keiner geht hin!
NeoBa (07.09.2008, 14:58 Uhr)
@mr_s
Sie sind ja ein Spaßvogel! Er meinte die Linke und nicht die NSDAP.
wilko0070 (07.09.2008, 14:56 Uhr)
Diese Entscheidung wird das politische Ende der SPD als Volkspartei einläuten
Beck und Steinmeier sind, was die politische Kompetenz betrifft, eigentlich gleich gut (oder besser gesagt: gleich schlecht), lediglich mit dem Unterschied, dass der "Schröderianer" Steinmeier vom Pressekartell "hochgeschrieben" wurde. Beck hat zumindest versucht, die immer weiter auseinander driftenden Flügel der Partei irgendwie noch zusammenzuhalten. Diese Entscheidung, Steinmeier als Kanzlerkandidaten aufzustellen, wird dafür sorgen, dass ein großer Teil des linken SPD-Flügels (und das sind nicht nur ein paar "skurille Figuren", wie man in Hessen sieht) zur Linkspartei abwandern wird. Ich befürchte, dass am Ende von der SPD nur noch ein "Wasserkopf" ohne Basis übrig bleibt.
mr_s (07.09.2008, 13:55 Uhr)
@OttoB
Toller Plan. Geben Sie Ihre Stimme ruhig einer Partei welche vor noch nicht so langer Zeit auf Menschen geschossen hat die das eigene Land verlassen wollten, die Menschenrechte mit Füßen getreten und politische Gefange ermorden lies - gnädigerweise mit einem Genickschuß von hinten. Heute wird von dieser Partei (mit anderem Namen) mit dem größten Populisten dieses Landes und ohne fundiertes Parteiprogramm wieder ein riesengroßes Lügengebäude hinterdem die Lemminge herlaufen...
laeppe (07.09.2008, 13:41 Uhr)
Niveau
Der Kommentar Lügilanti -Pudel Scheer
hat Niveau. Empfehle mal Sendungen auf Phoenix zu verfolgen DI - DO
gibts die Phoenix Runde mit Interessanten Themen. Scheer war dort
und hat 100% überzeugt.
Lügilanti - oder den brutalst möglichen Aufklärer mit Intimen Kenntnissen jüdischer Vermögen in
Liechtenstein. Auf Koch reimt sichs schlecht. Die Politik die versprochen wurde wird umgesetzt und das ist entscheidend liebe CDU/CSU
Freunde deshalb es wird Zeit
rot grün rot
ganzbaf (07.09.2008, 13:38 Uhr)
Steinmeier selber ein Lügilanti ...

Ein "Kurnaz-Lügilanti" ;-P
MEHR ZUM ARTIKEL
SPD Herbe Kritik an der Kandidatenkür

Eigentlich sollte die Nominierung von Frank-Walter Steinmeier zum Kanzlerkandidaten ein Neustart für die SPD sein. Doch nun kommt Kritik an der Kür des Außenministers auf. Einige hochrangige Parteivertreter haben davon erst aus den Medien erfahren. Andere wie Hermann Scheer stören sich daran, dass die Parteigremien übergangen wurden. mehr...

SPD Steinmeier wird Kanzlerkandidat

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird nach übereinstimmenden Medienberichten Kanzlerkandidat der SPD. Der Beschluss, so heißt es, soll an diesem Sonntag auf der SPD-Klausurtagung am Schwielowsee bei Potsdam verkündet werden. In die Entscheidung wurden wohl nur wenige Genossen einbezogen. mehr...

Frank-Walter Steinmeier Außen Minister, innen Dorf

SPD-Chef Kurt Beck sackt in den Umfragewerten ab, Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird als möglicher Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten gehandelt. Doch wer ist der zurückhaltende Diplomat eigentlich? Seine Eltern, seine Grundschule, sein Fußballverein - eine Spurensuche in Steinmeiers Heimatdorf Brakelsiek. mehr...

Fall Khafagy "Wer hat mir das angetan?"

Am 25. September 2001 wurde der in München lebende Ägypter Abdel Halim Khafagy von Amerikanern verschleppt. Bis heute weiß er nicht, warum. Nun diskutiert der BND-Untersuchungsausschuss den Fall. stern.de hat mit Khafagy und seiner Tochter Ahlam gesprochen. mehr...

Zwischenruf Steinmeiers Guantánamo

Der Außenminister hat sich in der Kurnaz-Affäre durch wirre Rechtfertigungen in Widersprüche verwickelt. Die Kanzlerin selbst hat ihn politisch widerlegt. Doch er bleibt im Amt - denn daran haben SPD wie Union Interesse stern Nr. 06/2007 mehr...

 
stern.de in Social Networks
 
Mobil
 
Widgets
 
 
Adobe Flash Player