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8. September 2008, 11:00 Uhr
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Beck tritt zurück, Müntefering kommt

Politisches Erdbeben in der SPD: Kurt Beck gibt sein Amt als Parteichef ab. Auf ihn folgt der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering. Dies erfuhr stern.de aus höchsten Parteikreisen. Schon früher war durchgesickert, dass Außenminister Frank-Walter Steinmeier 2009 als Kanzlerkandidat antreten soll. Die Union reagiert auf die Ereignisse mit Häme.

Seine Ära ist vorbei: SPD-Chef Kurt Beck tritt vom Parteivorsitz zurück© Michael Sohn/AP

Die Nominierung eines Kanzlerkandidaten hat sich in der SPD zu einem Drama entwickelt: Der Entscheidung, Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Kanzlerkandidaten zu küren, folgte am Sonntag bei Beratungen der SPD-Spitze in Werder nach Informationen von stern.de der Rücktritt von Parteichef Kurt Beck. Den Informationen zufolge soll der frühere Parteivorsitzende und Vizekanzler Franz Müntefering wieder Parteichef werden.

Allerdings muss den Regeln der Partei zufolge zunächst einer der Stellvertreter den kommissarischen Parteivorsitz übernehmen. Angesichts der herausgehobenen Stellung voraussichtlich Steinmeier. Müntefering kann als neuer regulärer Vorsitzender nur von einem Parteitag bestätigt werden.

Der Sauerländer gilt als innerparteilicher Rivale Becks. Er war bereits von März 2004 bis November 2005 Parteichef. Müntefering legte das Amt danach nieder, weil er seinen Wunschkandidaten nicht als Generalsekretär durchsetzen konnte. Er kehrt nun als 13. Parteichef seit Kriegsende zurück an die SPD-Spitze - und damit als fünfter Vorsitzender innerhalb der vergangenen fünf Jahre.

Die Klausurtagung der SPD-Spitze am Schwielowsee hatte bereits turbulent begonnen. Schon vor Beginn der Veranstaltung war Unmut darüber laut geworden, dass die SPD doch schon jetzt und nicht erst - wie immer wieder betont - nach der Landtagswahl in Bayern am 28. September ihren Kanzlerkandidaten bekanntgeben will. Daraufhin hatte sich Beck mit seinen Stellvertretern Steinmeier, Peer Steinbrück und Andrea Nahles sowie mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Struck und SPD-Generalsekretär Hubertus Heil zu Beratungen über das weitere Vorgehen zurückgezogen. Die eigentliche Klausurtagung begann mit fast zwei Stunden Verspätung.

Chaotischer Ablauf

Eigentlich wollten Beck und sein Stellvertreter Steinmeier ein gemeinsames Eckpunktepapier zur Vorbereitung auf die Bundestagswahl 2009 vorstellen. Außerdem sollten Vorschläge zur Entlastung der Bürger von der Energiepreisexplosion verabschiedet werden, doch zumindest die gemeinsame Pressekonferenz fiel aus.

An der Klausur unter Leitung Becks hatten das gesamte Präsidium der SPD, der Fraktionsvorstand sowie die sozialdemokratischen Bundesminister und Ministerpräsidenten der Länder teilgenommen. Bereits jetzt steht fest, dass die SPD mit einem schwierigen Auftakt in die letzten zwölf Monate vor der Bundestagswahl im September 2009 startet, bei der die in der Bevölkerung beliebte Kanzlerin Angela Merkel wieder für die Union antritt.

Die Union reagierte mit Häme. "Die SPD-Vorsitzenden scheitern nicht an sich, sondern an den vollkommen ungelösten Konflikten in inhaltlichen und strategischen Fragen. Die Solidarität ist aus der Partei entflohen und durch Egotrips Einzelner und Illoyalitäten ersetzt worden", sagte der CDU-Bundesvize Christian Wulff der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Beck sei nicht nur während seiner Erkrankung von der Partei im Regen stehen gelassen worden. "Die Zeit des Wegduckens ist nun für Steinmeier vorbei", sagte Wulff.

CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer erklärte, "die tiefe inhaltliche Zerrissenheit" der SPD werde nur verstärkt. Steinmeier sei "der Macher der Agenda 2010, das wird ihm der linke Parteiflügel auch als Kanzlerkandidat nicht verzeihen."

stern.de mit Informationen von DPA/AP/Reuters/AFP
KOMMENTARE (10 von 33)
 
a2d2 (07.09.2008, 21:30 Uhr)
Politik ist schmutzig...
@georges...
Zitat:
...Hinter allem wird mal wieder jener Herr aus Hannover die Strippen ziehen.
Ich werde mein mögliches tun, Menschen in meinem Umfeld, klarzumachen, dass sie sich nicht täuschen lassen sollen, von dieser Judaskaste.
...wahrlich gut getroffen !!! das ist es auch.
und @Dirk_37
...Politik kennt auch keine Bandagen, da müssen auch mal harte Worte her - wenn sie könnten, hätten wir schon Hartz 5 --- alles was so heißt ist menschenunwürdig - und da drin hat auch Münte seine Finger gaanz tief gehabt, da muß man kein Mitleid mehr zeigen...
Schönen Tag noch...
Dirk_37 (07.09.2008, 19:24 Uhr)
@a2d2
Zitat:"NEE, SPD, so kriegt Ihr uns nicht von OSKAR weg, dann lieber das Original!
...und schickt den Polit-Opi Münte lieber zum Blümchengießen auf den Friedhof ******
Eine nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit. H. Münteferings Frau verstarb vor kurzem Sie Blindgänger!!! Naja, wie soll man Stil von einem erwarten können, der lieber dem Rattenfänger Oskar nachjagt. Sie haben nicht mal schlechten Stil, Sie haben offensichtlich gar keinen! MfG Dirk
tetrapanax (07.09.2008, 18:23 Uhr)
"Die Lücke,
die er hinterließ, wurde durch seinen Weggang geschlossen."
Georges13437 (07.09.2008, 17:50 Uhr)
Der Seeheimer Verräterkreis hat zugeschlagen.
Wir Menschen haben unsere Augen groß gemacht und die Ohren weit aufgerissen.
Solch eine Schäbigkeit habe nicht mal ich von diesen SPD-Oberen erwartet und ich traute diesen Herrschaften schon einiges zu. Da wird der Ast bald gänzlich durchgesägt sein, auf dem die Restbestände der Sozialdemokratie sitzen.
Müntefering und Steinmeier werden in den kommenden Monaten so richtig vom Leder ziehen. Es wird so viel Links geredet werden, ihre Hände werden aber wie immer Rechte Schweinereien mit einem Federstrich absegnen.
Hinter allem wird mal wieder jener Herr aus Hannover die Strippen ziehen.
Ich werde mein mögliches tun, Menschen in meinem Umfeld, klarzumachen, dass sie sich nicht täuschen lassen sollen, von dieser Judaskaste.
MfG Georges13437
Loki-Asgard (07.09.2008, 17:18 Uhr)
Endlich
Jetzt muß nur noch das andere Linke Pack um Y und Nahles entsorgt werden, dann kann man die spd auch wieder ernstnehmen.
a2d2 (07.09.2008, 16:58 Uhr)
Schade um Beck
...wir mochten ihn, er ist eine ehrliche Haut - was man von seinem Nachfolger nicht behaupten kann, denn der war schon am Debakel des Schröder-Abgangs federführend beteiligt.
...und den netten Aussenminister mit Geheimdienstkontakten, der nicht richtig reden kann, immer schwitzt, wenns eng wird und der Volksnähe nur aus Lehrbüchern kennt, kann man als Kanzlerkandidat nicht ernst nehmen, eher als Lachnummer fürs letzte Aufgebot.
NEE, SPD, so kriegt Ihr uns nicht von OSKAR weg, dann lieber das Original!
...und schickt den Polit-Opi Münte lieber zum Blümchengießen auf den Friedhof - da könnte bald auch die Partei selbst liegen, denn sie wird sich jetzt vollkommen zerreissen.
Wir richten uns erstmal auf 4 Jahre Merkel Alleinregierung ein, dann wird sie ihr eigenes Kuddelmuddel mit Patientenkarte, Krankenversicherung etc. selbst eingeholt haben - und die Felder sind bis dato soweit bestellt, dass danach OSKAR den ganzen Schmutz übernehmen kann...
Marsmann (07.09.2008, 16:57 Uhr)
Dieser scheinheilige Lügendespot
da fehlen einem die Worte, Abstimmungserpressung unter Androhung von Mandatsverlust, Mehwertsteuer- Wahlbetrug fallen mir ein.... Die SPD- Führung wird wohl nun wieder mehr von persönlichen Rachegelüsten auf Lafontaine geprägt werden und nicht von sozialdemokratischen Grundideen.
Sternchen2020 (07.09.2008, 16:40 Uhr)
Mann kann es auch übertreiben
Stern titelt eine Photo-Story mit "Das SPD-Drama von Potsdam". Man kann es auch übertreiben, wirklich. Das Rausmobben von Beck ist kein Drama, sondern für die SPD eine weitere Katastrophe. Der Rest - die zwei Personalien - wurden in der PM innerhalb von 5 Minuten abgewickelt, nachdem Dutzende Medienvertreter stundenlang warteten. Man sollte die Dinge nicht so aufpauschen, das ist es nicht wert. Wer Deutschland ab 2009 regieren wird, werden wir sehen, wenn es soweit ist. Die Chancen für die SPD stehen mehr als schlecht - jetzt erst recht.
sophisticated (07.09.2008, 16:34 Uhr)
Eine Renaissance der Schröder-Politik steht an!
Okay, laßt Ihnen das Räppelchen. Dann hat die SPD nach der nächsten Bundestagswahl eben mal eine völlige Auszeit!
Hier mal ein Zitat vom Wirtschaftsweisen Peter Bofinger vom März 2008:
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"Vergleicht man dazu das reale Wirtschaftswachstum in Deutschland mit dem vergleichbarer Volkswirtschaften, ist der Befund ernüchternd. Von 2003 bis 2008 erreichte Deutschland ein durchschnittliches Wachstum von 1,8 Prozent und liegt damit unter den OECD-Ländern auf dem drittletzten Platz. Der Abstand im Wohlstand zum EU-Durchschnitt hat sich also vergrößert. Nachdenklich sollte stimmen, dass die skandinavischen Länder, die - anders als die Agenda - auf einen kraftvollen und sozial ausgleichenden Staat setzten, Wachstumserfolge erzielen konnten. In Schweden und Finnland fiel das Wachstum doppelt so hoch aus wie im reformfreudigen Deutschland.
Und wie steht es mit den Erfolgen am Arbeitsmarkt? Im Dezember 2007 gab es 27,2 Millionen reguläre Arbeitsplätze, das ist genau der gleiche Wert wie im März 2003, der damals als viel zu gering angesehen wurde. Was für ein Erfolg der Agenda!"
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Das hat unsere alte Riege doch wirklich gut gemacht, und jetzt sollen sie das fortsetzen?
Aquarius2 (07.09.2008, 16:20 Uhr)
Herzlichen Glückwunsch
schon mal vorab an CDU und Linke zum nächsten Ergebnis der BTW. Diese Zuwächse haben sie dem Schlangennest SPD-Parteivorstand zu danken
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