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Politiker wollen Managergehälter deckeln

23. Februar 2013, 13:22 Uhr

Schluss mit Boni und Co.: Die Gehälter von Top-Managern sollten begrenzt werden, fordern Stimmen aus Regierung und Opposition. Der Vorstoß findet bei den Unternehmen Gehör.

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VW-Chef Martin Winterkorn verdiente im Jahr 2011 rund 17,5 Millionen Euro©

Politiker aus Regierung und Opposition fordern vor der Bundestagswahl eine Begrenzung der Gehälter von Top-Managern.

"Es kann nicht sein, dass Gehälter und Boni einiger Spitzenverdiener in keinem Verhältnis mehr zum Rest der Belegschaft stehen", sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) der "Wirtschaftswoche". "Man muss gegebenenfalls eine gesetzliche Regelung finden, die die Boni-Zahlungen unterhalb der Dividendenausschüttung beschränkt."

Die Opposition verlangt neue Maßnahmen. "Die Toleranz gegenüber astronomischen Managergehältern ist extrem gesunken", sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß dem Magazin. "Wir brauchen eine gesetzliche Eindämmung für die gesamte Wirtschaft, nicht nur für die Finanzindustrie."

Wirtschaft dürfe Akzeptanz nicht verlieren

Der Vorsitzende der Regierungskommission zur Unternehmensführung ("Corporate Governance"), Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, sieht in den derzeitigen Gehältern sogar Gefahren für die Unternehmen. "Wir müssen aufpassen, dass wir die Akzeptanz der Wirtschaft nicht weiter schwächen", sagte Müller dem "Tagesspiegel". Eine Deckelung sei geboten, gleichzeitig müsse es aber das Recht der Eigentümer eines Unternehmens und deren Vertreter bleiben, über die Vergütung des Vorstands zu bestimmen.

Der Vorstand von Volkswagen bekommt nach heftiger Kritik an der Höhe des Gehalts von Konzernchef Martin Winterkorn deutlich weniger Geld für das vergangene Jahr. Der VW-Aufsichtsrat beschloss am Freitag in Wolfsburg eine Neuregelung der umstrittenen Bonuszahlungen. Diese senkt auch die Vergütung Winterkorns. Er bekommt nach rund 17,5 Millionen Euro für das Jahr 2011 nun 14,5 Millionen Euro, wie der Autobauer nach einer Sitzung des Gremiums mitteilte. Die Aufseher passten dabei die Richtlinien für erfolgsabhängige Komponenten in den Vorstandsbezügen an.

Die Vorstände der rund 1400 größten deutschen Unternehmen konnten sich zuletzt laut einer Studie über einen Gehaltssprung von 6,8 Prozent freuen. Dieses Plus erzielten die Manager im Geschäftsjahr 2011, ergabe eine Untersuchung von Kienbaum Management Consultants, die der "Wirtschaftswoche" vorliegt. Knapp zwei Drittel der Firmen zahlten demnach höhere Gehälter, 38 Prozent kürzten die Saläre ihrer Führungsriege.

steh/DPA

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