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28. Mai 2009, 12:22 Uhr

Hoppla, wir retten die Welt

Gestern Opel, heute Arcandor, morgen das ganze Land: Die Regierung spielt zurzeit Helfer in der Not. Die SPD und Frank-Walter Steinmeier preschen mit Blick auf die anstehenden Wahlen voran, Angela Merkels Union hechelt hinterher. An die finanziellen Folgen denkt keiner. Von Peter Ehrlich und Timo Pache

Merkel, Steinmeier, Arcandor, Opel, SPD

Der Kanzlerkandidat der SPD, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, und Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen sich bei der Rettung kriselnder Unternehmen keine Blöße geben© 27.05.2009 IMP_B_STERN_AGT_DDP

Tausende Menschen auf einem Platz, Trillerpfeifen und Transparente verfehlen niemals ihre Wirkung. Karl-Theodor zu Guttenberg sieht angespannt aus, als er gegen 14 Uhr aus dem Dienst-BMW steigt, umringt von Polizisten und Leibwächtern. Ernst, das Gesicht leicht gerötet, schaut er auf die Massen vor seinem Ministerium, 6000 oder 7000 Menschen, auf ihren Plakaten steht: "Wir sind ein Stück Deutschland" oder "Ohne Staatsbürgschaft stirbt Karstadt". Es ist die erste große Demonstration gegen ihn. Ganz still wird es, als der Bundeswirtschaftsminister auf einen Pritschenwagen steigt. Was die Demonstranten dann in Schachtelsätzen versteckt hören, kann ihnen nicht gefallen. Ja, er habe Verständnis für die Sorgen der Mitarbeiter von Arcandor. Ja, er werde den Antrag der Karstadt-Mutter auf Bürgschaft schnell prüfen. Aber er könne nun mal keinen Unterschied machen, ob ein Unternehmen "groß oder klein, leise oder laut ist". Und er wolle vor "leeren Versprechungen" warnen. Er meint die leeren Versprechungen der Sozialdemokraten. Sie seien schlichtweg Wahlkampf.

Ein halbwahrer Satz. Wahlkampf betreibt in diesen Tagen nicht nur die SPD, sondern auch die CDU, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel. Beide Parteien versuchen die Not der Konzerne für ihre Zwecke zu nutzen. Könnte es ein besseres Thema geben in einer Zeit, in der das Land vor der Krise zittert, in der Hunderttausende um ihre Arbeitsplätze fürchten, in der ein Konzern nach dem anderen um Staatsgeld bettelt - Porsche, Schaeffler, Qimonda, Opel, Arcandor und wie sie alle heißen?

Die Demonstranten sollten sich keine großen Hoffnungen machen, sagt Guttenberg also. Nun, solche Warnungen haben auch die Opel-Mitarbeiter gehört. Vor allem die Union war skeptisch, Angela Merkel ließ durchschimmern, dass der Staat sich besser raushalte.

Der Wirtschaftsflügel warnte vor dem "VEB Opel", und viele Abgeordnete fürchteten und fürchten noch immer, dass es kein Halten mehr gibt, wenn einer Firma wie Opel geholfen wird. Aber die Kritiker mussten lernen, dass es hier nicht um wirtschaftliche Vernunft geht, sondern um Macht. Als die SPD anfing, Retter zu spielen, als sie damit begann, bei diesem populären Thema die CDU als kalt und gleichgültig dastehen zu lassen, da konnte die Kanzlerin nicht mehr still halten. Nicht im Wahljahr.

Vorbild Gerhard Schröder

So richtig begonnen hat der Retterwettkampf Ende vergangenen Jahres. Es ist die Zeit, in der sich Frank-Walter Steinmeier sich ein neues Image zulegen wird. Bis dahin war er der Außenminister, ein Mann ohne großes innenpolitisches Profil. Nicht er, nein Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück waren die Handelnden bei der großen Aktion Bankenrettung.

Beim Thema Opel nun lernen die Deutschen den Kanzlerkandidaten neu kennen. Aus dem Außenminister wird erstmals der tatkräftige Vizekanzler, der Sozialdemokratie in die Wirtschaftspolitik bringt. Steinmeier lädt die Betriebsräte ins Auswärtige Amt und veranstaltet mit ihnen einen Gipfel. Dort wird die Idee der Abwrackprämie geboren. Dort wird deutlich gemacht, dass die SPD Opel helfen will. Dieser erste Vorstoß bringt Steinmeier noch keine gute Presse, er wirkt wie einer, der auch mitspielen will.

Und Angela Merkel schlägt den Aufstand schnell nieder. Sie bietet dem Opel-Management eine Milliardenbürgschaft an, die "bis Weihnachten" zur Verfügung stehen soll. Große, leere Worte - die vor lauter Krisennachrichten schnell vergessen werden. Die Politik stellt fest, dass sie Opel nicht so schnell helfen kann, weil es Opel gar nicht gibt, sondern nur viele verstreute Teile von General Motors. Aber mit ihrem Versprechen hat Merkel Erwartungen geweckt: Bei Opel und in der Öffentlichkeit.

Nun ist Steinmeier wieder am Zug. Anfang des Jahres setzt er die Abwrackprämie durch, die Opel mehr hilft als Mercedes oder BMW. Und immer öfter redet er davon, dass die SPD Opel helfen werde. Ende Februar gelingt ihm in Rüsselsheim der große Coup. Er hat nicht vergessen wie sehr es Altkanzler Gerhard Schröder nutzte, als er sich vor den Augen des Volkes als Retter aufspielte, als er sich mit einem Bauhelm auf dem Kopf vor die Holzmann-Mitarbeiter stellte und später mit Gummistiefeln in die Elbfluten - ich lass' euch nicht im Stich, das ist die wohl wichtigste Politiker-Botschaft in Krisenzeiten. Und so klettert der Vizekanzler bei strömenden Regen vor 18.000 Opelanern auf einen Lastwagen und ruft Sätze wie "Opel muss leben." Und: "Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um euch zu helfen." Und: "Für mich ist das eine Frage des Anstands, in dieser Situation Flagge zu zeigen."

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KOMMENTARE (10 von 34)
 
ganzbaf (29.05.2009, 11:11 Uhr)
Erst die Banken...

dann Konzerne, die Milliarden an Sozialhilfen wollen.
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Die heiligen Kühe des Kapitalismus werden an den Tropf öffentlicher Gelder gehängt, statt sie eines natürlichen Todes sterben zu lassen und sich mehr um Familien- und Kleinbetribe zu kümmern.
Aber damit macht an halt keine Schlagzeilen...)-:
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Es gibt zu viele Banken, es gibt zu viel Jahrmarkt, und es gibt zu viele Millionäre!
Treibt die Schacherer aus den Tempeln, lasst die Blase platzen.
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Der real existierende Schweinehundkapitalismus soll untergehen, genau wie der Kommunismus.
Wir brauchen einen vollumfänglichen Neuanfang und viel mehr Direktdemokratie.
Westerle.Merkwelle (28.05.2009, 19:25 Uhr)
Regierung steuert bei Opel in die völlig falsche Richtung
In einer Presseerklärung hat die Linksparteipolitikerin Ulla Lötzer (MdB) am Mittwoch scharfe Kritik an der Opel- Politik der Bundesregierung geübt."Mit der schuldenfreien Übertragung der europäischen Teile von GM auf die Adam Opel GmbH hat der Mutterkonzern einen wichtigen Schritt für die Zukunft von Opel getan.
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Umso schlimmer ist, dass die Weichenstellungen der Bundesregierung in die völlig falsche Richtung gehen", erklärte Ulla Lötzer, Sprecherin der Linksfraktion für Internationale Wirtschaftspolitik und Globalisierung, zu der sich zuspitzenden Diskussion um die Zukunft des angeschlagenen Automobilherstellers.
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Lötzer meinte weiter, dass die geplante Übertragung der Verfügungsgewalt über Opel an einen privaten Treuhänder wie z.B. den Unternehmensberater PricewaterhouseCoopers nicht der Erhaltung der Arbeitsplätze diene, sondern der "ideologischen Verbohrtheit des Wirtschaftsministers" geschuldet sei.
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"Bezahlt wird mit Steuergeldern, entschieden wird vom Treuhänder", kritisierte Lötzer. Der solle weitreichende Befugnisse über Restrukturierungsmaßnahmen, Arbeitsplatzabbau und Investorensuche erhalten. Völlig ungeklärt sei, wie in dem Beirat des Treuhänders die öffentliche Hand und die Beschäftigten vertreten seien.
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Die Linke lehne die Übernahme des Risikos durch den Steuerzahler und die Steuerzahlerin ab, wenn dies nicht mit einem maßgebenden Einfluss der öffentlichen Hand und der Beschäftigten verbunden sei. Alles andere wäre kein treuhänderischer Umgang mit Steuergeldern.
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http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1241627622
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Dem kann man sich nur anschließen!
Angel_of_Mercy (28.05.2009, 17:40 Uhr)
Gutes Argument
Diese Frage lässt sich aber nicht vollends beantworten, solange Opel nich aus GM herausgelöst ist.
Außerdem bieten Opel Beschäftigte und Opelhändler einen eigenen Fonds an, mit einem Kapitalvolumen von derzeit 1,5 Millarden, um sich selbst an ihrem Unternehmen zu beteiligen.
Kiezzabel (28.05.2009, 17:34 Uhr)
@ Knilch & Angel of Mercy
naja - ich kann hier eher dem logisch konsequentem folgen.
Denn man darf durchaus fragen, warum man grade Opel retten sollte und nicht Arcandor.
Schließlich leidet Opel nicht nur unter der Finanzkrise, sondern Opel hat sich, wie alle Autobauer, nicht der gewandelten Struktur gestellt. Wo sind denn bei den Autobauern die Zukunftsfähigen Konzepte?
Vor allem vor dem Hintergrund, dass sich viele Autofahrer sich grade einen Neuwagen durch die Abwrackprämie fianziert haben. Die brauchen in den nächsten sieben Jahren erstmal keinen Opel. Der Absatzmarkt wurde durch die Abwrackprämie nachhaltig verzerrt.
Richtig ist auch, dass Opel zwar ein Name mit Tradition ist. Aber es ist nur noch der Name – der Rest ist Teil eines US-Autokonzerns. Der Laden ist verkauft worden. Hätte manvielleicht nciht machen sollen, ist aber passiert.
Wahr ist auch, dass es natürlich noch andere Arbeitnehmer gibt, die um ihren Arbeitsplatz bangen.
Beispielsweise bei Arcandor. Hier ist es allerdings so, dass jeder weiß, dass Handelshäuser selbstverständlich Konkurrenz durch das Internet haben. Das Warenhausketten-Konzept funktioniert einfach nicht mehr. deswegen bekommen die auch keien Staatsunterstützung.
Hier Millionen euro an Steuergeldern zu verbrennen, ist schlicht verantwortungslos.
Ähnlich sehe ich es bei den Autobauern.
versteht denn keiner, dass in Deutschland vielleicht noch Autos entwickelt werden, aber keine mehr gebaut? Wir sind preislich schlicht nicht konkurrenzfähig.
Also was soll das populistische Retter-Getue?
logisch_konsequent (28.05.2009, 17:11 Uhr)
@knilch und Ähnlich Gesinnte
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trotz der vielen worte sehe ich, dass keiner auch nur ein Argument hat, wieso man so viele Mrd. gerade in die 0,06% der Opel-Arbeitsplätze stecken soll.
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Es gibt ja noch die 99,94% der anderen Arbeitsplätze in Deutschland, von denen auch viele in Gefahr sind. Viele von den Gefähredeten haben sicherlich nicht durch so viele Unternehmensfehler wie bei Opel begangen (Opel darbt ja schon lange, da war nicht die Finanzkride monokausal schuld)
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Wenn man sich nicht dem Lobbyismus-Vorwurf aussetzen möchte, muss man schon die Begründung liefern, warum Opel-Arbeitsplätze wertvoller als andere Arbeitsplätze in Gefahr sind
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Angel_of_Mercy (28.05.2009, 16:50 Uhr)
@logisch-konsequent
Sie sind leider unlogisch konsequent.
1. Zwischen Planwirtschaft und freier Marktwirtschaft passt noch sehr viel dazwischen. Der Staat hat Vorsorgepflicht und Verantwortung gegenüber seiner Bevölkerung und ist verpflichtet der Wirtschaft auf die Finger zu klopfen, wenn diese es zu weit oder zu bunt treibt.
Gibt übrigens ein interessantes Buch darüber, von Peter Bofinger, einem !Wirtschafts!weisen:
"Ist der Markt noch zu retten? Warum wir jetzt einen starken Staat brauchen."
2. Es gibt nicht GM und Opel, es gibt nur GM (inklusive Opel) und jetzt dürfen sie gerne noch einmal überlegen weshalb Opel in Deutschland keine Steuern gezahlt hat. Wir wissen nicht wie gut oder schlecht eine selbstständige Adam Opel AG (GmbH oder was weiß ich) gewirtschaftet hätte. Sie verdient eine Chance oder verurteilen wir sie zun Tode, nur weil GM Führung Mist gebaut hat?
Das nicht alle Arbeitsplätze erhalten bleiben sollte aber jedem klar sein.
knilch_59 (28.05.2009, 16:46 Uhr)
@logisch_konsequent – polarisieren entstellt!
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Es geht nicht um Sozialismus ./. Kapitalismus, sondern um die Frage, inwieweit der Staat in den Markt (!) eingreifen kann, ohne ihn zu verhindern. Die Bedenken, ob das nicht jeder Eingriff tut, sind zwar berechtigt, aber letztlich irrelevant:
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Ohne Markteingriff (Mineralölsteuer) hätten wir heute 20-l-Autos, wie die USA, die Folgen dort sind bekannt. Ohne Markteingriff (Änderung der Besteuerung von Agrardiesel) würden wir in den nächsten Jahren xxx Landwirte verlieren. Ohne Markteingriff wie z.B. Baurecht über Geschosshöhen und Wärmedämmung würde unsere Welt ganz anders aussehen. Also – die Frage ist, wie viel Staat, und, wie gesagt, das auch nicht mit der gleichen Antwort zu jeder x-beliebeigen Zeit, sondern immer auch zeitenabhängig!
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Ihr „Guideline“ ist also weder logisch, noch konsequent, sondern basiert auf falscher, polemisierender Annahme! Das ist ja das Schöne am Kapitalismus: der Markt kann nicht versagen, nur die Unternehmen, und die Menschen, die dort arbeiten. So wird der Markt zum unantastbaren Gott, und der Mensch zum Jünger seiner Schöpfung. Logisch und Konsequent wäre die Überlegung, wie man sich den Markt zu Eigen macht, statt sich von ihm beherrschen zu lassen. Und damit auch Sie das verstehen: DAS HEISST NICHT DEN MARKT ABSCHAFFEN WOLLEN!
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Wenn 12.500 Opel-Arbeiter einen Monat länger in den Staatstopf 500 € an Lohnsteuer und ALV-Beiträgen einzahlen, statt 1.500 € an ALG und Sozialhilfe rauszuholen, macht das 25 Mio Gewinn für den Staat, jährlich 300 Mio. Dem gegenüber steht eine STAATSBÜRGSCHAFT (die den Staat zunächst NICHTS kostet) über 5 Mia, für die Opel sogar noch Gebühren zahlt. Hier immer so zu tun, als sei das Geld, das der Staat an Opel gibt, ein garantiert verlorener Zuschuss, ist nicht nur blödsinnig, sondern entstellend. Das könnte (!) genauso gut profitabel sein, es ist nur nicht garantiert so sicher, als dass ein privater Investor sich darauf einlassen würde.
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Aber das ist wie bei der Bankenrettung: die Leute wollen gar nicht kapieren …
Kiezzabel (28.05.2009, 16:35 Uhr)
nokia
Ich darf in diesem Zusammenhang nur mal kurz an Nokia in Bochum erinnern.
Da hat der Rüttgers für Millionen 3.000 Arbeitsplätze für drei Jahre "subventioniert" – und ist am Ende großartig gescheitert.
Das gleiche wird hier auch wieder sein. Es ist nunmal ein Trugschluss, dass ein Unternehmen so etwas wie eine Verantwortung für ein die Allgemeinheit verspürt. Unternehmen sind ihren Eignern verpflichtet _ und sonst niemanden.
Das könnte ja mal jemand den Politikern verraten - dann wäre schon viel gewonnen.
Was vielleicht auch noch ganz gut zu wissen wäre. Die Menschen in den Schwellenländern sind nicht total doof. Selbstverständlich können die Handys zusammenschrauben, Autos montieren und Call-Center betreiben.
Und jetzt kann mir vielleicht jemand verraten, warum ein internationales Unternehmen Autos oder Handys in einem Land bauen lassen soll, in dem eine Hose 79 Euro kostet (okay .. es gibt KIK - aber davon mal ab) und eine Wohnung nicht unter 500 Euro zu haben ist.
Kiezzabel (28.05.2009, 16:24 Uhr)
Geld für alle!
Warum sollte man Arbeitsplätze in einem Wirtschaftszweig mit Steuergeldern finanzieren, die eh keine Zukunft haben??? Sind wir doch mal ehrlich, machen wir uns da mal nichts vor: Wenn die China oder Indien in ein paar Jahren brauchbare Automobile auf den Markt werfen, dann können die "Opelaner" eh einpacken. Seit Jahrzehnten wird die Entwicklung von Hybrid-Motoren gefordert und die Rüsselsheimer haben grade mal einen Prototypen. Das ist doch peinlich!
Die großen Autokonzerne haben jahrelang wichtige Trends verpennt. Genauso wie die Musikindustrie und die Zeitungsverlage. Und jetzt gibt es die Rechnung für unternehmerische Versagen.
Ich gestehe – ich bin Journalist! Und selbstständig, weil ich irgendwann nicht mehr mit ansehen konnte, wie die Führungsebene entweder pennt oder übers Internet jammert.
Wenn ich sehe, wie in Wahlkampfzeiten mein Steuergeld für schlecht gemanagte Unternehmen zum Fenster rausgeworfen werden ... und ich gleichzeitig sehe, wie Menschen ,die Jahrelang artig ihre Beiträge gezahlt haben um jeden Cent Existenzgründerzuschuss kämpfen müssen ...
Mir ist so schlecht. Es ist so traurig. Es ist so inkompetent, was von den Regierungen kommt.
Allein dieser Abwrackprämien-Vollschwachsinn! Da ist jeder Bauer in der Hildesheimer Börde schlauer. Der weiß nämlich was der "Schweinezyklus ist" ist.
Es ist wirklich bitter. Und ich heule um jeden Euro, den ich jemals diesem Staat überwiesen habe.
Statt in irgendwas zukunftsträchtiges zu investieren werden jetzt Autobahnen gebaut und Autos gekauft. Das ist doch zu heulen!

kabelmann (28.05.2009, 16:16 Uhr)
@logisch_konsequent
Nein, das war nur allgemein, wie es auf der Welt so zugeht. Bei den amerikanischen Herstellern ballert Obama jede Menge Geld raus. Die Japaner machen seit einem guten Jahrzehnt das, was sie fordern und krebsen in einer Depression herum. Und bei Opel geht es um Arbeitsplätze in Deutschland. Die müssen natürlich erhalten bleiben. Und da ist Deutschland gefragt. Auch wenn das Unternehmen ein amerikanisches ist.
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Und doch: Natürlich hat das etwas mit Deregulierung zu tun. Die hat dazu geführt, dass sich die Unternehmen immer weiter in die Fänge von Kapitalgebern haben führen lassen. Technische Innovation im Automobilsektor? Fehlanzeige! Weil man jedes Jahr brav Gewinnausschüttungen machen muss, um die Aktionäre bei Laune zu halten. Da bleibt nicht viel übrig, um sich vom öl unabhängig zu machen.
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