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4. Juni 2010, 13:18 Uhr

Rösler muss neues Reformkonzept vorlegen

Gesundheitsminister Philip Rösler ist mit seinem Vorschlag einer 30-Euro-Pauschalprämie zur Finanzierung der Krankenkassen am Widerstand der CSU gescheitert. Rösler muss nun nacharbeiten, die Opposition spricht von "öffentlicher Demontage".

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Schwere Zeiten für Philip Rösler: Mit seinem Reformkonzept der Krankenkassenbeiträge hat sich der Gesundheitsminister nicht viele Freunde gemacht© Mathias Schumacher/DDP

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) wird wegen des Widerstandes der CSU ein neues Konzept zur Reform der Krankenkassenfinanzierung vorlegen. Angesichts der jüngsten Diskussion "haben wir uns entschieden, das Modell zu ändern", sagte Rösler am Freitag in Berlin. Das bedeutet, dass sein Plan einer Pauschalprämie von 30 Euro vom Tisch ist.

Das neue Konzept soll nun in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsexperten von Union und FDP in den nächsten zwei Wochen ausgearbeitet werden. Dieses wolle die Koalition dann bei einer Klausurtagung "miteinander verabschieden". Festgelegt wurde schon der Verzicht auf eine Anhebung des Arbeitgeberbeitrags um 0,3 Punkte.

2011 droht ein Defizit von elf Milliarden Euro

Zu dem neuen Konzept gehört die Weiterentwicklung der Zusatzbeiträge, die allein von den Kassenmitgliedern zu bezahlen sind. Diese Beiträge, die derzeit meist bei acht Euro im Monat liegen, werden steigen: Rösler nannte 15 bis 20 Euro. Das stehe aber noch nicht fest. Rösler wies auf die Zusage der Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP für zusätzliche Steuermittel von zwei Milliarden Euro im kommenden Jahr hin. Damit soll ein Sozialausgleich für Geringverdiener finanziert werden.

Das 2011 drohende Defizit von elf Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung soll nun durch Einsparungen im Volumen von vier Milliarden Euro im Gesundheitssystem und durch die Zusatzbeiträge ausgeglichen werden. Rösler kritisierte erneut die CSU, die bislang nur kritisiert, aber keine Alternativvorschläge vorgelegt habe. Das Milliarden-Defizit werde man "nicht allein durch politischen Widerstand ausgleichen können", sagte Rösler.

"Komplizierte und ungerechte Pläne"

Die SPD hat den Stopp der geplanten Kopfpauschale hingegen begrüßt. Gesundheitsexpertin Carola Reimann erklärte, es sei gut, dass die "komplizierten und ungerechten Pläne" von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) erst einmal vom Tisch seien. "Es war von Beginn an klar, dass dieses Bürokratiemonstrum nicht funktionieren kann und letztlich nur dazu dienen soll, die Beitragssteigerungen für Geringverdiener zu verschleiern", sagte die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag.

Besorgt äußerte sich Reimann jedoch über den Stellenwert der Gesundheitspolitik in der Bundesregierung. "Selten ist ein Minister derart öffentlich demontiert worden", sagte sie. Diese Demontage schwäche Röslers Position im Kabinett. "Der Minister landet einen Flop nach dem anderen", meinte Reimann. Sie fragte, wer künftig noch einen Vorschlag aus dem Ministerium ernst nehmen könne. "Ich mache mir große Sorgen, dass dieser immens wichtige Politikbereich durch die Schwäche des Ministers an Bedeutung verliert", erklärte die SPD-Politikerin. "Und das gerade in einer Zeit, in der zahlreiche Reformprojekte in der Gesundheitspolitik gestemmt werden müssen."

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 30)
 
gunsha (06.06.2010, 09:41 Uhr)
@ aretana
Stimmt, ich hatte 3 (drei) EKG's innerhalb von 4 Wochen!
gunsha (06.06.2010, 09:37 Uhr)
Kopfgeld für oder auf Rösler!?
Das ist die grosse Frage!
RentnerRolf (05.06.2010, 19:44 Uhr)
"UNSER" Gesundheitsminister
hatte doch, wenn ich mich recht besinne, versprochen seine weitere politische Zukunft an die Kopfpauschale zu koppeln.
Diese ist ja nun gestorben. Wann endlich wir der liebe Herr Roesner nun mit Demut ( wie sdein Kollege Wulff) sein Amt verlassen und aus der Regierung ausscheiden?? Oder hatte er nur gelogen ??
aretana (05.06.2010, 18:03 Uhr)
Wir brauchen ein völlig neues Konzept!
Milliarden werden für technische Doppel- und Dreifachuntersuchungen verbraten.
Fast jeder Hausarzt hat ein technisches Equipment, was sich natürlich amortisieren muss.
Die Kassen würden immens einsparen, wenn die Beratung beim Arzt gut honoriert würde und eine Untersuchung in einem technischem Zentrum gemacht würde.

Allein das ausführliche Gespräch mit dem Arzt würde ebenfalls Millionen an Medikamtenkosten einsparen, denn die meisten Krankheiten haben einen seelischen Hintergrund, und wenn der Patient sich vom Arzt verstanden fühlt, ist das schon mindestens die halbe Heilung.
Hier muss angesetzt werden.
Warum haben Heilpraktiker einen so grossen Zulauf? Die beschäftigen sich mit dem Menschen und nicht mit den Apparaten.
rockyciano (05.06.2010, 15:12 Uhr)
Wir stehen vor einem
weitaus grösseren Problem als das Gesundheitssystem - die Beamtenversorgung.Dieses Problem wird von der Politik ganz bewußt verschwiegen.

Dabei wäre Handlungsbedarf dringend geboten.Für die Verwaltungsexpertin Gisela Färber ist die Lage der Beamtenversorgung "so alarmierend wie die Finanzkrise".

In einer noch unveröffentlichten Studie für die Hans-Böckler-Stiftung hat Färber die kommenden BELASTUNGEN berechnet.

Ihr Ergebnis:Würde der Staat jetzt schon ernsthafte Vorsorge bis 2050 treffen,müsste er rund 970 Milliarden Euro zurücklegen.Dies bedeutet im Klartext,dass man in öffentliche Kassen(auf Pump) greifen wird,mit der Folge steigender Steuern und wachsender Schulden.Diese Angaben sind bei der Wirtschaftswoche nachzulesen:Beamtenpensionen sprengen die Haushalte.

Darüber mache ich mir weitaus mehr Sorgen..........
schmutzpuckel (05.06.2010, 10:44 Uhr)
@paladin 09
sehr deutliche Worte, den ich mich zu ein hundert Prozent anschließe...
schwabach (05.06.2010, 10:30 Uhr)
Kopfpauschale

Das ist der Preis der FDP--dass sie Wulff
als BP mit Tragen--

wir bezahlen bei jedem Arztbesuch

5 Euro--die CSU schlägt das vor--
und die ARBEITGEBER VERBÄNDE

WIR die gesetzl. VERSICHERTEN BEZAHLEN --die ZECHE---und das ist NUR DER ANFANG!!
migrantix (05.06.2010, 10:15 Uhr)
Die Gesundheitspolitik der CSU ...
... besteht aus einem NEIN zu allem, was Rösler vorschlägt, aus sonst nichts.
schwabach (05.06.2010, 10:06 Uhr)
Kopfpauschale//Erhöhungen
jeztt ist es raus--Rösler wird von CSU zurück gepfiffen--wäre erstmal gut --ABER-----AGV---fordern bei jedem Arztbesuch--5.-Euro---
dies begrüßt auch die CSU---so verliert die FDP ihr Gesicht nicht--ist nur eine Mauschelei gewesen---DIES war von vorne herein---PLAN B---jeder Arztbesuch heißt--zB. wer Spritzen--Blutentnahme etc. braucht bezahlt JEDESMAL
das ist ein HOHN--dies gilt NUR für gesetzl.VERSICHERTE--die anderen Privaten---haben damit nichts zu tun !!
dann kommt noch die Tabaksteuer und--und--und---
Jetzt SIEHT MAN WER DIE ZECHE BEZAHLT !!
paladin09 (05.06.2010, 06:15 Uhr)
Rößler muß neues Reformkonzept
vorlegen? Der hat doch garkein neues Reformkonzept oder überhaupt eine Reform im Kopf.
Rößler sein Konzept ist und bleibt das Prämienmodell was die Versicherten ohne Beteiligung der Arbeitgeber einseitig belastet und die stiegenden Kosten den Versicherten allein anlastet.
Die Zusatzbeiträge für alle gesetzlich Versicherte zu erhöhen kommt auf das gleiche raus, wie das Prämienmodel. Die Versicherten sollen einseitig und zusätzlich belastet werden.
Ob Prämienmodel oder Zusatzbeiträge beides Modelle verfolgen das gleiche Ziel und werden für die Versicherten schon bald zu einem einseitgen Fass ohne Boden.
Rößler - FDP und deren Klientelpolitik muß beendet und abserviert werden. Diese Partei ist eine Gefahr für die Demokratie, unsere im Grundgesetz verankerten Sozialsystem, wenn nicht sogar eine System - grundgesetzfeindliche Partei!
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