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11. Juli 2009, 12:47 Uhr

SPD streitet über Rentengarantie

Mit scharfen Worten hatte Finanzminister Peer Steinbrück die Rentenpolitik der Bundesregierung kritisiert und damit für Wirbel in der SPD gesorgt. Jetzt versucht Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier die Debatte zu beruhigen und bekräftigte die Rentengarantie.

Steinbrück, Steinmeier, Rentengarantie

SPD-Kanzlerkandidat hat die Rentengarantie der Bundesregierung noch einmal bekräftigt© AFP

Angesichts zunehmender Unruhe auch in den eigenen Reihen hat SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier den Renten-Vorstoß von Finanzminister Peer Steinbrück zurückgewiesen. "Wir dürfen keine Gruppe unserer Gesellschaft gegen eine andere ausspielen: Das ist ein zutiefst sozialdemokratischer Gedanke", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende der "Welt am Sonntag". Er versuchte zugleich, den Konflikt mit dem anderen SPD-Vize abzumildern: "Peer Steinbrück trägt die Rentengarantie mit, weist aber zu Recht darauf hin, dass wir immer auch die Frage der Generationengerechtigkeit im Auge behalten müssen." Steinbrück erntete auch am Samstag über Parteigrenzen hinweg Unverständnis.

Der Sozialverband VdK warnte wie Steinmeier davor, die Generationen gegeneinander auszuspielen. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher wies in der "Süddeutschen Zeitung" Steinbrücks Äußerung zurück, die jüngste Rentenerhöhung und die Rentengarantie gingen zulasten der jüngeren Generation. "Die Generationengerechtigkeit nur an der Rentenfrage festzumachen ist zu kurz gesprungen." Die wirkliche Auseinandersetzung verlaufe nicht zwischen Jungen und Alten. "Sie verläuft zwischen denen, die von Armut bedroht oder betroffen sind, und jenen, denen es immer noch sehr gut geht."

Steinbrück bekräftigt Kritik

Steinbrück hatte seine Kritik an den Beschlüssen zugunsten der Rentner am Freitag bekräftigt. Zwar stelle er die Rentengarantie nicht in Frage - angesichts einer "bemerkenswerten Rentenerhöhung" und anderer Maßnahmen stelle sich aber "langsam die Frage, ob das unter dem Gesichtspunkt der Generationengerechtigkeit nicht grenzwertig ist". Außerdem hatte der SPD-Vize "große Zweifel" geäußert, "ob das für nachfolgende Generationen das richtige Signal ist". Der heutigen Rentnergeneration gehe es "so gut wie niemals einer zuvor". Die "Gekniffenen" seien dabei die heute 25- bis 35-Jährigen, sagte der Minister der "Frankfurter Rundschau".

Zum 1. Juli waren die gesetzlichen Altersbezüge im Westen um 2,41 Prozent und im Osten um 3,38 Prozent angehoben worden. Auch für die kommenden Jahre sind sinkende Renten ausgeschlossen, selbst wenn die Löhne der Beschäftigten sinken. Die bereits vom Bundestag beschlossene Rentengarantie wurde am Freitag auch vom Bundesrat gebilligt. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Garantie nicht in Anspruch genommen werden muss.

Arbeitsminister Scholz hatte am Freitag seinen Renten-Kurs mit teils harschen Worten verteidigt. Der Vorsitzende des Bundestags-Sozialausschusses, Gerald Weiß, sprang ihm in der "Bild"-Zeitung bei: "Wir dürfen jetzt nur nicht umfallen. Die Renten-Garantie bringt Sicherheit für die Bürger."

Die Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation Jungsozialisten, Franziska Drohsel, unterstützte Scholz ebenfalls: "Als Jusos können wir die panische Debatte über die Rentengarantie nicht nachvollziehen", sagte sie dem "Hamburger Abendblatt". "Wir sehen keinen Generationenkonflikt. Vielmehr ist es eine soziale Frage, ob auch ältere Menschen in dieser Gesellschaft menschenwürdig leben können." Der frühere Arbeits- und Sozialminister Walter Riester (SPD) hatte allerdings in der "Rheinischen Post" Steinbrück unterstützt: "Die Rentengarantie war in der Sache falsch."

DPA

 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Aquarius2 (12.07.2009, 18:24 Uhr)
Das ist SPD
und das ist es, warum die Partei bzw. deren Funktionäre unwählbar geworden sind.
Die Halbwertzeit von Zusagen ist kaum noch messbar.
Und so wird es wohl mit vielen, vielen anderen Wahlversprechen auch kommen.
Einer hat es immer anders gemeint, auch wenn er zugestimmt hat.
GrundlRoland (12.07.2009, 15:23 Uhr)
Renten
Komisch daß wieder nur die SPD darüber streitet. Auch in der Union gibt es genügend - Oettinger, Guttenberg, Junge Union - die dasselbe aussrprechen. Dies wird aber natürlich vom Stern und seinen Hofherolden nicht erwähnt, passt ja auch nicht in Strategie zur Wahl.
ganzbaf (12.07.2009, 08:48 Uhr)
Diese Forderungen...

kann man bedenkenlos unterscheiben ;-)
gmathol (11.07.2009, 23:05 Uhr)
Rentenreform Schweiz...
...dort hat man 1954 erreicht das der Staat ueberhaupt keinen Zugriff auf die Rentenkassen mehr hat.
Hier muss ein deutscher Volksentscheid aehnliches leisten und auch die Politiker und Pensionaere die die deutsche Rentenversicherung bestohlen haben enteignen.
Anschliessend sollte man eine Flaeche in der ehemaligen DDR einzaeunen und diese Eliten dort freilassen.
Margrit1 (11.07.2009, 19:45 Uhr)
Staat
so lange der Staat sich aufspielt asls gehöre die Rentenversicherung ihm, so lange wird es Theater geben.
Es wird Zeit, dass dem Staat, disen unseligen Politikern der Griff auf usnere ureigensten Versicherungen entzogen wird, hierzu gehört auch die Krankenvers.
Beide Vers. werden seit Jahren mißbraucht um Staatsaufgaben zu finanzieren. De facto findet ein Rentendiebstahl durch statt
Ja, es geht einigen Rentnern sehr gut.
Aber ich kann nicht finden, dass es einem Alleinstehenden mit mal gerade 900 oder 1000€ gut geht.
Steinbrück soll lieber mit den Banken ordentliche Verträge machen, denen eer unser Steuergeld in den Rachen geworfen hat.
Die zahlen nun von unserem Geld Boni an die Manager
kralli19 (11.07.2009, 19:38 Uhr)
@ Gewissen
LOL, ymmd.....sie haben aber die Ironie-Tags vergessen...
Gewissen (11.07.2009, 19:11 Uhr)
Steinbrück...
...ist zZt. der einzig fähige Politiker in der SPD, und er hat Recht!
Angel_of_Mercy (11.07.2009, 17:04 Uhr)
Jawohl
an die wirtschaftlichen Strömungen anpassen und zwar an die Vermögensentwicklung der oberen 10.000.
Sollt mal sehen wie schnell die Albrechts, Schickedanz',Ottos, Quandts und wie sie alle heißen geschröpft werden ;-)
Es ist genug Geld für alle da. Ein bischen blöd verteilt, aber es ist da.
knilch_59 (11.07.2009, 15:40 Uhr)
Ein Streit um nichts …
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Völlig verblödete Scheindiskussion … um was für eine „Garantie“ geht es eigentlich?
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Sollen die Rentenbeträge garantiert werden? Wenn ja, Brutto oder Netto? In den vergangenen Jahrzehnten kam es schon mehrfach zu Rentenkürzungen, indem die Pflegeversicherung eingeführt wurde, oder die Beiträge zur Krankenversicherung der Rentner erhöht wurden.
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Und über die Inflation und auszulassende Rentenanpassungen gibt es immer eine Möglichkeit, den Rentnern Kaufkraft wegzunehmen – man muss nicht auch noch ausdrücklich die Beträge kürzen …
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Es ist Herr Steinbrück mit seinem Finanzministerium, der über die Garantien wacht, die sämtliche privaten Rentenfinanzierer geben müssen. Betriebsrenten müssen – gesetzlich – angepasst werden, private Renten müssen ebenfalls Garantien geben – nur die Gesetzliche Rente nicht? Diesen Widerspruch wird Herr Steinbrück aufzulösen haben!
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Aber so ist das, wenn man von „der Rente“ als einer Einheit spricht – aus zu großem Abstand wird die Problematik immer die Realität entstellen: Ja, Steinrück hat recht mit seiner Behauptung, dass es sehr viele Rentner gibt, denen der Staat weitaus mehr garantiert, als es an sich seine Aufgabe wäre. Wer heute Mitte Dreißig ist, einen sicheren Job hat, gut verdient und das noch bis 67 durchhält, kann durchaus auf einen Rentenanspruch von 2.300 € Brutto (nach heutigen Formeln) kommen. Der Ehepartner noch mal das Selbe (die Mitte hat ja keine Kinder mehr), macht 4.600 € Familieneinkommen in der Rente. Aber gleichzeitig werden sehr viele das eben nicht schaffen: Durchbrochene Erwerbsbiografien, Frührente, Singleleben, … sehr viele werden sich mit rund 1.000 € zufrieden geben müssen, und das bedeutet eben, dass man in den schlappen 30 Jahren, die man als Rentner verbringen wird, jeden Tag jeden cent zweimal umdrehen muss – keine schöne Perspektive! Diesen Widerspruch aufzulösen, wäre die erste Aufgabe der Politik. Aber genau dazu wird allseits geschwiegen!
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Die Frage ist nämlich nicht, ob der Staat „die Rente“ garantiert, sondern in welcher Höhe. Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, Luxus-Rentner zu versorgen. Das kann schon bei den Gesetzlich Versicherten anfangen, erstreckt sich aber noch viel stärker in den Bereichen der Zusatzversorgung im öffentlichen Sektor und – vor allem – bei den Pensionen der Beamten. Was macht eine „angemessene Versorgung“ aus? Der doppelte Sozialhilfesatz für den täglichen Bedarf, also rund 720 € plus fiktive Mietkosten einer ordentlichen Zweizimmerwohnung, also rund 500 €. Also rund 1.200 € netto, für die der Staat gegenüber seinen Alten geradezustehen hat, egal ob es regnet oder die Sonne scheint. Aber was darüber hinausgeht, muss eben nicht „garantiert“ werden, sondern kann sich durchaus auch mal an den Strömungen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung orientieren.
Corazito3333 (11.07.2009, 15:40 Uhr)
Garantien??? Lügen, mehr nicht!
Es wird Altersarmut auf Hartz IV-Niveau
Glück dem der nie gearbeitet hat und kostenlos in seiner Sozialwohnung sitzt, oder der bis dato in seiner Sozialwohnung saß und jetzt in sein Häuschen in der Heimat gehen kann.
ARBEIT MACHT REICH!!!
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