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Im Wahlkampf galt Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier als kreuzbraver Langweiler. Jetzt ist er Fraktionschef der SPD. Und gleich seine erste Rede war um Längen aufregender als vieles, was er bislang gezeigt hat.
Deutschland geht es trotz Eurokrise gut, stellte Bundeskanzlerin Merkel fest. Die Opposition sieht das naturgemäß ganz anders. stern.de dokumentiert die Haushaltsdebatte im Bundestag.
Scharfe Worte von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier: In der Generaldebatte im Bundestag warf er Angela Merkel Versagen vor. Die Kanzlerin ließ die Kritik an sich abperlen.
Wahrlich eine historische Woche: Erst 20 Jahre Mauerfall feiern, nur ohne die Leichtigkeit von damals. Dann einem verwandelten Hau-Drauf-Steinmeier im Bundestag zuschauen. Und schließlich noch Münte Adieu sagen. Zeit für den Abwasch.
Zehn Minuten Standing Ovations, ein durchgeschwitzter, glücklich winkender Frank-Walter Steinmeier, neben ihm seine Frau, hinter ihm die Parteilinke Andrea Nahles. Es ist, als wollten sich die Sozialdemokraten selbst hypnotisieren - um sich eine Chance bei der Bundestagswahl weis zu machen.
Die SPD meldet sich zurück: Früher als alle anderen Parteien hat sie ihr Regierungsprogramm für die Bundestagswahl präsentiert. Bei Frank-Walter Steinmeiers Rede in Berlin wurden zwei Dinge deutlich: Der Kanzlerkandidat ist immer noch auf der Suche nach einem Wahlkampfschlager. Und weniger Amerika stünde ihm besser.
Wochenlang war er nicht präsent, seine Partei begann zu murren: Nun sprach Spitzenkandidat Steinmeier auf dem SPD-Europa-Parteitag zur Wirtschaftspolitik. Seine Kernaussage: keine Steuersenkungen, lieber kommunale Investitionen. Das zielte weniger auf Merkel als auf die FDP.
Die SPD hat einen neuen Vorsitzenden und einen Kanzlerkandidaten gewählt. Und klar ist spätestens seit heute: In Zeiten der Finanzkrise sehen die Sozialdemokraten ihre große Chance gekommen, wieder mehrheitsfähig zu werden. Doch längst nicht alle Probleme sind gelöst.
Ist Kurt Beck noch zu retten? Angeblich plant die SPD-Rechte einen Putsch gegen ihren Parteichef. Davon unbeeindruckt setzt der sich nun zur Wehr: Er werde sich nicht verstecken sondern kämpfen, sagte Beck jetzt. Und überhaupt: Anonyme Kritik an ihm sei feige.
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