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13. November 2007, 09:59 Uhr

Begleiten, nicht töten

Kirche, Ärzte und Politiker machen sich für ein Verbot der Sterbehilfe stark. Professionelle Tötungsangebote seien ein "Geschäft mit der Angst", sagte der Präsident der Ärztekammer. Stattdessen müsse die Sterbebegleitung verbessert werden.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, spricht sich gegen ein professionelles Sterbeangebot aus© Steffen Kugler/DPA

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, unterstützt die Bundesratsinitiative mehrerer Länder für ein Verbot professioneller Sterbehilfe. Der "Bild"-Zeitung sagte der oberste Vertreter der Ärzteschaft in Deutschland: "Wir dürfen nicht zulassen, das Geschäftemacher Menschen in Not ausnutzen." Statt eines Tötungsangebots müsse die Sterbebegleitung weiter verbessert werden

Geschäft mit der Angst

Konkret unterstützte der Ärztepräsident laut Vorabmeldung einen Antrag, den die Länder Hessen, Saarland und Thüringen im Bundesrat eingebracht haben. Danach soll professionelle Sterbehilfe mit fünf Jahren Haft geahndet werden können. Der Präses der Evangelischen Kirche in Westfalen, Alfred Buß, forderte ebenfalls, statt über die Zulassung von Sterbehilfe und Sterbehilfe-Organisationen zu debattieren, sollte über eine bessere Sterbebegleitung nachgedacht werden.

Im Gespräch mit der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" sagte Buß, Sterbende sollten nicht allein gelassen werden. Durch Gespräche, menschliche Nähe und Zärtlichkeit sollte ihnen das Gefühl vermittelt werden, "dass jemand ihnen im wahrsten Sinne des Wortes dabei hilft, auf die andere Seite zu gelangen". Sterbehilfe-Organisationen müssten sich den Vorwurf gefallen lassen, Geschäfte mit den Ängsten der Menschen zu machen.

Schmerzlindernde Versorgung mangelhaft

Zwei Politiker CDU und SPD forderten eine ihrerseits eine bessere Versorgung mit Palliativmedizin. "Es gibt viel zu viele Menschen in Deutschland, die mit ihren Leiden allein gelassen werden", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Derzeit sei es für die Krankenkassen nicht attraktiv, mehr für die teure schmerzlindernde medizinische Versorgung von Schwerstkranken zu tun.

CDU-Ethikexperte Hubert Hüppe sagte demselben Blatt: "Die Versorgung mit Palliativmedizin muss besser werden." Er bemängelte, dass entsprechende Maßnahmen der Gesundheitsreform noch nicht umgesetzt seien. Viele Menschen wollen zu Hause sterben - und nicht im Krankenhaus oder im Heim. Die im April in Kraft getretene Gesundheitsreform sehe entsprechende Hilfen vor. Doch gebe es noch keine Einigung mit den Krankenkassen über eine Finanzierung.

AP
 
 
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