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30. Juni 2008, 19:25 Uhr

Doktor Kusch und der Tod

Es ist eine bizarre Aktion, mit der sich der im politischen Nirwana verschwundene Hamburger Ex-Senator Roger Kusch wieder ins Rampenlicht drängt: Er hat den Selbstmord einer 79-Jährigen in Würzburg begleitet. Nun erläuterte er die Umstände. Von allen Seiten prasselt Kritik auf ihn ein, die Justiz ermittelt. Von Tonio Postel

© Marcus Brandt/DPA

Im mit zugezogenen Gardinen verdunkelten Konferenzraum des SAS-Hotels am Hamburger Dammtor herrscht betretenes Schweigen. Schließlich ist der Grund der Pressekonferenz kein alltäglicher: Es geht um den assistierten Freitod von Bettina Schardt, einer 79-jährigen Frau aus Würzburg, die am Samstag auf eigenen Wunsch und unter Anleitung des ehemaligen Hamburger Justizsenators, Roger Kusch, freiwillig in den Tod gegangen ist.

In Deutschland schwelt die Debatte über Sterbehilfe spätestens seitdem immer wieder Deutsche in die Schweiz fahren, um sich dort, etwa vom Verein Dignitas, beim Sterben unterstützen zu lassen. Seither wird über die Frage gestritten, unter welchen Bedingungen auch in Deutschland würdevoll gestorben werden kann - und wer wem wann dabei helfen kann. In Deutschland ist jede Form der aktiven Sterbehilfe verboten. Eine Selbsttötung ist nicht strafbar, weshalb auch die Beihilfe dazu, also die Versorgung mit legal erhältlichen Medikamenten, eigentlich nicht strafbar sein kann.

Kusch, Ex-Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof, Ex-CDU-Senator in Hamburg, stets Hardliner und mittlerweile Chef der reichlich erfolglosen Partei "Rechte Mitte Heimat Hamburg", versucht sich seit längerer Zeit mit diesem Thema aus dem politischen Nirwana herauszukatapultieren. Deshalb hatte er Ende März auch eine "Selbsttötungsmaschine" vorgestellt, eine Apparatur, die nach dem Muster der in den USA umstrittenen Giftspritze funktioniert und es dem Patienten ermöglicht, den Auslöser selbst zu betätigen.

"Mir geht es um Selbstbestimmung"

Diesmal kam der Apparat allerdings nicht zum Einsatz. Kuschs Stimme ist belegt, sein Blick beinahe schüchtern, als er beginnt, in die vor ihm platzierten, bunten Mikrofone der großen deutschen Sendeanstalten zu hauchen. Neben ihm steht ein großer Flachbild-Fernseher, auf dem er gleich Sequenzen des Abschieds-Gesprächs mit Frau Schardt vorführen wird. Ein steckbriefartiges Papier mit einem Farbfoto und ihrer Vita wurde bereits verteilt. Das Bild zeigt eine rauchende Dame mit grauem Haar und einem rosafarbenen Kleid, die Altkanzler Helmut Schmidts Schwester sein könnte.

Den ersten Eindruck bestätigen Videoaufnahmen, in denen Bettina Schardt mit Roger Kusch im Wohnzimmer ihrer Würzburger Wohnung plaudert und lacht, als wolle man sich gleich gemeinsam die nächste Folge von "Wer wird Millionär" anschauen. "Mir geht es um Selbstbestimmung bis zum letzten Atemzug, das ist die Voraussetzung für eine freie Gesellschaft", sagt Kusch. Deshalb hätte er es auch als "respektlos" empfunden, sich dem ausdrücklichen Willen der Frau zu widersetzen. Und dieser sei es nun mal gewesen, jetzt zu sterben. Obwohl sie "keine dramatischen Erkrankungen" gehabt habe, wie Kusch ausführt, "nur einen Knoten in der Brust." Nur eben diese Todessehnsucht, die stärker gewesen sei als alles andere.

Weil sie das Haus nicht mehr habe verlassen können und sich "so schlecht bewegen und versorgen" habe können, wie Kusch referiert. "Manchmal habe ich Hunger und kann mir so schlecht etwas kochen, weil ich nur meinen rechten Arm bewegen kann." Dazu sei eine Aversion gegen Altersheime gekommen, in welche sie nicht "verfrachtet" werden wollte.

Wirklich bemitleidenswert?

Es "ist eines freien, modernen, aufgeklärten Landes unwürdig, seine besonders hilfsbedürftigen, bemitleidenswerten Menschen am Ende ihres Lebens zum Sterben nach Zürich zu schicken", begründet Kusch seine Aktion. Aber war das Leben dieser Frau wirklich so bemitleidenswert? Trotz ihres "makabren Humors", wie sie es selbst nannte, wirkte sie ziemlich lebensfroh. Und, der Gedanke lässt sich nicht verdrängen, wie ihr Leben wohl ausgesehen hätte, wenn ihr jemand eine Perspektive aufgezeigt hätte, einen Weg heraus aus dem gedanklichen Tunnel aus Zweifeln, Einsamkeit und Ausweglosigkeit.

Kusch war dafür der falsche Mann. Er wiederholt auf Nachfragen der Medien lieber immer wieder, wie ein störrisches Kind, dass er sich keine Belehrung der Sterbewilligen anmaßen würde. Das Verhältnis der beiden sei zudem außerordentlich gut gewesen: "Es gibt keinen Menschen, dem ich je größeren Respekt und Achtung entgegengebracht hätte." In "unzähligen Telefonaten" und bei seinen vier Besuchen in Würzburg habe man Gespräche über Gott und die Welt geführt, die "beiden Freude machten".

Ein Cocktail mit Gift

Dass letztlich aber nicht der von Kusch gepriesene, trafoartige Tötungsautomat zum Einsatz kam, lag offenbar an einer Schwachstelle bei dessen Entwicklung: Bei der Maschine müsse man immer eine Kanüle in einer Vene legen, wobei die Gefahr bestehe, dass man diese verfehle, sagt Kusch. "Das kann passieren."

Also verabreichte Kusch der Dame einen Cocktail aus einem starken Malariamittel namens Chloroquin und dem Beruhigungsmittel Diazepam. Die Medikamente habe er auf drei Becher verteilt und verrührt. Die Medikamente habe die Frau selbst besorgt. Um sich rechtlich schadlos zu halten, habe Kusch dann "ein bis zwei Minuten" bevor sie den Gift-Mix trank, den Raum verlassen müssen. Sie nicht in den Tod begleiten zu dürfen sei "das Belastendste" für ihn gewesen.

Ob er nun strafrechtlich belangt werde, wisse er nicht, ausschließen könne er das nicht. Es scheint ihm aber ziemlich egal zu sein. Er wirkt wie ein Missionar. Sein Tötungsautomat stehe übrigens nach wie vor einsatzbereit zur Verfügung.

Sowohl die Würzburger als auch die Hamburger Staatsanwaltschaft leiteten Ermittlungen ein. Nach Angaben des Würzburger Oberstaatsanwalts Erik Ohlenschlager werden nun die Umstände des Todes der 79-Jährigen überprüft. Es solle festgestellt werden, ob es sich um einen eigenverantwortlichen Selbstmord gehandelt habe, ob andere Menschen daran beteiligt gewesen seien und ob strafrechtliches Handeln vorliege. Ein Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft sagte, es seien Vorermittlungen eingeleitet worden.

Purer Zynismus

Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg, bezeichnete Kusch unterdessen als "reinen Selbstmordtäter", der einen Medikamentencocktail als Ersatz für menschliche Zuwendung anböte. "Es ist an Zynismus kaum noch zu überbieten, wie Herr Dr. Kusch für seine ganz persönliche Eitelkeit die Einsamkeit einer Frau instrumentalisiert", sagte Montgomery laut einer Presseerklärung. Der Vorstand der Deutschen Hospiz-Stiftung, Eugen Brysch, sagte, es gehe Kusch nur um die öffentliche Aufmerksamkeit. "Es gibt ein Recht auf Leben, es gibt auch ein Recht auf Sterben, es gibt aber nicht das Recht auf Tötung."

Kritik kam in Hamburg auch von CDU und SPD. "Wir brauchen keinen promovierten Todesengel, sondern Verbesserungen für Menschen in hohem Alter oder mit schwersten Krankheiten", sagte die Rechtsexpertin der SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, Jana Schiedeck. Die CDU schrieb, Kuschs Verhalten sei "an Verachtung des menschlichen Lebens nicht zu überbieten." Die Staatsanwaltschaft solle rasch prüfen, "wie diesem ehemaligen Justizsenator strafrechtlich beizukommen ist", sagte der CDU-Fraktionsvitze, Wolfgang Beuß.

Als Kusch am vergangenen Samstag, wenige Stunden nach dem Verabreichen der Medizin, in die Wohnung der Frau zurückkehrte, habe Bettina Schardt in "schlafähnlicher Körperhaltung" im Bett gelegen. Tot. "Dann packte ich meine Kamera ein und ging", sagt Roger Kusch. Er verzieht keine Miene.

Von Tonio Postel
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
sunnyboy_1 (01.07.2008, 18:47 Uhr)
an leser 46
tach Herr Kollege.
Leider haben sie meine einfachen Saetze nicht richtig aufgenommen, sonst waere ihnen aufgefallen, dass ich von Aerzten sprach, die sich mit alten und kranken Leuten ihre Broetchen und Haeuser verdienen, nicht mit Toten. Das muesste Ihnen doch als Arzt einleuchten ?? ;-))
Es ist teilweise ein Skandal, was ich hier so lese. Eure Respektlosig-und Ueberheblichkeit, Menschen gegenueber, die beschlossen haben, zu sterben, ist bezeichnend und erschreckend zugleich. Ihr habt NICHT das Recht, mir einreden zu wollen, dass mein Leben doch noch so schoen werden koennte oder sei.
ICH will bestimmen, wann ich ins Gras oder die Tabletten beisse, nicht IHR !!
Es ist muessig, darueber zu spekulieren, wie schoen noch alles haette werden koennen. Was ist, wenn es nicht so kommt, wie ihr es euch ausgedacht habt? Wenn die noch "lebenslustige" Dame nach kurzer Zeit einen Schlaganfall bekommt, von dem sie sich nicht mehr erholt und fortan pflegebeduerftig ist?
Sicher, das ist der Zustand, den sich Pflegestationen wuenschen, denn da koennen sie wieder "anstaendig" Kohle abschoepfen. Die alte Dame tat genau das Richtige. Sie muss wissen, wann es fuer sie Zeit ist, und nicht ihr.
Wenn sie absolut hilflos und nicht mehr klar bei Verstand ist, wird sie den "Helfern" bedingungslos ausgeliefert sein.
Meine Hochachtung der Dame und Dr. Kusch.
Dass Dr. Hackethal an Krebs gestorben ist, wusste ich, dass er als Kurpfuscher verstarb, ist mir neu.
Leser46 (01.07.2008, 12:26 Uhr)
Altenheim oder Tod?
Vorweg: auch ich kann mir Situationen vostellen, in denen ich selbst meinem Leben ein Enden setzen will. Ich kann aber doch nicht gutheissen, dass sich ein gesunder 79 jähriger Mensch das Leben nehmen will, weil es keinen Platz fuer diesen Menschen in unserer Gesellschaft gibt! Altenheime sind scheisse, also schlag ich alle tot! Hier muss man doch was an den Ursachen machen!
@petermeyer: du meinst mit 79 wäre es wohl an der Zeit sich mal so langsam das Leben zu nehmen. Sicher wird man nicht fitter, aber darf man als alter Mensch es nicht trotzdem gut haben? Die meisten Teenies denken sicherlich dass man sich spätestens mit 40 umbringen sollte!
@sunnyboy: ich bin selber Arzt und hätte gerne mal die Adresse der Klinik, wo ich mir an deinem Tod ein zweites Häuschen verdienen kann! Ich versuche immer noch an das erste zu kommen! Mal ernsthaft: Sterbende sind ökonomisch in der Regel ein Verlustgeschäft weil der betriebene Aufwand in keinem Verhältniss zur Bezahlung steht. Da machte Hackethal es schon besser: Suprefact spritzen, kräftig privat abkassieren und dann nix wie nach Hause mit den Patienten! (Hackethal hat tolle Buecher geschrieben und viele neue Aspekte in die Medizin gebracht, ist aber leider als Kurpfuscher geendet).
@mauri: wie du die Situation deines sterbenden Vaters beschreibst, ist tragisch. So darf es nicht enden. Hier brauchen wir aber keine aktive Sterbehilfe sondern einen verständigen Arzt, der weiss, wann es zuende ist und es auch wagt, eben nicht zu therapieren.
Ich lebe und arbeite in Schweden. Hier gibt es keine solche Diskussion. Wahrscheinlich, weil wir eine relativ gut funktionierende palliative Medizin haben und hier nicht so “austherapiert” wird wie in Deutschland. Wenn ich mit den Angehörigen gesprochen habe, möglichst den Patienten von vorher kenne, ist es keine Problem ihn im Krankenhaus/ Heim oder Zuhause in Ruhe und Wuerde sterben zu lassen, ohne Infusionen oder letztendlich doch sinnlose medizinische Behandlung.
Asteriskina (01.07.2008, 08:50 Uhr)
Dulden?
Wenn wir solche Kuschs dulden, dann sind Tür und Tor für euthanasie-ähnliche Zustände geöffnet. Dann nämlich treibt man ältere Menschen geradezu in den Tod hinein. Sie fühlen sich ja ohnehin oftmals als Last in dieser kalten Gesellschaft und lassen sich dann sicher leicht dazu bewegen, jene feine Gesellschaft vom "Ballast" zu befreien. Ich finde die Kusch-Geschhichte so extrem menschenverachtend, dass mir die Spucke wegbleibt. Er hätte seine Energie besser darin verwendet, der betroffenen Frau, die ja durchaus Lebensqualität noch hatte, anderweitig zu helfen.
Auch angesichts dessen, dass solchen Leuten auch noch via Pressekonferenz eine Plattform geboten wird, zweifel ich so langsam am Verstand mancher Mitbürger, die sich selbst zu gottähnlichen Wesen ernennen. Wo um Himmels Willen sind wir angekommen? Ist das auch ein Auswuchs der ach so heilig gepriesenen Globalisierung?
Natürlich soll ein Mensch, dessen Lebensqualität aufgrund von Krankheit nicht mehr vorhanden ist, eine selbstbestimmte Entscheidung treffen dürfen. Jenseits von Zustimmungen Dritter. Aber so doch nicht. Kusch ist eine Landplage und Zumutung und ich frage mich, wo bleiben rechtliche Konsequenzen?
petermeyer (01.07.2008, 08:49 Uhr)
@undjetztnochder
das problem ist aber auch , sie respektieren eben nicht den wunsch der alten dame.
ich kann die gedanekn selber gut nachvollziehen , sie wollte selbstbestimmt sterben, zu einem zeitpunkt wo es ihr relativ gut geht - sie war 79 . besser und fitter wird sie nicht mehr und wird niemand im alter.
ich bin zwar erst 40 , aber ich kann mir auch gut vorstellen mit mitte 70 mich zu "verdrücken" und dann mäöchte ich das auch in würde tun und mich nicht aus dem hochhaus werfen oder vor den zug .
leider wird immer unterstellt man würde depri sein oder sonstwas, wenn man auch einigermaßen fit ist und dann beschließt , es reicht , ich hatte ein schönes leben .
keine ahnung was dr. kusch seine motive sin d, aber was ihm in dem artikel unterstellt wird , ist einfach frech . dem schreiber kann man fast nur was "böses" wünschen und das er mal vor der frage steht...
undjetztnochder (01.07.2008, 08:24 Uhr)
Ein ganz schwieriges Thema
Klar, zum Selbstbestimmungsrecht eines jeden Menschen gehört auch das Recht zu sterben, wenn jemand nicht mehr weiterleben möchte. Und hier besteht auch HAndlungsbedarf, der bisherige Umgang mit Sterbewilligen ist in Deutschland oft unbefriedigend, Verbesserungen sind hier dringend nötig. Die Erfahrung mit Menschen, die einen Selbstmordversuch - teilweise nur durch extrem zufällige Umstände - überlebt haben lehrt aber auch: manchmal ist es ganz gut, nicht zu sterben, obwohl man fest dazu entschlossen war! Insbesondere dann, wenn jemand in eine Krise steckt, die er später überwindet, sagt er oft: wie konnte ich damals nur sterben wollen? Dann sind die Menschen froh überlebt zu haben.
Der Tod ist nun einmal endgültig: wer kann ausschließen, dass die Dame in dem genannten Beispiel nicht auch in einer solchen Krise war? Sie war weder unheilbar krank noch hatte sie unerträgliche Schmerzen. Wer hat sichergestellt, dass alle Möglichkeiten auf Verbesserung ihrer Lebenssituation und ihrer Lebensqualität ausgeschöft wurden? Wurden die Ärzte, die Freunde und Verwandte, auch unsere Gesellschaft mit ihren vielen Hilfsangeboten wie Pflegedienst, Essen auf Rädern etc. mit einbezogen, war die Dame über alle Hilfsangebote ausreichend informiert? Wurde eine depressive Erkrankung ausgeschlossen (die man heute i.d.R. sehr gut behandeln kann)? Es bleibt das ungute Gefühl, dass man der Dame hätte helfen können, wenn man gewollt hätte, und nun ist sie tot! - Ich glaube, Herr Kusch macht es sich etwas sehr einfach, wenn er glaubt, dass er nach ein paar Telefonaten und einigen Besuchen sich zum Herr über Leben und Tod bei einem ihm an sich unbekannten Menschen aufspielen kann. Hinzu kommt der schale Beigeschmack, dass er hier in erster Linie knallharte Eigeninteressen verfolgt, Öffentlichkeitswirksamkeit inklusive. Bei allem Respekt vor dem Sterbewillen der alten Dame: so darf das nicht laufen!
sunnyboy_1 (01.07.2008, 02:11 Uhr)
Goetter in Weiss
Ich unterstuetze ausdruecklich Dr. Kusch´s Aktion und Lebens- bzw. Sterbephilosophie.
Wenn es ein Recht auf Sterben gibt, wie es einer dieser geldgierigen Aerzte schrieb, muss es ein Recht auf Sterben geben. Aber ICH moechte verdammt nochmal bestimmen, wann ich den Arsch zukneifen will. Dazu brauche ich keine Regierung, Luegenkirche und schon recht keinen Arzt, der an mir sich ein zweites Haeuschen verdienen will.
Krankenhaeuser und Aerzte sind Wirtschaft-gemeinschaften. Sie alle leben auch nur von der Kohle, die sie mit den Kranken verdienen. Ihnen kann gar nicht daran gelegen sein, dass die Menschen alle gesund uralt werden. Pure Heuchelei und Verlogenheit.
Ich halte es mit meinem Freund Julius Hackethal, der einst sagte:
Wenn sie einen Arzt sehen, der sie operieren will, machen sie einen weiten Bogen um ihn.
Fazit: Wer kann, besorge sich schon jetzt ausreichend Medikamente und lasse sich beraten, wie er seinem Leben ein Ende bereiten kann, wenn er es fuer richtig haelt.
Wo kommen wir hin, wenn andere mir vorschreiben wollen, wie toll mein Leben noch sein sollte und koennte??
feldsalat (01.07.2008, 01:11 Uhr)
Mit Tieren humaner
Bei uns wird mit Tieren humaner als mit Menschen umgegangen. Wenn mein Hund sterbenskrank ist, nur noch leidet und keine Aussicht auf Besserung besteht, darf ich ihn erlösen lassen von seinen Leiden.
Es ist ein Trauerspiel und Ausdruck verlogener Doppelmoral unserer Politiker und "Ethiker", dass Aktionen wie die des Herrn Kusch überhaupt nötig sind. Und nötig, das sind solche Aktionen offenbar ...
Dies ist MEIN Leben, auch der Tod wird MEINER sein, und ich VERLANGE - verdammt noch mal - dass meine Wünsche respektiert werden, wenn es einmal so weit ist, und dass man mir dann helfen darf!
bijou98 (01.07.2008, 00:46 Uhr)
Danke
Auch ich bin für aktive Sterbehilfe und würde mir von keinem Staat diesen Zeitpunkt vorschreiben lassen.
Ich hatte bereits Kontakt mit Dr. Kusch und kann seine Motivation absolut verstehen.
Hoffentlich wird es immer wieder Menschen geben, die dieses Thema öffentlich machen.

70 % der Deutschen befürworten Sterbehilfe, aber nein, die da oben (Kirche, Politiker usw) sind mit ihrer Doppelmoral nicht zu überbieten.
Wenn wir alle den Tod nicht tabuisieren sondern als etwas natürliches annehemen würden, hätten wir diese Probleme nicht.
Jeder wird wohl für sich seinen eigenen Weg finden müssen.
sirius-blue (01.07.2008, 00:29 Uhr)
soylent green
sterbehilfe ja, aber nur mit sehr hohen hürden, sonst wird das irgendwann "normal" und die lieben erben motivieren die alten weils doch echt schade um das "häusle" wär wenn das für die pflege drauf geht! ne depession weil jemand den arm nicht mehr heben kann und auf essen mit rädern angewiesen ist gehöhrt da nicht dazu!
periquito (01.07.2008, 00:19 Uhr)
Aufklärung
Vielleicht wäre die Dame gar nicht mehr willens gewesen zu sterben, hätte man sie einfach aufgeklärt darüber, dass ein pflegebedürftiger Mensch mit etwas Hilfe sehr wohl seine letzten Tage in Freude in einem Pflege- oder Altersheim verbringen kann, in dem man sich nicht nur um seine Gesundheit, sondern sogar um seine Unterhaltung und zwischenmenschliche Kontakt kümmert.
Diese Hilfe von einem aufmerksamen Menschen hätte Frau S. benötigt, nicht die tödliche PR-Aktion von Herrn Kusch.
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