22. August 2012, 10:12 Uhr

Aufwind für SPD, Flaute für Piraten

Die Sozialdemokraten stehen in der Gunst der Wähler wieder etwas besser da. Die Piraten verlieren an Sympathie und büßen gleich zwei Prozentpunkte ein.

Forsa-Umfrage, Wahltrend, RTL, stern, SPD, Piraten

Hängen geblieben: Piraten auf dem Wasser©

Keine Lust mehr auf Piraten: In der aktuellen Forsa-Umfrage für stern und "RTL" verlor die junge Partei gleich zwei Prozentpunkte. Damit stehen die Piraten nun bei sieben Prozent - der schlechteste Wert seit fünf Monaten.

Die SPD dagegen legt in der Wählergunst leicht zu: Sie verbessern sich um einen Punkt auf 27 Prozent. Auch Röslers FDP konnte punkten und liegt bei fünf Prozent - sie würde also wieder in den Bundestag einziehen, wenn jetzt Wahl wäre. Die Linke unter der neuen Führung von Katja Kipping und Bernd Riexinger schaffte ebenfalls einen Punkt mehr und hat nun acht Prozent auf ihrer Seite.

Bei den Grünen und der CDU/CSU tat sich dagegen nichts: Die Union bleibt bei 36 Prozent, die Grünen bei 13 Prozent. Union und Liberale halten mit zusammen 41 Prozent ihren Vorsprung von einem Punkt vor der SPD und den Grünen. Forsa befragte in der vergangenen Woche 2503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

SPD-Troika chancenlos gegen Merkel

Die drei möglichen SPD-Kanzlerkandidaten hätten beim Wähler im direkten Vergleich mit der Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) noch immer kaum eine Chance. Bei einer nur theoretisch möglichen Direktwahl des Regierungschefs würden sich 28 Prozent für SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier entscheiden, 49 Prozent für Merkel. Steinmeier steht damit etwas besser da als der SPD-Finanzexperte Peer Steinbrück, der 27 Prozent erhielte - gegenüber 51 Prozent für Merkel. Gabriel käme nur auf 16 Prozent bei 60 Prozent für Merkel.

Der Vorsitzende der Berliner SPD, Jan Stöß, brachte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl im Herbst 2013 wieder ins Gespräch. "Sie wäre sicherlich eine hervorragende Kandidatin und Kanzlerin", sagte Stöß dem "Tagesspiegel". Er bedauere Krafts Entscheidung, in Nordrhein-Westfalen bleiben zu wollen, verstehe sie aber auch.

Erst am Montag hatte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles an ihre Partei appelliert, sich mit Äußerungen zur Kanzlerkandidatur zurückzuhalten. Es bleibe dabei, dass der SPD-Kandidat zu einem Zeitpunkt rund um die Niedersachsen-Wahl im kommenden Januar gekürt werde.

Weitere Umfragen lesen Sie

Weitere Umfragen lesen Sie ... im aktuellen stern

mw/AFP/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Shitstorm gegen Piratenpolitiker Ponader Aufstand der anonymen Spießer

Johannes Ponader, führender Kopf der Piratenpartei, ist wegen einer Spendenaktion bei der Basis in Ungnade gefallen. Die Kritiker von Anonymous beweisen dabei vor allem ihr Gespür für den Stammtisch.

K-Frage der SPD Diskussion um Kanzlerkandidaten neu entfacht

Da ist sie wieder, die K-Frage der SPD. Nach dem Vorpreschen des Steinmeier-Befürworters Torsten Albig melden sich nun jene, die Steinbrück zumindest für ebenfalls tauglich halten.

stern.de-Interview mit Bernd Riexinger Wie der neue Chef die Linke retten will

Der neue Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger äußert sich zu dem Vorwurf, dass er eine Marionette Lafontaines sei und erklärt, wie er gemeinsam mit Katja Kipping die zerstrittene Partei aus der Krise führen will.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (26/2013)
Die Zuckermafia