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Der fabelhafte Peer Steinbrück

Reden hin, Nebeneinkünfte her - der Kanzlerkandidat treibt die Umfragewerte der SPD auf den höchsten Stand seit sechs Jahren.

Von Lorenz Wolf-Doettinchem

  "Bündelt die Kräfte": SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

"Bündelt die Kräfte": SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Es ist fast ein demoskopisches Herbstmärchen. Die SPD und ihr Kanzlerkandidat setzen ihren Höhenflug fort. Im stern-RTL-Wahltrend gewinnen die Sozialdemokraten gegenüber dem Tag der Nominierung Steinbrücks noch einmal einen Prozentpunkt hinzu. Damit erreicht die Partei erstmals seit November 2006 wieder die 30-Prozent-Marke. Auch für den Kandidaten selbst verbessern sich die Werte noch einmal – trotz der Debatten um seine Honorare für Reden. In der Kanzlerfrage steigert sich Steinbrück um einen Prozentpunkt auf 35 Prozent, Amtsinhaberin Angela Merkel verharrt bei 46 Prozent. Damit hat der SPD-Politiker den Abstand seit seiner Nominierung halbiert.

Allerdings liegt die Kanzlerin in allen Bevölkerungsgruppen vorne. Besonders groß ist Merkels Vorsprung bei den 18- bis 29-jährigen Frauen: Von ihnen würden sich 58 Prozent bei einer Direktwahl für die Regierungschefin entscheiden und nur 26 Prozent für den Herausforderer. Steinbrück liegt nur in einer einzigen Gruppe vorne: Die 45- bis 59-jährigen Männer würden sich zu 40 Prozent für den SPD-Kandidaten entscheiden und nur zu 38 Prozent für die CDU-Kanzlerin.

FDP weiter bei 4 Prozent

Die CDU gewinnt im stern-RTL-Wahltrend ebenfalls einen Prozentpunkt hinzu und erreicht nun wieder 36 Prozent, nachdem sie am Tag der Steinbrück-Nominierung auf 35 Prozent abgesackt war. Die Polarisierung zwischen Union und SPD führt offenbar dazu, dass zwei kleine Parteien verlieren: Die Linke verliert einen Punkt und erreicht nur noch sieben Prozent; die Piraten sacken nach den jüngsten innerparteilichen Streitigkeiten auf sechs Prozent ab – ebenfalls ein Verlust von einem Prozentpunkt. Unverändert bleiben die Ergebnisse für Grüne (12 Prozent) und FDP (4 Prozent). Zum erstaunlichen Comeback der SPD sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem stern: "Steinbrück bündelt die Kräfte. Und er mobilisiert Nichtwähler. Ihr Anteil ist von 32 auf 28 Prozent gesunken." Dem Kandidaten habe die Debatte um seine Nebeneinkünfte als Redner bisher nicht geschadet: "Doch wenn er die Honorare im Detail offenlegen muss und die gezahlten Summen exorbitant hoch sind, könnte die Stimmung umschlagen."

Steht SPD hinter Steinbrück?

Wie fragil die Situation ist, zeigt eine andere Umfrage des stern. 47 Prozent der Deutschen glauben demzufolge nicht, dass der Kanzlerkandidat die volle Unterstützung der eigenen Partei hat. 42 Prozent meinen, dass die SPD voll hinter Steinbrück stehe. Auch bei den SPD-Wählern sehen das lediglich 56 Prozent so. Wenn sich diese Bewertungen nicht bald bessern, könnte das Umfrage-Wunder für den Kanzlerkandidaten schon bald wieder vorbei sein.

Datenbasis stern-RTL-Wahltrend: 2004 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 1. bis 5. Oktober 2012, statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte. Institut: Forsa. Auftraggeber: stern/RTL. Datenbasis stern-Umfrage: 1006 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 2. bis 4. Oktober 2012, statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. Institut: Forsa. Auftraggeber: stern.

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