17. Oktober 2012, 07:01 Uhr

Der Steinbrück-Effekt lässt nach

So schnell ist der Kanzlerkandidaten-Hype vorbei: Die SPD rutscht wieder unter die 30-Prozent-Marke. Und die Piraten nähern sich, wer hätte das gedacht, der politischen Todeszone.

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"Positiver Ausschlag aufgehoben": SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück©

Rund zwei Wochen nach der Nominierung von Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten der SPD verliert die SPD im Ansehen der Wähler wieder leicht an Vertrauen. Im wöchentlichen stern-RTL-Wahltrend kann sie ihr Sechs-Jahreshoch von 30 Prozent nicht halten. Sie sinkt im Vergleich zur Vorwoche um 1 Punkt auf 29 Prozent. Die Grünen geben ebenfalls 1 Punkt ab. Sie fallen auf ihr Jahrestief von 11 Prozent. Bislang hatten sie diesen Wert in diesem Jahr nur einmal, in der ersten Aprilwoche, erreicht.

Die Union dagegen kann sich leicht erholen. Sie steigt um 1 Punkt auf 37 Prozent. Auch die Linke verbessert sich, sie klettert um 1 Punkt auf 8 Prozent. Die FDP stagniert bei 4 Prozent.

Bei den Piraten setzt sich der Abwärtstrend weiter fort. Sie büßen zum zweiten Mal in Folge 1 Punkt ein und erreichen nur noch auf 5 Prozent. Es ist im stern-RTL-Wahltrend ihr bislang tiefster Wert. Noch im Frühjahr konnten sie Spitzenwerte von bis zu 13 Prozent verbuchen. Auf "sonstige Parteien" entfallen 6 Prozent (+1). Mit zusammen 41 Prozent liegen Union und FDP jetzt wieder knapp vor SPD und Grünen (gemeinsam 40 Prozent).

Solidarität mit Kanzlerin

Wie die Zustimmung zur SPD bröckelt auch die zu ihrem Kanzlerkandidaten: Wollten in der Vorwoche noch 35 Prozent der Bürger für einen Kanzler Peer Steinbrück stimmen, sind es aktuell nur noch 32 Prozent. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) konnte sich steigern: 48 Prozent der Deutschen würden sie nun direkt zur Kanzlerin wählen, 2 Punkte mehr als in der Woche zuvor.

Nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner wurde diese Verschiebung vor allem durch den Besuch der Kanzlerin in Athen ausgelöst. Dem stern sagte er: "Die Deutschen honorieren Merkels Engagement. Zudem stärken die Anfeindungen in Griechenland die Solidarität mit der Kanzlerin." Für die SPD und Steinbrück sei "der positive Ausschlag nach seiner Nominierung ist wieder aufgehoben".

Datenbasis: 2500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 8. bis 12. Oktober 2012, statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte. Institut: Forsa.

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mw/lk
 
 
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