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Die FDP muss zittern

Die FDP kriegt das große Zittern. Im stern-RTL-Wahltrend fallen die Liberalen auf fünf Prozent. Die Zweitstimmenkampagne verfängt noch nicht. Regierung und Opposition liegen gleichauf.

  Wollen sich mit einer Zweitstimmenkampagne über die Fünf-Prozent-Hürde retten: FDP-Chef Philipp Rösler und Spitzenkandidat Rainer Brüderle

Wollen sich mit einer Zweitstimmenkampagne über die Fünf-Prozent-Hürde retten: FDP-Chef Philipp Rösler und Spitzenkandidat Rainer Brüderle

Wenige Tage vor der Bundestagswahl liegen die regierende Koalition und die drei im Bundestag vertretenen Oppositionsparteien mit je 44 Prozent in der Wählerstimmung gleichauf. Im wöchentlichen stern-RTL-Wahltrend, der vom Dienstag vergangener Woche bis einschließlich Montag dieser Woche erhoben wurde, erzielt die Union wie in der Vorwoche 39 Prozent. Die FDP büßt 1 Punkt ein und sackt auf 5 Prozent ab. Damit war am Tag nach der Bayern-Wahl noch keinerlei Erfolg der FDP-Zweitstimmenkampagne erkennbar. Der SPD wollen unverändert 25 Prozent der Wähler ihre Stimme geben. Ebenfalls wie in der Vorwoche entfallen 10 Prozent auf die Linke und 9 Prozent auf die Grünen, die damit zum zweiten Mal in Folge einstellig sind und von der Linken überholt werden. Die Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" verharrt bei 3 Prozent. Die Piraten stagnieren bei ebenfalls 3 Prozent. Auf sonstige kleinere Parteien entfallen 6 Prozent der Stimmen (plus 1).

Bei einem derartigen Wahlergebnis hätten weder die amtierende schwarz-gelbe Koalition noch eine theoretisch denkbare rot-rot-grüne Koalition eine Mehrheit. Rechnerisch möglich wären eine große Koalition (zusammen 64 Prozent) oder ein schwarz-grünes Bündnis (zusammen 48 Prozent).

Noch kein Totenglöcklein für die FDP

Obwohl die Union in der Wählergunst knapp unter der 40-Prozent-Marke liegt, möchte die Mehrheit der Deutschen, dass Kanzlerin Angela Merkel weiter regiert. Wenn sie ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich 53 Prozent für die CDU-Chefin entscheiden (plus 1 im Vergleich zur Vorwoche). 26 Prozent ziehen den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück vor. 21 Prozent wollen weder Merkel noch Steinbrück als Kanzler.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem stern, das Scheitern der FDP bei der Landtagswahl in Bayern bedeute längst nicht, dass nun ihr Todesglöcklein geläutet würde. Er verwies darauf, dass die FDP 1994 bei der Landtagswahl in Bayern 2,8 Prozent erhalten habe, bei der Landtagswahl 1998 sogar nur 1,7 Prozent. Trotzdem sei sie bei den Bundestagswahlen kurz darauf jeweils über 6 Prozent gekommen.

AfD bleibt Unsicherheitsfaktor

Ein Unsicherheitsfaktor bei der Wahl am Sonntag bleibe die AfD, deren Wähler sich nicht offen bekennen würden. Der Meinungsforscher zum stern: "Ihr wahrer Wert ist daher schwer zu ermitteln."

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte vom 10. bis zum 16. September 2013 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Matthias Weber/print
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