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Jeder Dritte will die AfD im Bundestag

Die AfD spürt Rückenwind und legt um zwei Punkte auf acht Prozent zu. Sie profitiert vom Medienrummel um ihrs gutes Abschneiden bei der Europawahl. Trotzdem bleibt die Mehrheit der Wähler skeptisch.

  AfD-Parteichef Bernd Lucke: Ihm persönlich sprechen nur acht Prozent aller Wähler das Vertrauen aus

AfD-Parteichef Bernd Lucke: Ihm persönlich sprechen nur acht Prozent aller Wähler das Vertrauen aus

Die Große Koalition schwächelt in der Wählergunst: CDU/CSU und SPD verlieren im Vergleich zur Vorwoche jeweils zwei Prozentpunkte, während die Alternative für Deutschland (AfD) zwei hinzugewinnt und sich auf 8 Prozent verbessern kann. Im stern-RTL-Wahltrend kommt die Union nun auf 38 Prozent, die SPD auf 23, während Linke und Grüne bei 10 Prozent liegen. Die FDP stagniert weiter bei 4. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen 7 Prozent, 2 mehr als in der Vorwoche. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 28 Prozent.

AfD erreicht Nichtwähler

Für die Gewinne der AfD ist laut Forsa-Chef Manfred Güllner das von Medien und Politikern kommentierte gute Abschneiden der Rechtspopulisten bei der Europawahl verantwortlich. "Obwohl die AfD nicht mehr Stimmen bekam als bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr, ist der Eindruck entstanden, dass sie großen Zulauf erhalten habe." Solche falschen Einschätzungen gäben nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit radikalen Parteien zunächst immer Auftrieb. Weil der Anteil der Nichtwähler um 4 Prozentpunkte abnahm, spreche einiges dafür, so Güllner, "dass die AfD jetzt auch aus diesem Lager Stimmen erhalten hat – vor allem von Befragten aus den unteren sozialen Schichten".

Die Mehrheit bleibt skeptisch

Nach einer weiteren Forsa-Umfrage für den stern fände es jeder dritte Deutsche (33 Prozent) gut, wenn die AfD auch im nächsten Bundestag vertreten wäre. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent hält das nicht für wünschenswert. "Wenn derzeit ein Drittel der Befragten einen Einzug der AfD auch in den Bundestag befürwortet, bestätigt das die Tendenz, dass neben der klassischen AfD-Klientel aus einem bestimmten Segment der deutschen Mittelschicht nun auch Angehörige der Unterschicht, die bislang in überdurchschnittlicher Weise zur Wahlenthaltung tendierten, zur AfD wandern", sagt Forsa-Chef Güllner.

Zweifel an Luckes Kompetenz

Dass der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke mit den Problemen in Deutschland besser fertig werden könnte als andere Politiker, glauben allerdings nur 8 Prozent aller wahlberechtigten Bundesbürger. Eine breite Mehrheit von 80 Prozent traut ihm das nicht zu. Etwas mehr überzeugt von der politischen Kompetenz Luckes als der Durchschnitt aller Befragten sind - neben den AfD-Sympathisanten (55 Prozent) - Arbeiter (18 Prozent), Hauptschulabgänger (11 Prozent) und Anhänger der Linken (10 Prozent).

Datenbasis stern-RTL-Wahltrend: Das Forsa-Institut befragte vom 26. bis 30. Mai 2014 im Auftrag von stern und des Fernsehsenders RTL 2002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Datenbasis AfD/Lucke: Das Forsa-Institut befragte am 28. und 30. Mai 2014 im Auftrag des Magazins stern 1002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

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