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31. Mai 2011, 07:52 Uhr

Merkel beliebt, die CDU nicht

Die CDU stürzt auf ihr Jahrestief, die SPD erholt sich nach der gewonnen Wahl in Bremen auch bundesweit. Erstaunlich: Merkels Image ist nach wie vor gut.

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Gewinnt als Kanzlerin, verliert als Parteivorsitzende: Angela Merkel (CDU)© Tobias Schwarz/Reuters

Die CDU erhält von den Deutschen zurzeit nur sehr mäßige Noten. In einer Umfrage für den stern, der wegen des Feiertages bereits am Mittwoch im Handel ist, sagten nur 32 Prozent der Befragten, die Partei kümmere sich um die Sorgen und Wünsche der Menschen. Ebenfalls 32 Prozent bezeichneten sie als "modern". Nur ein Drittel der Bürger (33 Prozent) traut ihr zu, dass sie die Probleme des Landes lösen könne. Dass die CDU glaubwürdig sei, meinen 36 Prozent der Deutschen. Und die Frage, ob die CDU eine klare Linie verfolge, beantworteten lediglich 37 Prozent mit "Ja".

Naturgemäß sehen die Wähler der CDU die Partei deutlich positiver als der Durchschnitt der Bevölkerung: 77 Prozent von ihnen finden sie verlässlich, eine klare Linie sprechen ihr 60 Prozent zu.

Auch wenn die Partei in den Augen der Bürger nicht sonderlich gut abschneidet, honorieren sie die Arbeit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel: 47 Prozent sagen, sie mache ihren Job als Parteichefin "gut", 3 Prozent bewerten sie sogar als "sehr gut". Noch bessere Noten erhält sie von den Anhängern der Union: 65 Prozent von ihnen geben ihr ein "gut", 9 Prozent ein "sehr gut".

Rot-grün legt zu

Nach dem deutlichen Sieg von Rot-Grün in Bremen hat die SPD bundesweit im Ansehen der Wähler zugelegt. Im stern-RTL-Wahltrend klettert sie im Vergleich zur Vorwoche um 3 Punkte auf 24 Prozent. Sie liegt aber immer noch hinter den Grünen, die zum vierten Mal in Folge 26 Prozent erreichen. Die Union büßt nach ihrem Wahlabsturz in Bremen 2 Punkte ein, sie fällt zum dritten Mal in diesem Jahr auf ihr Jahrestief von 30 Prozent. Auch die Liberalen, die in Bremen scheiterten, verschlechtern sich: Sie verlieren einen Punkt und rutschen mit 4 Prozent wieder unter die Fünf-Prozent-Marke. Die Linke gibt ebenfalls einen Punkt ab, sie sinkt auf 8 Prozent. Für "sonstige Parteien" wollen 8 Prozent der Wähler stimmen (+1).

Wenn jetzt Wahl wäre, könnten Grüne und SPD auf eine absolute Mehrheit von zusammen 50 Prozent der Stimmen hoffen. Sie hätten einen Vorsprung von 16 Punkten vor dem schwarz-gelben Regierungslager (gemeinsam 34 Prozent).

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem stern, die Wähler der Union seien auch durch die Debatte um die Großstadtkompetenz der Partei und die lauter werdende Kritik am Kurs von Kanzlerin Angela Merkel verunsichert. Die Lage der SPD sei trotz des aktuellen Zugewinns "katastrophal". Güllner: "Sie hat sich immer noch nicht von ihrem historischen Tief bei der letzten Bundestagswahl erholt." Dass Parteichef Sigmar Gabriel vorige Woche im stern linken Reformern eine neue Heimat angeboten habe, nannte der Forsa-Chef eine "nicht falsche Überlegung", denn besonders die ostdeutschen Linke-Wähler ähnelten in ihrer Struktur denen der SPD. Güllner: "Hauptaugenmerk muss aber sein, die zehn Millionen früheren Wähler der SPD zurückzugewinnen."

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