Vorsprung von Schwarz-Gelb schmilzt

7. August 2013, 06:00 Uhr

Union und FDP liegen im stern-RTL-Wahltrend nur noch hauchdünn vor Rot-Rot-Grün. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück legt an Beliebtheit zu, doch Bundeskanzlerin Angela Merkel hält dagegen.

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CDU-Chefin Angela Merkel und FDP-Chef Philipp Rösler: Bei den derzeitigen Umfragewerten könnten die Kanzlerin und der Vizekanzler ihre Koalition fortsetzen.©

Rund sechs Wochen vor der Bundestagswahl am 22. September liegen Union und FDP hauchdünn vor SPD, Grünen und der Linken. Im stern-RTL-Wahltrend, der bis einschließlich Montag dieser Woche erhoben wurde, fällt die Union im Vergleich zur Vorwoche um 1 Punkt auf 40 Prozent. Die FDP erreicht zum siebten Mal in Folge 5 Prozent. Zusammen haben sie 45 Prozent. SPD, Grüne und Linke erzielen gemeinsam 44 Prozent: Die SPD steigt um 1 Punkt auf 23 Prozent, die Grünen klettern um 1 Punkt auf 14 Prozent. Die Linke verliert 1 Punkt und fällt zum sechsten Mal in diesem Jahr auf ihr Jahrestief von 7 Prozent.

Unverändert 3 Prozent der Wähler wollen der Piratenpartei ihre Stimme geben. Ebenfalls 3 Prozent wollen die eurokritische Partei Alternative für Deutschland wählen, die damit 1 Punkt gewinnt. Auf sonstige Parteien entfallen 5 Prozent (minus 1).

Da Parteien mit einem Stimmenanteil von unter 5 Prozent nicht im Parlament vertreten sind, könnte die jetzige Koalition bei einem derartigen Wahlergebnis weiterregieren. Rechnerisch möglich wäre aber auch eine schwarz-grüne Koalition (zusammen 54 Prozent) oder eine große Koalition (zusammen 63 Prozent).

Könnten die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 55 Prozent für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entscheiden (plus 1 im Vergleich zur Vorwoche) und 21 Prozent für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (ebenfalls plus 1).

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem Magazin stern, CDU und CSU hätten ihr Wählerpotenzial schon weitgehend ausgeschöpft. Die SPD hingegen habe im Lager der Unentschlossenen noch Reserven. Aktuell sagten nur 57 Prozent derjenigen, die 2009 SPD gewählt haben, sie wollten erneut für die Partei stimmen. Der Meinungsforscher zum stern: „Dies ist ein ungewöhnlich niedriger Wert und zeigt, wie viel Arbeit die SPD noch vor sich hat: Sie muss viele noch zögernde 2009er-Wähler von sich überzeugen.“ Zusätzlich wolle Steinbrück, wie er im ZDF-Sommerinterview ankündigte, mindestens die Hälfte der zehn Millionen Wähler zurückgewinnen, die seine Partei seit 1998 verloren hat. Güllner: „Gelingen kann ihr dies nur, wenn sie die Menschen davon überzeugt, dass sie die Probleme des Landes zu lösen vermag, und wenn ihr Personalangebot akzeptiert wird.“

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte zwischen dem 29. Juli und dem 5. August 2013 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 3003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

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