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"Deutschland sollte wieder seine alten Reichsgrenzen haben"

Wer protestiert da eigentlich jeden Montag als Pegida? Wer sind diese "Patriotischen Europäer"? Der stern hat in Dresden mit Demonstranten gesprochen - und sich deren Meinungen angehört.

Auch an diesem Montag wollen in Dresden wieder Pegida-Anhänger auf die Straße gehen. Inzwischen gibt es auch Ableger in anderen Städten.

Auch an diesem Montag wollen in Dresden wieder Pegida-Anhänger auf die Straße gehen. Inzwischen gibt es auch Ableger in anderen Städten.

Sie protestieren gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlandes und fordern eine schärfere Asylpolitik. Tatsächlich sind die genauen Forderungen der Pegida-Demonstranten jedoch häufig sehr unscharf.

Wer sind diese "Patriotischen Europäer" und wofür genau gehen sie jeden Montag auf die Straße? Der stern hat mit Demonstranten gesprochen - und sich deren Meinungen einfach einmal angehört.

Die aufgezeichneten Aussagen stammen von Teilnehmern an der Pegida-Demo in Dresden am vergangenen Montag, 15. Dezember.

Bernd Hilliger

Bernd Hilliger

Bernd Hilliger, 69, Rentner

"Wir in Deutschland dürfen nicht einmal die Nationalhymne mit allen Strophen singen. Ich finde, Deutschland sollte wieder seine alten Reichsgrenzen haben. Alle Asylanten sind illegal hier. Wenn Deutsche dagegen etwas illegal machen, werden sie verhaftet. Ausländer und Asylanten haben in Lehmhütten gelebt, bevor sie hier her kommen.

Und hier bekommen sie höhere Lebensstandards als manche Deutsche. Aber wogegen diese Demonstration hier ist, ist nicht ganz klar. Eigentlich bezieht sie sich auf alles, weswegen die Leute unzufrieden sind. Es kann gut sein, dass hier bei der Demo viele mitlaufen, die unterschwellig Antisemiten sind. Unsere deutsche Politik wird immer noch von den USA bestimmt. Hinter den USA steckt jüdisches Kapital. Aber das kann ich nicht beweisen. Es könnte sogar sein, dass die CIA selbst Pegida steuert."

Ulrich Sättler

Ulrich Sättler

Ulrich Sättler, 66, Rentner

"Nach dem Stalinismus und dem Faschismus demonstriere ich jetzt gegen die 3. Weltdiktatur: den Islam. Wenn Moslems in der Mehrheit sind, werden andere gnadenlos unterdrückt und abgeschlachtet. Die NSDAP und die KPD waren leichter auszurotten als der Islam. Einen Moslem kenne ich persönlich, meinen Französischlehrer an der Volkshochschule. Das ist einer der besten Lehrer, die ich je hatte - blöderweise."

Jürgen Baumann

Jürgen Baumann

Jürgen Baumann, 47, IT-Fachkraft

"Es geht nicht darum, wie viele Moslems hier leben, sondern darum, was sie alles fordern. Sie wollen eigene Feiertage, eigene Kindergärten. Sie werden langsam unverschämt! Die Politik hält nicht dagegen. 90 Prozent der Ausländer machen zwar keine Probleme, aber die Politik macht nichts gegen die zehn Prozent kriminellen. Und aus bestimmten Kulturkreisen wie dem Islam, sind Jugendliche besonders anfällig dafür, kriminell zu werden. Ich trage eine Kette mit Davidstern um den Hals, obwohl ich Christ bin. Für mich ist es ein Zeichen der Solidarität für das Existenzrecht Israels. Aber der Islam respektiert das Existenzrecht nicht. Der Islam will die Weltherrschaft."

Rüdiger Schmitt

Rüdiger Schmitt

Rüdiger Schmitt, 66, Rentner und Ortsbürgermeister Eischleben, Mitglied der AFD

"Ich bin extra für die Demonstration aus Eischleben angereist, einem Ort etwa 200 Kilometer entfernt von Dresden. Cem Özdemir hat gesagt, wir seien 'Mischpoke', ich sehe aber keine Mischpoke hier. Ich sehe keine Glatzen, keine Rechten. Ich sehe auch keine Wendeverlierer, sondern anständige, friedliche Bürger, die sich für ihr Land engagieren. Das kann doch nicht verboten sein?"

Norbert Rode

Norbert Rode

Norbert A. Rode, 53, Jurist und Dolmetscher aus Dresden

"Ich bin heute das erste Mal hier, weil es mir gereicht hat, was Angela Merkel über Pegida gesagt hat. Die Entfremdung zwischen Bürgern und Politikern ist ein großes Problem und das will ich anprangern. Fremdenfeindlich bin ich nicht. Ich bin selbst Schlesier, habe viele polnische Freunde und fahre jedes Jahr nach Sri Lanka."

Uwe Richter

Uwe Richter

Uwe Richter, 54, Rechtssachverständiger und Coach aus Dresden

"Ich bin zum dritten Mal bei der Montagsdemo der Pediga mit dabei. Ich bin weder links, noch rechts oder Mitte, oder gehöre irgendeiner Partei an, sondern bin bewusst. Ich bin für ein bewusstes, friedliches, spirituelles Leben. Ohne Bewusstsein gibt es keine Veränderung. Wir befinden uns mitten im Faschistischen System. Denn Faschismus ist die Verschmelzung von Wirtschaft und Politik. Die Vergiftung unserer Lebensmittel und Umwelt muss ein Ende haben. Die Besetzung unseres Landes muss ein Ende haben. Der Bund übernimmt die Besatzungskosten, damit wir in Freiheit, Souveränität und in Frieden mit allen Völkern leben können. Die Menschen beginnen, das zu erkennen."

Alle Äußerungen der befragten Pegida-Demonstranten finden Sie...

... in der neuen Print-Ausgabe des stern, die bereits am heutigen Montag ab 18 Uhr als e-Mag und am Donnerstag am Kiosk erhältlich ist.

Protokoll: Nora Gantenbrink, Laura Himmelreich

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