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Baden-Württemberger sind gegen "Stuttgart 21"

Dürften die Baden-Württemberger jetzt über "Stuttgart 21" abstimmen, müssten die Bagger stillstehen. 51 Prozent sprachen sich in einer stern-Umfrage gegen den Neubau des Bahnhofs aus. Für ein knappes Drittel beeinflusst das Projekt ihre nächste Wahlentscheidung.

Der milliardenschwere Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, der seit Wochen auch bundesweit für Schlagzeilen sorgt, wird von der Mehrheit der Baden-Württemberger abgelehnt. Auf die Frage, ob sie für das Großprojekt seien, antworteten in der stern-Umfrage 51 Prozent mit "nein" und 26 Prozent mit "ja". 23 Prozent waren unentschieden ("weiß nicht"). Noch eindeutiger ist die Ablehnung in der Hauptstadt des Bundeslandes selbst: Zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Stuttgarter sind gegen den Umbau des Bahnhofs, 30 Prozent dafür und 3 Prozent unentschieden.

Die Einstellung zum Bauprojekt in der Stuttgarter Innenstadt beeinflusst auch das Wahlverhalten für die Landtagswahl Ende März 2011. Insgesamt sagen 29 Prozent der Baden-Württemberger, das Projekt sei für sie wahlentscheidend.

CDU und FDP müssen um ihre Mehrheit bangen. Wenn jetzt Wahl wäre, könnten nach einer Umfrage des Forsa-Instituts für den stern SPD und Grüne mit gemeinsamen 48 Prozent der Stimmen die Regierung stellen. CDU und FDP müssten mit zusammen 43 Prozent auf den Oppositionsbänken Platz nehmen.

Die CDU kommt in der Umfrage nur auf 37 Prozent - bei der letzten Wahl im März 2006 hatte sie 44,2 Prozent geholt. Mit 6 Prozent müsste auch die FDP starke Stimmenverluste hinnehmen - 2006 hatte sie noch 10,7 Prozent erhalten. Die SPD kann von der Schwäche der Regierung nicht profitieren, mit 24 Prozent liegt sie sogar noch unter ihren mageren 25,2 Prozent aus dem Jahr 2006.

Die Schwäche der SPD hängt offensichtlich auch mit dem Bahnhofsprojekt zusammen: Während die Parteispitze den Umbau verteidigt, sprechen sich 57 Prozent der SPD-Wähler dagegen aus.

Sensationell stark sind im Südwesten die Grünen, die - einmalig für einen Flächenstaat - mit 24 Prozent gleichviele Wähler wie die SPD finden. Sie sind zurzeit doppelt so stark wie bei der letzten Wahl, als sie 11,7 Prozent bekamen. Die Linke würde mit 4 Prozent nicht den Sprung in den Landtag schaffen. Für "sonstige Parteien" wollen 5 Prozent der Baden-Württemberger stimmen.

Das Forsa-Institut befragte für den stern 1068 repräsentativ ausgesuchte Wahlberechtigte in Baden-Württemberg zwischen dem 16. und 27. August 2010.

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