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19. Oktober 2007, 09:11 Uhr
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Hatte die NS-Zeit gute Seiten?

Auch wenn Ex-Moderatorin Eva Herman intellektuell und rhetorisch irrlichtert: Ihre diffusen Aussagen über die vermeintlichen Leistungen der Nationalsozialisten spiegeln die Einschätzung jedes vierten Deutschen wider. Laut einer Umfrage des stern sind 25 Prozent der Befragten der Meinung, dass die NS-Zeit auch ihre guten Seiten hatte - vor allem die älteren. Von Stefan Schmitz

Adolf Hitler und Eva Braun mit zwei Mädchen: Die von Forsa befragten Deutschen werteten nicht Hitler selbst als positiv. Wohl aber sagte ein Viertel, nicht alles an der NS-Zeit sei schlecht gewesen, die Förderung der Familie etwa nicht© Keystone/Getty Images

Immer wieder tauchen Aussagen auf, dass nicht alles schlecht gewesen sei im Dritten Reich - in stark verschwurbelter Form auch bei der geschassten Moderatorin Eva Herman.

Eine Forsa-Umfrage für den stern hat jetzt ergeben, dass dies keineswegs nur die Haltung einer versprengten Minderheit ist. Auf die Frage, ob der Nationalsozialismus auch gute Seiten gehabt habe, wie etwa den Bau der Autobahnen oder die Förderung der Familie, antworteten 25 Prozent der Befragten mit "ja". Besonders verbreitet ist diese Haltung nach der repräsentativen Umfrage mit über 1000 Befragten bei Bürgern mit niedrigen Bildungsabschlüssen. 44 Prozent der Hauptschulabsolventen sahen auch Gutes in der Hitler-Diktatur, aber nur 12 Prozent der Abiturienten.

Zustimmung bei Älteren besonders hoch

Auch mit dem Alter nahm die Zustimmung zu: Bei den über 60-Jährigen lag sie bei 37 Prozent. Während die Anhänger von Union und SPD zu 28 beziehungsweise 25 Prozent mit "ja" antworteten, lag der Wert bei den Wählern der Grünen (sieben Prozent) und Linken (sieben Prozent) weit niedriger. In der FDP-Anhängerschaft waren es 20 Prozent. Dies entspricht dem Durchschnittswert für alle ostdeutschen Befragten; im Westen waren es dagegen 26 Prozent.

Entscheidend auf die Einschätzung der vermeintlichen Errungenschaften des Nationalsozialismus wirkte sich die politische Selbsteinschätzung der Befragten aus. Unter denen, die sich selbst als links einordnen, sahen in der NS-Zeit nur 13 Prozent positive Seiten. Dagegen stimmten 46 Prozent - also fast jeder Zweite - von denen, die sich als politisch rechts sehen, zu.

Mehr dazu im neuen stern

Mehr dazu im neuen stern In der Titelgeschichte schreibt Autor Stefan Schmitz über die "Nazi-Falle", über die Ex-Moderatorin Eva Herman und über die Frage, welche strengen Regeln bei der öffentlichen Debatte über die Nazi-Zeit offenbar gelten

Von Stefan Schmitz
KOMMENTARE (10 von 122)
 
wriess (21.10.2007, 15:46 Uhr)
Die Umfrage stellt die falschen Fragen
Meines Erachtens stellt diese Umfrage die falschen Fragen und bewirkt somit falsche Antworten. Die Nazizeit ist insgesamt nur abzulehnen. Sie basierte auf einer menschenverachtenden Ideologie, die von menschenverachtenden Politikern verwirklicht wurde. Man kann daher diese Zeit nicht an einzelnen Ergebnissen wie etwa den Autobahnen oder der Familienpolitik messen und differenzieren.
„Hitler . . . hat sich des Besten und Heiligsten bemächtigt, es verdreht und missbraucht“ (FAZ 30.9.07 Eine Last, die keiner sieht).
„Hier sind die Dinge, genau diese Dinge missbraucht worden, und danach dadurch für unbrauchbar erklärt worden“ (Eva Herman über die Familie in der NS-Zeit, am 9.10.07 bei Kerner, zitiert nach Welt-online).
Ich lehne derartige Umfragen ab, da sie die Überlegungen in unserer Gesellschaft zur Nazizeit in die falsche Richtung lenken.
kaksonen (20.10.2007, 23:25 Uhr)
Götz Aly, Hitlers Volksstaat
Man muss wahrscheinlich Historiker sein, um ungestraft sagen zu dürfen, dass es im Dritten Reich auch Gutes gab. Zum Beispiel die Sozialgesetzgebung. Sie muss wohl gut gewesen sein, da große Teile von der Bundesrepublik unverändert übernommen wurden. Ob demnächst die Bundesrepublik deshalb verteufelt wird?
ThFuegner (19.10.2007, 21:47 Uhr)
Liebe Amtifaschistinnen
Angenommen, ich würde mich in eine aufrechte Antifaschistin verlieben, Weiter angenommen, ich wollte den Ernst und die Dauer meiner Absicht der Dame gegenüber unterstreichen, indem ich ihr versicherte "Ich ehre Dich durch meine Treue".
Ich bitte Sie, jetzt kurz zum einen bewerten, wie rein rational eine solche Haltung bei Ihnen "ankommt". Wichtiger, um ein tieferes Verständnis für mein Dilemma zu bekommen ist mir, dass Sie in sich hineinspüren, wie in Ihrem Inneren die emotionale Reaktion auf diese Ansage wäre: Was fühlen Sie, wenn ein Mann dieses zu Ihnen spricht?
Hier beginnt nämlich der Zwiespalt: Mit dieser Aussage mache ich mich u.U strafbar gemäss § 86a (2) StGB. (Verwendung verfassungsfeindlicher Parolen) Der Satz "Meine Ehre heißt Treue" war die Parole der SS. Dass meine leichte Abwandlung der Aussage nicht dazu reicht, straffrei zu bleiben, zeigt das Urteil des Amtsgerichts Witten vom 26.6.2001.
Meine Fragen:
Bin ich ein Faschist, wenn ich (m)eine Frau durch meine Treue ehre?
Oder muss ich, um als aufrechter Antifaschist glaubwürdig zu sein, in Ablehnung der SS- Parole sie so häufig wie möglich betrügen?
Wäre ein entsprechende Parole "Fremdgehen gegen Rechts" in einer Antifaschistischen Organisation mehrheitsfähig?
Generell gesprochen - ist Treue faschistisch - Untreue antifaschistisch?
Um aus politischer Korrektheit meiner Partnerin nicht zu viel Promiskuität zuzumuten, bitte ich um baldige Antwort.
Mit solidarischem Gruß
TF
Anemone (19.10.2007, 10:15 Uhr)
Versuch einer Antwort
auf die Frage: "Hatte die NS-ZEIT gute Seiten?"
Z e i t ! ! !
Jede Zeit hat Gutes und Schlechtes.
Vielleicht stellen unsere Enkel uns einmal diese Frage. Dann können wir trotz Kinderschaendungen und Kindesmißhandlungen und Zerstückelungen von ungeborenen Kindern, sagen:
ja, es gab auch Gutes.
GOTT sei Dank!
Hauptschueler (18.10.2007, 17:16 Uhr)
Liebe Stern Redaktion
Warum stellen Sie eine Umfrage zum Thema "Hatte die NS-Zeit gute Seiten", wenn Ihr Euren Lesern nicht die Möglichkeit auf freie Meinungsäußerung gebt. Wenn man so ein Thema zur Diskussion freigibt muss man alle Kommentare akzeptieren. Und nicht jene löschen die nicht ins Image der Zeitschrift passen.
cocowesten (18.10.2007, 16:56 Uhr)
Liebe Redaktion!
Könntet ihr mir dann meinen Beitrag wenigstens wieder zurückschicken, sollte er nicht ins Konzept passen? Ich war weder beleidigend noch links-, oder rechtslastig! Nicht nur Frau Herman möchte hin und wieder Ihre Meinung kundtuen!
Hauptschueler (18.10.2007, 15:03 Uhr)
traurig...
...klar hat jeder das Recht auf Meinungsfreiheit! Aber wenn ich manche Kommentare hier lese, macht mich das traurig. Stellt doch Deutschland und seine Geschichte nicht immer in den Schatten des 3. Reiches! Ich hatte es gestern schon einmal erwähnt und ich erwähne es wieder. Wir wollen doch immer mit der Zeit gehen. Dann lasst doch vergangenes ruhen und lebt im hier und jetzt. Wir können mit recht stolz auf Deutschland, seine Geschichte und seine Kultur sein. Ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.
Rueby (18.10.2007, 14:49 Uhr)
Selektive Wahrnehmung
Auch in der DDR war ja nicht alles schlecht...
Fesche_Lola (18.10.2007, 13:52 Uhr)
@pianoforte
Genau das meine ich mit Halbwissen. Denn die ganzen Dokus usw., die Sie angesprochen haben, haben das Unrechtsregime und die schrecklichen Taten und Auswirkungen zum Thema. Wie gesagt, darüber aufzuklären ist ganz, ganz wichtig. Aber man sieht und liest eben auch nur Dokus usw. zu diesen Themen. Also schon die ganze Wahrheit, was aber eben nur ein Teil des Ganzen ist.
wwwilly (17.10.2007, 18:03 Uhr)
Links
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