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8. Juli 2008, 10:37 Uhr

Kanzlerin beliebt wie nie

Angela Merkel erzielt bei den Deutschen in praktisch allen Bereichen starke persönliche Umfragewerte. So würde sie bei einer Direktwahl zum Amt des Bundeskanzlers einen Kantersieg landen - völlig unabhängig vom Gegenkandidaten. Das ist das Ergebnis einer neuen Forsa-Umfrage für den stern.

Angela Merkel: Sie ist beliebt wie kaum eine andere Person in der deutschen Politik. Ob sie jedoch auch die Probleme des Landes lösen kann, bezweifeln viele Menschen© Peer Grimm/DPA

Wählen? Warum eigentlich? Ist doch eh alles klar. Wenn man die Deutschen fragt, von wem sie nach 2009 regiert werden wollen, dann ist die Antwort aber so was von eindeutig, eindeutiger geht's kaum noch. Von der Merkel!, rufen sie dann. Von wem denn sonst?

62 Prozent haben jetzt auf eine entsprechende Frage des Berliner Forsa-Instituts im Auftrag des stern geantwortet, dass sie es begrüßen würden, wenn Angela Merkel auch nach der Bundestagswahl Kanzlerin bliebe. 62 Prozent!! Das sind nahezu zwei Drittel. Selbst unter den grünen und den sozialdemokratischen Anhängern kommt die CDU-Vorsitzende auf ordentliche Mehrheiten: 54 und 56 Prozent. Das Anti-Angie-Lager ist eigentlich nur noch von den ganz Linken besetzt. Da wollen nur 31 Prozent, dass sie weiter regiert.

Alles Merkel, oder was?

Die Frau muss etwas an sich haben, dass die Deutschen leicht anders im Kopf macht. 85 Prozent fühlen sich von ihr gut vertreten draußen in der Welt. 82 Prozent halten sie für kompetent. 76 Prozent glauben, sie sei stark. Mehr? Bitte: 72 Prozent empfinden sie als sympathisch, 71 Prozent als welt-äh-männisch, 69 Prozent als glaubwürdig.

Das sind Werte, mit denen ihre Widersacher und mutmaßlichen Gegenkandidaten 2009 nicht im entferntesten mithalten können. Steinmeier nicht und Beck gleich gar nicht. Werte, mit denen Angela Merkel so langsam in den geheiligten Jauch-Beckenbauer-Papst-Benedikt-Bereich vordringt. Ein Bereich, der Politikern zu Lebzeiten normalerweise versagt bleibt, zumindest aber, solange sie regieren. Kohl war immer weit entfernt davon, Schröder hat einmal an der Pforte zu diesen himmlischen Umfrage-Gefilden gekratzt, einen kurzen Sommer, im Jahr 2000. Dann war es wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Merkels Werte sind nicht nur besser, sie sind vor allem beständig.

Ist das noch dieselbe Angela Merkel, die vor knapp drei Jahren trotz bester Ausgangslage fast den Wahlsieg vergeigt hätte? Die sich gerade noch so ins Kanzleramt gequetscht hat?? Der man(n) nichts zugetraut hat??? Nein, antworten die Bürger, ist sie nicht mehr. Ihr Bild hat sich komplett gewandelt, zum Besseren natürlich. Fast die Hälfte – 49 Prozent – meinen, sie habe sich zum Positiven verändert; vor allem ihre eigenen Parteifreunde glauben das. Etwas zwiespältiger ist das Urteil nur in Merkels alter Heimat. Unter den Ostdeutschen sagen 19 Prozent, sie habe sich seit Amtsantritt zu ihrem Nachteil verändert; die im Westen sind nur elf Prozent dieser Meinung.

Nur 34 Prozent trauen ihr Lösung der Probleme zu

Es muss so etwas wie Liebe sein, dass das Volk für seine Kanzlerin empfindet. Für ihre farbenfrohen Jacketts und für ihr nur sehr gelegentlich offenherzige Garderobe. Für ihre distanzierte, leicht schnoddrige Art. Für ihren Abschied von radikalen Reformen und für ihre Hinwendung zum Moderieren. Vor allem aber für ihre Neigung, sich nicht recht festzulegen. Ein bisschen Klimaschutz, ein bisschen Atom. Ein bisschen Afrika helfen, ein bisschen sparen. Ein bisschen dies, ein bisschen das. Da man nicht so recht weiß, was Angela Merkel wirklich will, eignet sie sich prächtig als Projektionsfläche. Das ist das Geheimnis ihres Erfolges, ein guter Teil davon jedenfalls.

Und ist es auch Liebe, ganz blind macht sie nicht. Denn das ihrer Kanzlerin etwas ganz Entscheidendes fehlt, merken die Deutschen dann doch noch. Nur 34 Prozent trauen ihr zu, dass sie die Probleme des Landes lösen kann. Und noch einmal so viele, 69 Prozent, wünschten sich, dass Merkel angesichts der ungelösten Konflikte in der Regierung – Pendlerpauschale, Unternehmensteuer, Gesundheitsfonds... – und in der Union – Pendlerpauschale, Unternehmensteuer, Gesundheitsfonds… – öfter als bisher Machtworte spricht.

Ganz besonders wünschen sich das übrigens die Anhänger der CSU. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mehr dazu...

Mehr dazu... .. in der neuen Ausgabe des stern

 
 
KOMMENTARE (10 von 70)
 
IHader (11.07.2008, 12:01 Uhr)
Merkels Beliebtheit
Wen auch immer ich aus meinem Bekanntenkreis frage - alle sind sich einig, dass Frau Merkel eigentlich nichts macht! Außer Reisen natürlich. Sie hat ja auch einiges nachzuholen, und da ist so ein Amt prächtig für geeignet. (Eigentlich ja wohl Sache des Außenministers!)Für mich ist unsere Bundeskanzlerin vor allem eines: machtbewusst und machtbesessen. Als Regierungschefin ist sie ein Flop! Und sie hat international natürlich den Damen-Bonus. Oder glauben Sie allen Ernstes, ein Kanzler würde mit so schwachen Leistungen für sein Land noch auf seinem Sessel sitzen? Ich weiß nicht, wen Forsa befragt hat - ich halte diese Zahlen nicht für repräsentativ. Vielleicht sollte Forsa mal ein anderes Zufallsprinzip bei seinen Befragungen einsetzen. Ich halte Frau Merkel für eine schlechte Kanzlerin, die alle Themen ohne Entscheidungen aussitzt und mit ihren neckischen Bemerkungen ihrem Amt eigentlich nicht gerecht wird. Und ich teile diese Meinung mit vielen klugen Menschen!
Dewerth (10.07.2008, 09:43 Uhr)
Wer nicht richtig lesen kann...
...den braucht man auch nicht ernst nehmen, nicht verehrter Mamfred Buchholz. 31% der Anhänger der Linken, steht da geschrieben. Das heißt nicht, das die Anhänger der Linken 31 % ausmachen. Endlich geschnallt?
Loewenherz_XL (10.07.2008, 07:49 Uhr)
Hofberichterstattung und Wählermanipulation
Die Art und Weise wie der Stern, Gruner+Jahr sowie die Springerpresse die Kanzler-Darstellerin Merkel hochjubeln, während gleichzeitig Kurt Beck aber auch die Linkspartei medial „hingerichtet“ werden, ist mehr als bedenklich. Wenn Merkel tatsächlich soooo beliebt ist, müsste die CDU auch mehr als 35-36% Wahlstimmen einfahren. Das wird aber nicht geschehen. Wetten. Gleichzeitig betätigen sich o. g. Blätter auch immer wieder als Propagandasprachrohre neoliberaler Organisationen wie ISNM und Konvent für Deutschland.
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Wie kommen eigentlich Zustimmungswerte von ca. 60 % für Merkel zustande? 2005 lag die Wahlbeteiligung bei 77,7%, das sind 47,8 Mio Wähler. Wahlberechtigt waren 61,9 Mio. Bei 35,2% für CDU/CSU lag die Zustimmungsrate für Merkel bei allen Wahlberechtigten also bei 21,65 Mio. Hochgerechnet auf die 61,9 Mio Wahlberechtigung ergibt das eine Zustimmungsquote für CDU/Merkel von gerade mal 13,4%.
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Bei aktuell im Durchschnitt 36% für CDU/CSU und 47,8 Mio Wahlberechtigten, liegt die Zustimmungsrate für die Kanzler-Darstellerin Merkel gerade mal bei 17,2 Mio. Das macht noch nicht mal 20% der Gesamtbevölkerung aus. Schlappe Nummer.
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Nun haben sich die oben genannten Medien ja sehr viel Mühe gegeben die Agitprop Kanzlerin Merkel hoch zu jubeln. Und da inhaltliche Programmatik bei ihr sehr dürftig ausfällt, muss dann mal halt das Kanzlerinnen- Dekolleté oder der angebliche Fussballfan Merkel bejubelt und propagandistisch verklärt werden. Das erklärt aber immer noch nicht diese ragwürdigen Umfragergebnisse. Inwiefern manipulative Fragestellung und Selektion der Befragten eine Rolle spielt, wer weiß. Alle seriösen Prognosen gehen bei der Bundestagswahl 2009 von einer wesentlich geringeren Wahlbeteiligung aus. Dafür sind neben dem korrupten Politik/Wirtschafts/Lobbyisten-System auch die nicht mehr neutralen Medien verantwortlich.
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Eine realistische Umfragestudie kann es nur geben, wenn die Stimmen der Nichtwähler und von der Lobyisten-Politik angewiderten Bürger in die prozentuale Berechnung mit einfließen. Alles andere ist unseriös. Und dann werden die Umfrageergebnisse von Merkel deutlich sinken.
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Bleibt nur zu hoffen, dass bei der Bundestagswahl keine Wahlcomputer eingesetzt werden. Florida lässt grüßen.
MamfredBuchholz (09.07.2008, 21:48 Uhr)
@raskas
..weil Forsa grundsätzlich repräsentative Umfragen macht. In meinem Umfeld und Bekanntenkreis halten fast alle A. Merkel für eine gute Bundeskanzlerin, auch wenn der vor der Wahl gezeigte Reformeifer deutlich nachgelassen hat. Also wird es wohl am Umfeld liegen, wie man die Umfrage wertet. Und wo bitte schön haben die Linken 31% Anhänger?
raskas (09.07.2008, 18:07 Uhr)
@MamfredBuchholz
Woher wissen Sie eigentlich, dass das eine repräsentative Umfrage war? In dem Artikel steht noch nicht einmal, wie viele Menschen befragt wurden. Und glauben Sie wirklich, dass 31 Prozent der Anhänger der Linken sich wünschen, dass Merkel weiterregiert?
MamfredBuchholz (09.07.2008, 17:49 Uhr)
@raskas
so so, der stern soll also repräsentative Umfragen nicht veröffentlichen, weil die Erfahrungen in Ihrem Umfeld eklatant anders sind. Interessante Ansicht! Könnte aber auch an Ihrem Umfeld liegen....
ganzbaf (09.07.2008, 16:49 Uhr)
Tja, Busenwiunder....

sind immer beliebt ;-PP
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Hätte man mal nach der Beliebtheit von Miachaela Schaffrath, alias Gina Wild fragen, sollen.
Die finden nämlich 98% toll
... ((O;
raskas (09.07.2008, 15:34 Uhr)
Stern tut sich keinen Gefallen
Ich weiß nicht, ob der Stern sich mit der Veröffentlichung solcher Umfragen einen Gefallen tut. Denn dass es sich hier um Meinungsmache handelt, tritt einfach zu klar zu Tage. Die Forsa-Zahlen widersprechen dem, was ich in meinem Umfeld erlebe, in eklatanter Weise.
ramteid (09.07.2008, 14:28 Uhr)
Logisch
Selten da, jeden Tag mehr als der Sonnenauf- u. untergang in den Medien positiv erwähnt. Die anderen Politiker kennt lt. jüngste Umfragen kaum einer, manchmal auch zum Glück, vor lauter Alltagssorgen und Partystimmungsanmache. Politinteresse ist kaum vorhanden. Programme von Parteien interessieren keinen bzw. weren ja auch nicht eingehalten. Also was solls. Eben auch wieder mal das falsche Bild der Realität.
ecomoc4u (09.07.2008, 14:26 Uhr)
@administration
wollt ihr die totale meinungsumfrage.
wollt ihr die meinungsumfrage auch mit eurem leben verteidigen, bis der endmeinungssieg ganz euer ist.
.
tragt ihr in der redaktion auch alle forsa oberlippen bärtchen und forsa armbinden.
da ich nicht beim stern unter bezahlung stehe, bitte ich auch noch ihrem chef mitzuteilen, dass er sich seine forsa wohin stecken kann.
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