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Müder Wahlkampf, ahnungslose Wähler

Die Bundestagswahl elektrisiert die Bürger? Von wegen! Der Wahlkampf lässt knapp Dreiviertel der Deutschen kalt. Und gerade mal jeder zweite Jugendliche weiß, dass im September überhaupt gewählt wird.

Das Wahlfieber für die Abstimmung am 22. September hat die Deutschen noch nicht so recht erfasst. Und auch über die Bedeutung von Erst- und Zweitstimmer wissen viele Wähler nicht Bescheid.

Das Wahlfieber für die Abstimmung am 22. September hat die Deutschen noch nicht so recht erfasst. Und auch über die Bedeutung von Erst- und Zweitstimmer wissen viele Wähler nicht Bescheid.

In viereinhalb Wochen wählen die Deutschen einen neuen Bundestag – doch viele jüngere Bundesbürger haben davon keine Ahnung. Auf die Frage: "Können Sie sagen, wann die nächste Bundestagswahl ist?" konnten in einer Umfrage für den stern nur 46 Prozent der 18- bis 29-Jährigen korrekt sagen, dass sie im September stattfindet. Die übrigen Befragten wussten es nicht oder nannten einen anderen Termin. Besser sind die Kenntnisse in allen anderen Altersgruppen: So konnten 83 Prozent der über 45-Jährigen die Frage auf Anhieb richtig beantworten. Insgesamt wissen 73 Prozent aller Bürger, dass die Wahl im kommenden Monat ist.

Verwirrung bei Erst- und Zweitstimme

Verwirrung herrscht bei vielen wahlberechtigten Deutschen über die Bedeutung von Erst- und Zweitstimme. Auf die Frage, welche Stimme für den Ausgang der Bundestagswahl wichtiger sei, nannten 43 Prozent fälschlicherweise die Erststimme, mit der die Direktmandate ermittelt werden. 42 Prozent gaben richtig die Zweitstimme an, die über die Stärke der Parteien entscheidet. 6 Prozent meinten, beide Stimmen seien gleich wichtig. 9 Prozent antworteten mit "weiß nicht". Über die Bedeutung der Zweitstimme sind vor allem die Wähler der FDP (62 Prozent) und der Grünen (56 Prozent) gut informiert.

Insgesamt ist das Interesse der Deutschen am Wahlkampf bislang verhalten. Nur 28 Prozent erklärten in der stern-Umfrage, sie interessierten sich stark für den aktuellen Wettstreit der Politiker und Parteien. 72 Prozent sind nach eigenen Angaben "weniger stark" (49 Prozent) oder "überhaupt nicht" (23 Prozent) am Wahlkampf interessiert.

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte am 15. und 16. August 2013 für den stern 1006 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Matthias Weber
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