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16. Dezember 2008, 09:56 Uhr

Roland Koch erobert Hessen zurück

Könnten die Hessen jetzt wählen, würden sie Roland Koch eine satte Mehrheit bescheren: Die CDU bekäme 42, die FDP 13 Prozent. Das belegt die Forsa-Umfrage im Auftrag des stern und der "Frankfurter Rundschau". Die SPD müsste einen historischen Absturz verkraften.

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Durchmarsch von Wiesbaden nach Berlin? Roland Koch, CDU, geschäftsführender Ministerpräsident von Hessen© Michael Probst/AP

Er hatte die Umzugskartons in der Wiesbadener Staatskanzlei bereits gepackt - jetzt ist Roland Koch, CDU, wieder obenauf. Nach der jüngsten Forsa-Umfrage im Auftrag des stern und der "Frankfurter Rundschau" könnte Koch, wären jetzt Neuwahlen in Hessen, mit einer satten Mehrheit für ein schwarz-gelbes Bündnis rechnen: Die CDU würde 42 Prozent erzielen, die FDP 13 Prozent. Die SPD würde dramatisch auf 23 Prozent abstürzen, die Linke käme auf 6 Prozent, die Grünen auf 12 Prozent. Mit einem solchen Ergebnis könnte Koch sorglos weiterregieren.

Auch bei den persönlichen Sympathiewerten kann Koch aufholen. Könnten die Hessen ihren Ministerpräsidenten direkt wählen, würden sich 44 Prozent für Koch entscheiden - und nur 24 Prozent für seinen sozialdemokratischen Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel. Dass der Abstand nicht noch größer ist, liegt nach Ansicht vorn Forsa-Chef Manfred Güllner in der Person Koch begründet. "Koch wird wegen seiner Fähigkeiten geachtet, aber er wird nicht geliebt", sagt Güllner im Interview mit stern.de. "Insofern ist das für ihn ein akzeptabler Wert. Aber es ist kein Wert für einen richtigen Landesvater."

Koch nach Berlin, Ypsilanti nachhause

Dass Koch dauerhaft in Hessen bleiben wird, glauben indes die wenigsten. 63 Prozent der Befragten meinen, dass er versuchen werde, in die Bundespolitik zu wechseln. Selbst unter den CDU-Anhängern glauben 54 Prozent, dass Koch bei Gelegenheit sein Ticket nach Berlin einlöst. In der Hauptstadt wird Koch immer mal wieder als potentieller Wirtschafts- oder Finanzminister gehandelt. Andererseits ist auch sein angespanntes Verhältnis zur CDU-Vorsitzenden Angela Merkel bekannt. Koch gilt als möglicher Rivale Merkels beim Kampf um die Kanzlerschaft.

Für die SPD ist die Lage in Wiesbaden fatal. Mit 23 Prozent verzeichnet sie im traditionell "roten" Hessen den schlechtesten bislang gemessenen Umfragewert. Forsa-Chef Güllner spricht von einem "totalen Absturz". Das Problem der Sozialdemokraten sei, dass sie es der Öffentlichkeit bislang nicht habe vermitteln können, mit Schäfer-Gümbel einen echten Neuanfang zu wagen. "Die klare Mehrheit sagt: Nee, das ist ja noch dasselbe wie unter Ypsilanti", erklärt Güllner. "An einen Neuanfang glaubt im Augenblick zumindest niemand." Dass vier SPD-Landtagsabgeordnete die Wahl der ehemaligen Spitzenkanidatin Andrea Ypsilanti verhindert haben, finden insgesamt 61 Prozent der Wahlberechtigten richtig. Selbst unter den SPD-Anhängern sind es 46 Prozent - ein klarer Hinweis auf die Zerissenheit der Partei. Auf die Frage, ob Ypsilanti Partei- und Fraktionsvorsitzende bleiben sollte, sagen 62 Prozent "Nein". Gleicher Ansicht waren 56 Prozent der SPD-Anhänger. Aller Voraussicht nach wird Ypsilanti aber erst nach der Wahl am 18. Januar von ihren Ämtern zurücktreten.

Wunschkoalition schwarz-gelb

Auch bei den Wunschkoalitionen der Hessen ist laut Forsa ein eindeutiges Meinungsbild zu verzeichnen. 30 Prozent der Befragten wollen ein schwarz-gelbes Bündnis, nur 16 Prozent eine rot-grüne Regierung. Eine Große Koalition zwischen CDU und SPD ist für acht Prozent wünschenswert, eine rot-rot-grüne Allianz hat eine Zustimmung von nur fünf Prozent. Unterboten wird dieser Wert nur noch von der Zustimmung zu einer SPD-Alleinregierung - darauf hoffen gerade mal zwei Prozent der Befragten.

Allerdings sind diese Zahlen nicht in Stein gemeißelt. Denn insgesamt sagen nicht weniger als 46 Prozent der Befragten, dass sie ihre Entscheidung für eine Partei bis zur Wahl nochmal überdenken könnten. Hinzu kommt der Anteil der Wähler, die ohnehin unentschlossen sind. Nach der aktuellen Umfrage, resümiert Güllner, habe die CDU eine "gute Ausgangslage", besser als bei den vorangegangenen Landtagswahlen im Januar 2008. Davon könne sie profitieren - "wenn Koch nicht wieder Fehler macht."

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uj/lk/mw
 
 
KOMMENTARE (10 von 44)
 
aeternitas (18.12.2008, 16:17 Uhr)
Dumm sind nur die
die auf Koch und Konsorten hereinfallen. Und es auch noch toll finden, von ihm regiert zu werden. ALLES wäre eine Alternative (außer die NPD-Jünger) zu diesem skrupellosen Kerl. Wäre das alles eine Soap Opera, er hätte den schmierigen Bösewicht für sich abonniert. Was hat er nicht alles versucht, inklusive mit Ausländerhass Politik zu machen. Also wenn Frau Ypsilanti schon machtgeil ist, dann muss für den Herrn Koch ein neues Wort kreiert werden. Dazu kommen noch die jüdischen Vermächtnisse etc. Und da finden sich bestimmt noch zig andere Leichen im Keller, über die noch keiner gestolpert ist. Einen solchen Mann zu WÄHLEN oder seine Wahl gut zu heißen ist ganz großes Tennis!!!
Wenn du es für intelligent hältst, von einem kriminellen Ministerpräsidenten regiert zu werden, dem wirklich kein Wahlkampfmanöver zu schäbig ist, der die Gerichte und Polizei personalmäßig brutalstmöglich beschnitten hat, Studiengebühren eingeführt hat, Lehrerstellen abgebaut hat, dann will ich lieber nicht intelligent sein.
SethusCalvisius (18.12.2008, 02:17 Uhr)
@gunnarhaeger
"Gerechte Konsequenz, schon Kindern bringt man bei, dass sich Lügen nicht lohnen. Sicherlich hat auch Herr Koch das eine oder andere Mal nicht ganz die Wahrheit gesagt, aber was will Hessen eigentlich."
Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ypse hat gelogen, Koch hat das eine oder andere Mal nicht ganz die Wahrheit gesagt. Solch eine Argumentation entlarvt sich von selbst, da muss man gar nichts mehr zu sagen.
tetrapanax (17.12.2008, 18:35 Uhr)
Vielleicht sehen es auch die Dümmsten ein -
z. B. aeternitas -
dass es in Hessen keine Alternative zu Koch gibt und die doch nicht so blöden Hessen (gell, Ypsi und Schäfergrümpel) sich nicht verarschen lassen, sondern das kleinere Übel wählen, wenn auch nicht unbedingt gerne und aus voller Überzeugung.
vegefranz (17.12.2008, 13:53 Uhr)
die Hessen wollen also weder NPD noch Linke ExSED
die Hessen wollen also weder NPD noch Linke ExSED. Das ist ein Zeichen, dass elbst in diesen schlechten Zeiten, die Radikalen noch nicht das Sagen bekommen
aeternitas (17.12.2008, 11:46 Uhr)
Na liebe Stern-Redakteure/Journalisten
Sind Sie jetzt zufrieden? Das Ypsilanti-Mobbing war erfolgreich, jetzt kann es weitergehen mit dem ehrenvollen Staatsmann R. Koch.
Schlimmer als die Kinder auf dem Schulhof eine ungeliebte Klassenkameradin fertig machen, denn Schulkinder haben nicht die Unterstützung der Springerpresse, von Bertelsmann, den Seeheimern etc. Jetzt ist die Frau fertig, jetzt müssten doch in der Redaktion die Korken knallen, Planerfüllung in Bestzeit! Respekt!
Ganz im Ernst: wenn sie jemals wieder meinen Respekt verdienen wollen, dann betätigen Sie sich investigativ und schreiben ausführlich über die offen gelebte Korruption in Hessen (Frau Metzger schreibt sogar offen auf ihrer HP, dass sie Aufsichtsratsmitglied von HSE ist, dass sie also dafür BEZAHLT wird, dass sie GEGEN den Ausstieg aus der Atomkraft ist). Wo sind die mutigen Journalisten abgeblieben, die herausfinden wer die anderen beiden Damen dafür bezahlt hat, dass sie in der Öffentlichkeit so eine Lachnummer abgezogen haben, die sogar schon Marienhof-Drehbuch-verdächtig ist. Ich warte sehnsüchtig auf den Tag, an dem die TITELGESCHICHTE von der Korruption in der Politik handelt. Schauen Sie sich doch nur die HP des Bundestages an, wo angegeben wird, wer wieviel Geld VON WEM bekommen hat. Stehen denn die Journalisten beim Stern so unterm Pantoffel vom Bertelsmann??? Wieviele Steilvorlagen für eine Riesenenthüllungsgeschichte brauchen Sie denn noch???
Putinki (16.12.2008, 19:01 Uhr)
manesse
Seien Sie doch bitte nicht so hart gegen die Hessen SPD. Projekt 18 würde ein Traumergebnis sein. Für die Grünen und Linke werden hoffentlich die 5% Hürder zu hoch sein. Dann gäbe es wieder eine Macheratmosphäre im Landtag. Die Hessen sind gar nicht so blöd, wie man so gedacht hat.
Sandygirl (16.12.2008, 16:27 Uhr)
Mal ehrlich.....
...wen kann man jetzt noch wählen in Hessen?
Gibt es noch eine Partei ohne Fremdenhass und mit einem demokratischen Anspruch in Hessen?
manesse (16.12.2008, 16:07 Uhr)
Die hesssische SPD
nimmt mutig das Projekt 18 ins Visier. Ich wünsche viel Erfolg und: Weiter so! Es wird schon hinhauen!
Jens62 (16.12.2008, 16:02 Uhr)
@laeppe
Die Intelligenz wird immer auf der richtigen Seite stehen, die Dämlichkeit immer auf der falschen Seite. Ist doch logisch, daß sich niemand mit halbwegs normal ausgeprägter Intelligenz auf die falsche Seite stellt, oder ?
Schnaafpaaf (16.12.2008, 15:26 Uhr)
@Bane
Das zweifele ich an, das mit dem Denken.
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