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16. Juni 2010, 11:00 Uhr

Wehrpflicht spaltet Deutschland

Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) rüttelt an der Wehrpflicht. Doch was halten die Deutschen davon? Nur eine knappe Mehrheit stimmt laut aktueller stern-Umfrage dem Verteidigungsminister zu und ist für eine Berufsarmee. Brisant: Unions- und FDP-Wähler wollen an der Wehrpflicht festhalten.

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zog sich mit der Bundeswehrreform den Ärger der schwarz-gelben Koalition zu© Achim Scheidemann/DPA

In der Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht sind die Deutschen gespalten. Nach einer Umfrage für den stern sprach sich eine knappe Mehrheit (51 Prozent) für ein Ende des Pflichtdienstes und eine reine Berufsarmee aus. 45 Prozent jedoch wollen, dass am alten Modell festgehalten wird.

Für ein Ende der Wehrpflicht plädieren vor allem Männer. Frauen möchten eher, dass sie bleibt. Ostdeutsche können sich eine Zukunft ohne Wehrpflicht eher vorstellen als Westdeutsche, Hochgebildete eher als Menschen mit geringer Bildung.

Heikel für die Regierung ist, dass die Verteidiger der Wehrpflicht vor allem im eigenen Lager zu finden sind. 57 Prozent der Unions-Wähler und 54 Prozent der FDP-Anhänger sind für die Beibehaltung - obwohl die Liberalen die Abschaffung des Zwangsdienstes seit Jahren im Parteiprogramm stehen haben. Eine Mehrheit für eine Berufsarmee gibt es bei den Wählern der SPD (55 Prozent), der Grünen (62 Prozent) und der Linken (58 Prozent).

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hält eine Aussetzung der Wehrpflicht im Rahmen der Bundeswehrreform für notwendig. Er soll bis September ein Konzept für die Armee der Zukunft ausarbeiten.

Für die Umfrage wurden 1000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 10. und 11. Juni 2010 befragt.

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KOMMENTARE (10 von 36)
 
Knurrer (17.06.2010, 23:33 Uhr)
Als ehemaliger Zivildienstleistender in einem örtlichen Krankenhaus kann ich sagen, dass mir die 15 Monate Dienst nicht geschadet haben.
Es waren wertvolle Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Eine Abschaffung des Wehrdienstes wird auch im Sozialbereich Folgen haben.

Da ich ich allerdings grundsätzlich nicht mehr viel von unseren Politikern halte, nur noch dieses zum Schluss:

Sollte die Wehrpflicht in der Tat mit einem Federstrich abgeschafft werden, dann sollen all diejenigen Zivildienstleistenden und Wehrpflichtsoldaten, die von diesem Staat seit der Wiederbewaffnung drangsaliert und im Stich gelassen wurden, eine Sammelklage abgeben.
Ich gebe hier nur einmal ein kleines Stichwort: "Radarsoldaten".
Das sollte genügen.
dreicon (17.06.2010, 16:31 Uhr)
@Staudenmaier007 (16.06.2010, 14:26 Uhr)
Ihre These über die Unveränderbarkeit der Menschheit hätte zu Folge gehabt, daß der Mann immer noch mit Keule in der Hand grunzend der Frau hinterherrennt. Sehen Sie sich so?
dreicon (17.06.2010, 16:26 Uhr)
@Viper2024 (16.06.2010, 13:41 Uhr)
Gleichberechtigung bedeutet auch Gleichverpflichtung. Aus Ihrer Reaktion meine ich zu ersehen, daß Sie zu der Spezies Mann gehören, welche einer Frau bei Ihrer Klage über die monatliche Regel entgegenhalten, Mann müsse sich ja jeden Tag rasieren. Für Sie wird die Gleichberechtigung im gemeinsamen Haushalt darin bestehen: Füße hoch, Bier auf, Fernseher an, Kinder zur Mama!
Daneel (17.06.2010, 15:04 Uhr)
Wehrpflicht soll weg
Es gibt keinen Grund für die Wehrpflicht. Außerdem diskriminiert sie Männer. Wer glaubt, der Staat könnte mehr Böses mit einer Berufsarmee anrichten, verkennt, dass sich Deutschland in den letzten 70 Jahren verändert hat.
eisvogel (16.06.2010, 17:46 Uhr)
Eine folkloristische Trachtengruppe
ist das Militär sicherlich nicht, sondern eine Einrichtung zum Töten von Menschen auf Befehl. Die Tötung von Menschen durch vorsätzliche Angriffe oder im Rahmen moderner Kollateralschäden ist ein Rückfall in die Barbarei. Ausnehmen möchte ich von dieser Verwerflichkeit lediglich Notwehr- oder Verteidigungshandlungen, obwohl die Politik letztgenannte Terminologie heute auch für Angriffe missbraucht (z.B. Verteidigung Deutschlands am Hindukusch).
Es gibt Töten aus Habgier, aus Rache, aus Gerechtigkeit, aus Affekt, aus Krankheit, aus Eifersucht, aus Hass, aus rassistischen, religiösen, ideologischen sowie politischen Gründen ff. Eine ewige Blutspur zieht sich durch die Jahrhunderte bis in unsere Gegenwart. Solange Menschen ? sei es als Henker oder Täter sowie als Privatleute oder Staat ? Leben vernichten, wird sich die Tötungsspirale weiterdrehen. Unter dieser Prämisse ist es eigentlich völlig egal, ob wir nun eine Wehrpflicht- oder Berufsarmee haben. Bekämpft endlich die menschlichen Grundübel ? Brutalität und Grausamkeit ? dann können wir irgendwann ganz auf diese Maschinerie verzichten. Es darf nicht kapituliert werden, weil wir vielleicht ?die Realitäten der Welt nicht beeinflussen? können ? wir müssen es zumindest versuchen. Das sind wir der Zukunft des Planeten Erde schuldig.
Wahrhyde (16.06.2010, 15:56 Uhr)
@Staudenmeier007
"... werden wir weiterhin Polizei und Bundeswehr benötigen - auch wenn es sich Ihrer Einsicht nur schwer zugänglich machen läßt."

Das liegt u.a. daran, dass Polizei und Bundeswehr ganz andere Aufgaben haben. Oder sehen Sie die BW in der Rolle einer (Welt-)Polizei?

"Seit über 40 Jahren dienen nun Soldaten in der Bundeswehr ohne in einem Krieg getötet zu haben - eine neue Tradition oder ?"

Sagt Ihnen der Name "Oberst Klein" etwas?

Was die neuen Aufgaben und die entsprechende Ausrichtung angeht: Ich habe Horst Köhler beim Wort genommen, wie auch alle anderen Offiziellen, die unverhohlen die Sicherung der Rohstoffe für den Eigenbedarf militärisch sicherstellen wollen. Früher wollten wir Kolonien, heute reichen uns die 'Schürfrechte' und eine gefällige Regierung.

Mir wird schlecht, wenn Sie da von Moral sprechen. Tut mir leid.
Kritiker (16.06.2010, 15:14 Uhr)
@ babylon
... das sehe ich auch so, spätestens, wenn sich alle um die Reste der Oelreserven kloppen.

Wie wird so treffend gesagt, Freiheit bedarf ständiger Wachsamkeit.
babylon (16.06.2010, 15:09 Uhr)
@Broeselbub
Wofür wir Soladaten brauchen? Um so naive leute wie sie zu schützen! Gutmenschen haben ja einen gespaltenen Charakter. Zum einen sollen alle eigenen Soldaten weg, wenn es aber knallt schreien diese feiglinge
nach den eigenen Soldaten, die vorher verflucht wurden, damit ihr armseliges leben gerettet wird.
Ich bin gegen die Wehrpflicht und für eine Berufsarmee , die dann einen hoffentlich höheren Ausbildungsstand hat als die Bundeswehr. Und eines ist sicher, wenn man nicht allzu naiv ist, der nächste Krieg kommt bestimmt. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!
Kritiker (16.06.2010, 14:59 Uhr)
@ Rapunzelchen (16.06.2010, 13:41 Uhr)

Zitat Anfang/ Handhabung von Waffe und Waschmaschine......
@ Styx200 (Zitat: ...In 6 Monaten lernt man gar nichts...)

Ich gehe mal davon aus, dass Sie nie bei der Bundeswehr waren, richtig?

Wie kann man allen Ernstes behaupten, eine "Büttchen Buntes" durch den Waschgang zu bringen, ist nichts anderes (vom Schwierigkeitsgrad her), als das Erlernen des perfekten Umgangs mit der Waffe? /Zitat Ende

... die These stellte ich auf und ja, ich weiss, dass es so ist. Ausserdem sollte man erst lesen, dann kommentieren, denn ich schrieb noch, eine WM !!! sinnvoll !!! einsetzen. Es war keine Rede von Spezialwaffen, wie Scharfschützen-Knarren oä. , nein, einfach die Wald- und Wiesenknarre.
Wie man leider überall auf der Welt sehen muss, werden diese auch von Kindern bedient.
Broeselbub (16.06.2010, 14:39 Uhr)
wozu
brauchen wir noch Soldaten? Wir sind nicht Amerika. Die brauchen Kriege zur Selbstbestätigung. Aber unsere Politiker müssen sich ja immer und überall anbiedern. Auch in der Nato. Spielt lieber Fußball das können wir, alles andere nicht!!
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